Links-#Populismus als staatliche politische Bildung?

Zwei Veranstaltungen der letzten Wochen widmeten sich unter dem Dach der “Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung” (BLpB) in Potsdam dem Themenkreis des aktuellen “Populismus” und der – angeblich nur – ihn grundierenden “Fake News”. Am 31.01.2018 titelte Alexander Sängerlaub (“Stiftung Neue Verantwortung”): “Fake News – Hysterie oder reale Gefahr?” Am 27.02.2018 trat die Leiterin des benachbarten “Einstein Forums”, Susan Neiman, zu ihrem kurzen Buchtext “Widerstand der Vernunft” auf.

Mit Sängerlaub war es ein Spross der “Freien Universität Berlin”, der die von dort zu erwartende linke Perspektive auf das Phänomen einnahm. Susan Neiman verbindet als Deutsch-Amerikanerin mit dem Begriff von Fake News an erster Stelle den von ihr heftig abgelehnten US-Präsidenten Donald Trump.

Nun kann man die Hysterie, die zu sog. Fake News verbreitet wird, selbst als Ausprägung einer solchen erneuten offensichtlichen Verfälschung von Wirklichkeit auffassen. Denn das, was speziell im Internet als gezielt gefälschte Information daherkommt, ist vielleicht noch einfacher zu erkennen als das, was seit Entstehung des modernen Pressewesens zum Standard gehört: interessengeleitete, schnell veraltete Desinformation. Mir klingt dabei stets die wunderbare Dialogzeile aus dem Western “The Man Who Shot Liberty Valance” (USA 1962, R: John Ford) im Ohr:

If the legend becomes fact – print the legend!

So gehörte es also untrüglich schon damals zur Selbstironie eines Drehbuchautors wie Willis Goldbeck – seines Zeichens ein vormaliger Journalist.

Reichlich historischer Stoff eigentlich für eine “empirische Kommunikationsforschung”, wie Sängerlaub sie sich auf die Fahnen geschrieben hat. Doch leider sind solche Disziplinen heute wohl kaum mehr als Tarnbegriffe – für Karrieren, deren politische Agenda nicht zuletzt durch das Internet in ihrem Zweck und Wesen allzu transparent geworden ist. Ist nicht nur der kritische Fragenkatalog einer “Bundeszentrale für politische Bildung” (BpB) dazu durchaus hilfreich, so hat die laufende Debatte über Fake News eben diese abstruse Seite: Wo eine Mediengesellschaft sich in ihren Problematiken lediglich verschärft – und dabei durchaus demokratisiert, auch in der Manipulation -, besteht das propagandistische Potenzial vermeintlicher Gegenaufklärung durch das heute linksliberale Establishment in der einseitigen Behauptung, dies sei historisch neu und man sei selbst im Besitz einer definitiv überlegenen ‘Wahrheit’. Ich wies auf dieselbe Problematik schon zu einem Kommunikations-Training gegen Populismus in der Berliner Landeszentrale für politische Bildung hin. Sie wiederholte sich recht einförmig auch bei Alexander Sängerlaub und Susan Neiman.

Zentral für diesen Populismus von links ist die unhinterfragte Konstruktion eines Wir-Gefühls, das sich allen als ‘rechts’ etikettierten Gegenbewegungen überlegen glaubt. Ein Hauptzweck ist dabei die undeklarierte Produktwerbung für sog. “Qualitätsmedien”, deren Verkaufszahlen sich seit vielen Jahren im bisher unaufhaltsamen Sinkflug befinden. Neben wohlfeilen Hassfiguren wie Trump ist es inhaltlich an erster Stelle die Botschaft, die multikulturelle Gesellschaft müsse sich jetzt gegen ‘Störer’ aus dem ‘rechten Milieu’ wehren, die zu Unrecht gegen die herrschende Agenda mobil machten und dabei wesentlich irreführende Vorurteile gegenüber Migranten verbreiteten.

Übelst stößt dabei auf, dass die Hauptsorge in diesen Argumentationen einmal mehr nicht dem Schutz der eigenen Mitmenschen zu gelten scheint, sondern der rein rhetorischen Illusion einer ‘besseren Welt’, bei deren Errichtung Fehlwahrnehmungen in Bezug auf elitäre Verschwörungen oder höhere Kriminalitätsraten von (bestimmten Gruppen von) Zuwanderern nun möglichst endgültig auszuräumen seien. Bei Neiman wird dies in der öffentlichen Vermittlung, wie hier geschehen, zu einem reduzierten Begriff des “Fremden”, in dessen Begegnung man als Deutscher kulturell und kognitiv nur wachsen könne. Das ist in der Begegnung mit Kulturen im engeren Sinn ja nicht falsch – aber wozu führt es in der politischen Praxis gegenüber Unkulturen, die etwa primitive und vorphilosophische Gottesbegriffe über alle Formen elaborierter Rechtssysteme stellen? Diesbetreffende Begriffe wurden allenfalls in Fragen aus dem Publikum angesprochen, gingen jedoch in den mahlstromartigen, zeitlich zerdehnten Reflexionen Neimans schnell wieder unter.

In diesem Populismus von links stehen deshalb nicht Aufmerksamkeiten für traditionelle und noch heute bestehende institutionalisierte Pädophilie in Afghanistan und anderen islamisch geprägten Kulturen an erster Stelle; ebensowenig all jene Straftaten, die es ohne unkontrollierte Massenzuwanderung in Deutschland nicht gäbe (auch dann, wenn sie, noch, mehrheitlich “Flüchtlinge” selbst betreffen). Die schlimmsten Gräuel scheinen den heutigen “Linken” jene Deutschen zu sein, die auf die damit entstehenden nachhaltigen Problematiken für das aufnehmende Deutschland hinweisen. Es ist mittlerweile schon oft besprochen, dass der Linksliberalismus damit in einen strukturell schizophrenen double bind gerät, wenn er nach Jahrzehnten subtiler Debatten über Phallo- oder Eurozentrismus blindwütig auf die Kritiker mittelalterlicher und gewalttätiger Religiosität einprügelt, weil diese auf etwas hinweisen, was an bloßer und naiver linker Ideologie von Multikultur mit Realitäten bisher nie in Einklang stand – so die Ablehnung größerer Teile der islamischen Community gegenüber jeder anderen als ihrer eigenen Lebensweise als haram, gottesfeindlich, teuflisch. Keine Toleranz gegenüber Intoleranz, sagen dazu derzeit deutlich und konsequent einzig und allein sog. ‘Rechte’.

Der LpB-Vortrag von Susan Neiman zeigte große Übereinstimmungen mit ihrem vorherigen Auftritt an ihrer Potsamer Wirkungsstätte seit 2000, dem Einstein Forum (“vom Land Brandenburg unter Beteiligung von Mitgliedern internationaler Institutionen wie der Hebräischen Universität Jerusalem und der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften gegründet” – Wikipedia).

Gleich zu Beginn verwendete Neiman selbst ein allzu eindeutiges Stück Fehlinformation: Zur Bezeichnung verwirrender, widersprüchlicher Informationen verwies sie auf den Terminus gaslighting und den Spielfilm “Gaslight” (USA 1944) – mit der fälschlichen Behauptung, dieser sei von Alfred Hitchcock inszeniert worden und nicht, wie korrekt, von George Cukor. – Wird hier das Publikum getestet, ob es überhaupt aufbegehrt? Es wäre nicht das erste Mal. Und eine Person wie der Verfasser der vorliegenden Zeilen ist es schon lange müde geworden, solche Wirrnisse aus dem Auditorium heraus in wenigen Worten geraderücken zu sollen, während institutionell aufgestellte Redner bei Kritik schnell ungeduldig werden und diese auf die eine oder andere Weise abwürgen, wie man es bisher nur aus Beschreibungen offen totalitärer Systeme kannte.

Dabei machte Neiman auf mehrfache Nachfrage durchaus Konzessionen an Revisionen, die aus dem Internet seit Jahren mächtig anbranden. Aus ihren philosophisch begründeten Plädoyers für Wahrhaftigkeit lässt sich schließlich keine Rechtfertigung für jene schon dokumentierten und offiziell eingestandenen krassen Lügen als Kriegsvorwand ableiten, die zumal in der Geschichte der USA eine lange Tradition haben. Was an Pearl Harbor noch strittig sein mag, ist es betreffs von irakischen “Massenvernichtungswaffen” (im Wortsinn) längst nicht mehr.

Doch nur so weit geht an solchen Stellen die historisch-politische Information und Reflexion. Dass US-Präsidenten nicht – wie aber im Zuge ihres Auftritts so suggeriert – als solche die “mächtigsten” Personen seien, mag Neiman gerade noch einräumen. Die wirklich Mächtigen träfen sich, so befand sie eben erst auf Nachfrage, etwa beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Aufgrund persönlicher Begegnungen sieht sie bei diesen jedoch im wesentlichen gute Absichten, auch wenn sie rhetorisch eine misstrauische Haltung gegenüber Wirtschaftsinteressen in linker Tradition aufrechterhält.

Über die als Publikumsfrage angesprochenen Interessen eines George Soros in der Förderung einer Bürgerrechtsbewegung wie “Black Lives Matter” war (auch aus den stets im Einzelfall bestehenden Zeitgründen) nicht weiterführend nachzudenken. An erster Stelle verblieb seitens von Neiman der Glaubenssatz, soziale Probleme in Schwarzen-Ghettos der USA gründeten in erster Linie im Rassismus der Polizei.

Hierbei bleibt sicherlich allerhand totgeschwiegen, auf dass andere die Folgen betreffender Konflikte zu tragen haben, während gutmenschelndes Gefühlskino sein make believe stabilisiert. Allüberall dasselbe Bild … Schon am 30.03.2017 wies ich bei einer Veranstaltung des “Freiblick Instituts” in Berlin mit dem Titel “Fake News und postfaktische Politik: Hilft nur noch ein Wahrheitsministeriu­­m?” den Referenten André Mielke (“Berliner Zeitung”) darauf hin, dass es entgegen seiner pauschalen Behauptung keinesfalls als gesichert gelten kann, dass die globalen durchschnittlichen Temperaturen seit der Jahrtausendwende überhaupt noch steigen, wie einer These vom menschengemachten Klimawandel entsprechend. Nach den aktuellsten Informationen ist dies jedenfalls erst nach erneuten Korrekturen von Messergebnissen überhaupt herleitbar und nach wie vor umstritten.

Um im Bild zu bleiben, stellen solche Andeutungen komplexer Themen, wie hier nur möglich, nur die kleinsten Spitzen von Eisbergen dar, auf die die “Informationsgesellschaft” gemütlich zuschippert. Allein an dem 1944er Film “Gaslight” kann man Grundlegendes an der Haltung von Medienmachern gegenüber ihrem Publikum aufzeigen, die aus meiner Sicht noch heute repräsentativ ist. Meine Wenigkeit hat dies in ebenso relevanter Weise schon an dem inhaltlich vergleichbaren Beispiel “Sleep, My Love” (USA 1947, R: Douglas Sirk) vorgeführt (“Filmbild und Körperwelt”, 2011). Doch Stimmen der Vernunft werden unter dem gleichlautenden Etikett im Deutschland der Gegenwart kaum noch gehört – wenn sie eben nicht nur das eine sagen und das andere verschweigen. Der Rest ist – nicht zuletzt in Kultur- und Medienwissenschaften – eine rasant anwachsende Menge von Scheindiskursen und Ablenkungsmanövern, denen gegenüber die Propagandismen früherer Zeiten geradezu berückend naiv und durchschaubar wirken.

Dies betrifft Gesellschaft und politische Öffentlichkeit im gegenwärtigen Deutschland an erster Stelle eben dahingehend, dass Risikopotenziale wachsen. Wo sie zwischenstaatliche Kriege – in letzter Konsequenz z. B. auf deutschem Territorium zwischen den großen alten Rivalen weiter westlich und östlich – betreffen, sind sie von hiesigen Debatten leider noch weniger zu beeinflussen als jene Realitäten von Massenzuwanderung, die in räumlich und sozial abgegrenzten Sphären linksgesinnter Wohlhabender noch so inexistent sind wie in einem Denken, das einfach die Regionalpresse ignoriert, wo es sie durchaus noch gibt.

Neiman begann ihren Vortrag wie ihr Buch mit dem Beispiel gewalttätiger Selbstjustiz als Reaktion auf “Pizzagate”. Schon dieses derart betonte Beispiel kann wiederum Ausgangspunkt von Revisionen sein. Denn es ist als ambivalentes – aber keinesfalls restlos geklärtes – eher selbst eine Vernebelung der Tatsache, dass Präsidenten wie Bill Clinton oder auch der amtierende Donald Trump zum näheren Umfeld des wegen Prostitution Minderjähriger verurteilten Milliardärs Jeffrey Epstein gehörten. Was immer Clinton über 20 Mal in Epsteins “Lolita Express” trieb – es ändert nichts an dem in Epsteins Fall einmal aktenkundig gewordenen untrüglichen sexuellen Missbrauch durch Eliten-Vertreter, der via Epstein z. B. bis ins britische Königshaus reicht. Es sind auch solche unappetitlichen Gesellen, die das Getöse über Fake News nach wie vor schützt – das unter dem Rubrum “politischer Bildung” in dieser Einseitigkeit in Deutschland derzeit einzig und allein nennenswerte Förderung erfährt.

Ansonsten besteht für mich die Tatsache, dass Akteure wie Susan Neiman offen ihre Abneigung gegen das “Internet” artikulieren – im gestrigen Vortrag wie auch als YouTube-Interview (Vergleich zum neuen Medium laut Neiman: der “Alkohol”).

Etablierte Medien wie der “Spiegel” dürften jene sein, auf die dieser toxikologische Befund mittlerweile eher zutrifft. Zum Thema Fake News ist man dort im Wesentlichen nur imstande, die hier problematisierte Scheindebatte noch um eine erwartbare begriffshuberische Volte zu erweitern.

Man bemerkt an solchen Stellen die stille Aggressivität und Ignoranz, die in solchen “intellektuellen” Milieus zum guten Ton gehören. Sie sind Elemente des schon erwähnten Totalitarismus unserer Zeit – von dem wir leider nicht wissen, wieviel er hierzulande von sozialem Frieden und erarbeitetem Wohlstand übriglässt; und wer Interesse hat, dies zu fördern.

Haben seine Vertreter selbst ihre Arbeit überhaupt geleistet, aufgrund derer sie ihre Funktionen der Wissensvermittlung und geistigen Anleitung innehaben?

Schon im vorliegenden Artikel sammeln sich doch schon Beispiele für das, was etwa an meinen eigenen Publikationen als höchst sachlich relevant, aber weitgehend ignoriert und totgeschwiegen gelten kann. Die eigentliche investigative Arbeit und die hoffentlich anschließende Aufarbeitung hätte sich anspruchsvollen Aufgaben zu stellen, vor denen ich teilweise aus zeitlichen und/oder psychischen Gründen des Selbstschutzes in der ganzen Breite überfordert bin.

Was die von Neiman angesprochenen Themen betrifft, so hob sie in abstrakten Begriffen schließlich noch hervor, die von ihr wertgeschätzten ‘aufgeklärten’ Kulturen hätten etwa Kinder als rituelles Menschenopfer überwunden. Hat sie sich wohl je bewusst gemacht, dass ein Teil der ca. 11.000 in Deutschland als “vermisst” geltenden Kinder und Jugendlichen auch einem rituellen Satanismus anheimgefallen sein dürfte, mit dem das Umfeld der Hillary Clinton beratenden Brüder Podesta in Gestalt der Performance-Künstlerin Marina Abramović offen kokettiert (“Spirit Cooking”)?

Kann es sein, dass die Abwesenheit von “aufgeklärter” Reflexion zu einem solch existenziellen Komplex auch in Reden von Neiman nicht stattfindet, weil angebliche – und von sog. “Intellektuellen” nach meiner Beobachtung immer noch fast ausschließlich rezipierte – “Qualitätsmedien” wie “Frankfurter Allgemeine Zeitung” oder “Spiegel” es nicht einmal fertigbringen, den programmatischen Satanismus von Abramovićs Referenz Aleister Crowley überhaupt nur zu erwähnen, während es für Gotteslohn arbeitende Internet-Publizisten (siehe bspw. “Zombiewood Productions”) in Selbstausbeutung und unter erhöhtem persönlichem Risiko permanent tun?

Zu der angesprochenen notwendigen Aufarbeitung gehört just in diesen Tagen für mich, eine Fülle von Videos überhaupt erst zu sichten und anschließend zu bewerten, die ganz aktuell auch zu dem Begriff “Pizzagate” als angebliche ausführliche Aussagen weiblicher Missbrauchsopfer der US-amerikanischen Szene auftauchen. Auf sie sei hier abschließend zumindest schon hingewiesen. (Holly Baglio füllt mit diesen Aussagen derzeit einen ganzen YouTube-Channel.) Dass dies hier noch nicht abschließend zu bewerten ist, gehörte ebenso zu den geringsten Ansagen in puncto wissenschaftlicher Redlichkeit, die an staatlich geförderten Stellen unverzichtbar wären – würden wird derzeit nicht unter einem eminenten Kulturverlust leiden, der immer skurrilere Blüten treibt. Zwischen Tätern und Opfern in diesem Szenario wird hoffentlich noch einmal deutlich zu unterscheiden sein.

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Daniel Hermsdorf

Verleger, Autor, Journalist bei filmdenken.de - Medienkritik, Verschwörungstheorie und Physiognomik

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3 Responses

  1. Thomas Keller sagt:

    Lieber Daniel,

    da hast Du Dir ja richtig Mühe gegeben. Ich meinerseits werde versuchen, die Landeszentrale, bzw. auch Frau Neiman auf
    erstens ERICH FROMM hinzuweisen und zweitens auf das bestehende Weltfinanzsystem und die Frage, wer initiiert eigentlich all die ganzen Kriege; WK 1 und WK 2 eingeschlossen? Auch würde mich interessieren, wie die Landeszentrale oder auch Frau Neiman, auf die Ängste einer Anke Domscheit – Berg bezüglich des drohenenden Überwachungsstaates eingeht… Anke D.-B. jedenfalls sagt ganz klar, dass das nichts mehr mit Demokratie zu tun hat.

    Mit besten Grüßen

    TK

  2. Tag Heute sagt:

    Was wollen wir? Das Problem lösen oder Schuldige suchen?

    „Schurken, die ihre Schnurrbärte zwirbeln, sind leicht zu erkennen; diejenigen aber, die sich in gute Taten kleiden, sind hervorragend getarnt.“ – Filmzitat

    Rechts ist die Seite des sozialen Rückschritts, der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen, der Unterstützung des Terrorismus als Geheimkrieg und der wie auch immer getarnten Kriegstreiberei. An Rechtsterroristen, die vom internationalen organisierten Großkapital und dessen politischen sowie medialen Vertretungen bezahlt werden und zu einer sogenannten „Opposition“ umgelogen, Venezuelas sozial fortschrittlich-demokratische Verfassung wegputschen sollen, wurde kürzlich ein Menschenrechtspreis des EU-Parlaments vergeben, bezeichnenderweise mit den Stimmen der AfD. Flüchtlinge – Sündenböcke liefern statt die Ursache Imperialismus und Nato-Krieg zu nennen. Schurken, die ihre Schnurrbärte zwirbeln, offen sozial rückschrittlich rechts, leicht zu erkennen.

    Und wie steht es mit den Schurken, die in gute Taten gekleidet hervorragend getarnt sind?

    Links war 1798 in der französischen Nationalversammlung und ist bis heute die Seite des sozialen Fortschritts.

    Diese Kräfte hingegen vertreten erkennbar die Herrschaftsinteressen der Bankenbesitzer, der Kreditindustrie, des Großkapitals, stehen also auf der Seite des sozialen Rückschritts rechts, in gute Taten gekleidet hervorragend getarnt.

    Links ist die Seite der Solidarität mit allen Menschen unvoreingenommen gesehen gleicher Friedens- und Sozialinteressen.

    Statt die Fluchtursache Imperialismus und Nato-Kriege zu nennen, benutzen diese Kräfte die Flüchtlinge, um mit moralischem Druck öffentliche Akzeptanzbeschaffung zu betreiben für noch mehr Nato-Kriege, stehen also im Ergebnis am weitesten rechts, in gute Taten gekleidet hervorragend getarnt, unbewusst oder bewusst.

    Links ist die Seite des Kampfes gegen Krieg.

    Diese Kräfte hingegen sind für Krieg unter den absurdesten Tarnbezeichnungen wie „Sicherheit“, „Verteidigung“, „Militäreinsätze“, „Humanitäre Intervention“ oder „Terrorbekämpfung“; sind angeblich gegen Rechtsextremismus und Nazismus, rühren aber in Wahrheit keinen Finger und sagen kaum ein Wort gegen den auch schon hier rekrutierenden Rechtsextremismus und Nazismus in der Westukraine, stehen also im Ergebnis am weitesten rechts, in gute Taten gekleidet hervorragend getarnt, unbewusst oder bewusst.

    In Nürnberg wurde das Verbrechen des Angriffskrieges verurteilt, denn – und so steht es im Nürnberger Statut zu den Nazi-Kriegsverbrecherprozessen, dem Grund für die strikte Ausnahmslosigkeit des Einmischungsverbotes, dem Kern der UN-Charta, der UNO-Verfassung – der Angriffskrieg alle anderen Verbrechen, demnach auch Auschwitz, erst möglich macht. Ermöglicht wird ein neues Auschwitz also durch Angriffskrieg, keineswegs, wie damals vor dem Nato-Krieg gegen Jugoslawien und danach immer wieder behauptet, verhindert.

    Also, das sollen Linke sein? Wäre sich links maskierender Rechtsextremismus etwas Neues, später vereint marschierend mit den zuvor bereits offen Rechten? National„Sozialismus“? Vielleicht als offene Terrorherrschaft des uniformierten Stiefelfaschismus Angst verbreitend im Namen der Rechtschaffenheit, könnten solche sozial rückschrittlichen Schurken wohl politisch noch weiter rechts stehen, in gute Taten gekleidet hervorragend getarnt, unbewusst oder bewusst.

    Wie die Ausgebeuteten und Unterdückten dahin kommen können, sich gemeinsam für ihre Interessen einzusetzen, das ist die zentrale Frage.
    “Wir, das ist mit den anderen” statt wie von der großkapitalistischen herrschenden Klasse schon immer gewünscht, “Wir, das ist gegen die anderen”.
    Was wollen wir? Das Problem lösen oder Schuldige suchen?

    • Ich stimme Ihnen hier – für sich genommen – im Wesentlichen zu. Als Ergänzung kann ich noch berichten, dass Susan Neiman auf Nachfrage nach ihrer Definition von “links” letztlich den Begriff “Solidarität” verwendete.
      Die von Ihnen angesprochenen sprachlichen Verdrehungen werden ja im Internet und sog. “Wahrheitsbewegungen” seit langem mit dem Orwellschen Begriff “Neusprech” adressiert. Der Roman “1984” hat an prophetischer Kraft nicht verloren. Ich habe dazu in meinem unveröffentlichten Buch “Lügen-System der NWO” differenzierte Erläuterungen entwickelt. Als erstes müsste jemand wie ich leider bemerken, dass es dafür kaum ein größeres Verlagshaus geben dürfte, unter dessen Dach ein Autor mehr als krasse Selbstausbeutung zu erwarten hätte. Darf ich mich in dieser Sache dann auch vertrauensvoll an Ihren Gerechtigkeitssinn wenden? Und welche realen Folgen könnte und würde dies haben? (War bisher eigentlich in 100 % meiner auch gemeinnützigen Anliegen in ca. 20 Lebensjahren vollkommen erfolglos, sogar erwartbar extrem schädlich für mein eigenes Wohlergehen. Es funktioniert in unserer Gesellschaft nach meiner Beobachtung weder im Privaten, im Kleinen, noch in einer theoretischen Vorarbeit, die einer erfolgreichen praktischen Umsetzung politischer Veränderung vorausgehen müsste, wenn ich das richtig sehe. Die Theorien der heute erfolgreichen Praktiken wurden vor mindestens 100 Jahren entwickelt und enthalten u. a. Strategien, andere Theorien erst gar nicht entstehen und schon gar nicht sich verbreiten zu lassen (z. B. Lippmanns “gatekeeper”). Auch dies hätte eine gegenläufige Theoriebildung zu berücksichtigen. Man kann mir gern aufzeigen, wo dies abseits meiner Äußerungen – hier erwähnt eine unveröffentlichte – schon geschehen wäre. Was mir aus linker Theoriebildung dazu bekannt ist – Negri/Hardt wären sicher einzubeziehen -, bildet nach meiner Kenntnis wesentliche relevante Faktoren aber gar nicht ab. Dies ist wiederum für mich eine Bestätigung des Erfolgs der von Ihnen hier angeklagten Agenda, wenn ich Sie richtig verstehe.)
      Mir fehlen in Ihrer Antwort – für deren Ausführlichkeit ich danke – dann noch folgende Kriterien und Ergänzungen:

      • Der sprachliche Ausdruck “Das Problem lösen” setzt voraus, dass es eine solche Lösung mit den von Ihnen genannten Prämissen gibt. Wir müssen zumindest für manche Zusammenhänge wohl leider entweder damit rechnen oder bereits einräumen, dass es dafür keine oder kaum durchführbare “Lösungen” gibt, oder? Die alten Griechen erfanden für dieses menschheitlich-weltliche Problem die theatralische Form der “Tragödie”, wenn ich mich nicht irre. (Allerdings verursacht heute schon jedes Kleinkind in Industrieländern Zerstörungen irgendwo fernab auf dem Erdball, was in den klassischen Stoffen wohl kaum schon thematisiert sein kann.)
      • Von linker Seite ist nach meinem Eindruck fast nur abstrakt von “Ausbeutung” und “Unterdrückung” die Rede. Die gibt es, und sie hat teils abscheuliche Ausprägungen. Es wäre vermutlich auch nicht so schwierig, in Coltan-Minen im Kongo bessere Arbeitsbedingungen zu schaffen. Vielleicht müssten wir pro Mobilfon dann ein paar Euro mehr zahlen. Vielleicht sollten ein paar Kinder auf Hochtechnologie verzichten, für die anderswo Sklavenarbeit verrichtet wird (verbunden mit der Frage, was bei geringerer Nachfrage am selben Ort im Kongo dann folgt). Komisch, dass ich das eigentlich nicht an erster Stelle auf der linken Agenda sehe, oder? (Es gibt sowas: https://www.pol-int.org/de/salon/oekologie-und-gerechtigkeit-ein-schwieriges-verhaeltnis-plde … Aber die ersten Suchergebnisse für “preis handy anheben gerechtigkeit afrika” handeln von leeren Akkus und digitalen Bezahlmethoden in Afrika, für die selbst solche Geräte hergestellt werden müssen … Wo und durch wessen technisches Genie? Mit welchem definierbaren Verhältnis von wirtschaftlichem Ausgleich zwischen menschlichen Akteuren?) Ist das vielleicht Bequemlichkeit und Feigheit mit tödlichen Folgen? Anpassung an rigoros egoistische und gedankenlose Publikumsinteressen sowie diejenigen ihrer Spender und Anzeigenkunden bei Politikern und Journalisten? – Wir sehen, dass Menschen hierzulande noch nicht einmal nachhaltig protestieren, wenn Paketboten extrem im Lohn gedrückt werden, denen sie selbst in die Augen schauen. Natürlich wird gegen Hunger gespendet, nicht selten von Menschen, die selbst wenig haben – aber das ist in der Vermittlung und Praxis teilweise wohl auch unter Aspekten von Betrug und Neusprech zu sehen.
      • Gibt es neben der “Ausbeutung” auch noch andere Faktoren, die Elend hervorbringen? Post ’68 ist eine bedingungslose Auslebung von Sexualität in Europa erstmals – allerdings wohl v. a. in medialen Trugbildern – so selbstverständlich geworden, dass sie pauschal selbst denjenigen zugestanden wird, die ggf. auch ohne jede äußere Intervention in ihrem Lebensraum Probleme hätten, alle Kinder zu ernähren, die sie zeugen. Warum gibt es nirgendwo – statt an erster Stelle – einen Appell, dass zur Vermeidung von Elend leider auch Triebverzicht gehört? (In ein paar katholischen Schulen in Afrika wird dies vermutlich gelehrt. Mit welchen Folgen?) Die Verteilung von Verhütungsmitteln aus anderen Kulturen scheint hier bisher keine Abhilfe zu schaffen. Ist Letzteres eine Folge von “Ausbeutung” und “Unterdrückung”?
      • “Solidarität” darf ebf. nicht zum Fetisch-Begriff werden. Wer als Leistungsträger durch sein Leben geht, muss leider auch feststellen, dass andere vieles nicht zu leisten imstande oder bereit sind. Solidarität kann nicht bedeuten, dass jemand bedingungslos die Früchte seiner Arbeit anderen zur Verfügung stellt. (Im Bereich geistiger Leistungen hat hierbei das Internet vollkommen neue Entwicklungen gezeitigt, die längst nicht abgeschlossen sind. Aber das ist ein anderes Thema – schon dies aber traut sich hierzulande kaum jemand substanziell anzusprechen. Obwohl es die eigenen Kinder etc. betrifft. Nur mal als realistische Bezugsgröße zu einer solchen Aushandlung erwähnt.) Diese Logik wird zwar in Industrieländern an erster Stelle im günstigen Fall durch Automatisierung durch einen funktionierenden Sozialstaat abgemildert. Mit der Folge von Arbeitslosigkeit in Billiglohnländern – die aufgrund von “Solidarität” dann wird kompensiert werden müssen? Aufgrund welchen philosophischen, politischen oder juristischen Arguments? Auf globaler Ebene muss allerdings noch unter weiteren Kriterien geklärt und angewendet werden, was “Solidarität” bedeuten muss oder sollte und anschließend in einer Weise bedeuten kann, ohne einem anderen philosophisch herleitbaren Grundprinzip, nämlich der “Gerechtigkeit”, zu widersprechen. (Die notwendige philosophische Diskussion ist mit diesen Begriffen freilich keineswegs am Ende.)

      Ich bitte auch zu registrieren, dass ich solche Äußerungen mit Klarnamen mache. Welchen Grund gibt es hier, für einen Kommentar keinen Klarnamen zu verwenden? Das betrifft ja bei weitem nicht alleine Sie. Für das gesellschaftliche Klima hat es nie gute Auswirkungen und bewirkt eben auch die Möglichkeit, sich beim Scheitern des eigenen Arguments einfach aus der Affäre zu ziehen. (Auf öffentlichen Podien habe ich meine Argumente hier noch nie gehört – dort werden ihre Vertreter in meiner Erfahrung niemals eingeladen. Seit der Sozialdemokratisierung der CDU herrscht dort im Wesentlichen ein gegenseitiges Sich-Bestätigen in Auffassungen, deren definitorische und praktische Grenzen ich hier aufzeige. Es ist eine Art Liturgie vermeintlich “humanistischer” Positionen daraus entstanden. Der mehrfach preigekrönte Henning Sußebach von der ZEIT reagierte unlängst einfach nur verdutzt, als ich ihn darauf hinwies, dass in seiner Zeitung einer ideologischen Agenda gefolgt wird. Dies zeigt mir, dass auch nach allen Theorie-Diskussionen der Linken über einen Begriff wie Ideologie, erst recht aber von Agenda-Setting nach Lippmann und Bernays schlichte Ahnungslosigkeit – in solchen Fällen also eigentlich Berufsunfähigkeit – herrscht. Größter Primitivismus ist mir bisher dahingehend bei Konservativen und Liberalen aufgefallen, die “ideologisch” mit “links” verwechseln – wohl eine der Ursachen grassierender geistiger Misere, wenn schon Grundbegriffe so verhunzt werden.)
      Dabei sind die hier aufscheinenden Forderungen eigentlich damit verbunden, sehr viele Menschen verbindend in die Pflicht für Veränderungen zu nehmen. Ist da ein Auftritt als Anonymus wirklich ein guter Anfang? Finde ich umso mehr schade, als hier wirklich argumentiert wird. Fühlen Sie sich bitte nicht so sehr direkt angegriffen, es sollte nur einmal gesagt sein und ist anderen gegenüber vielleicht mehr gerechtfertigt als bei Ihnen – ich kenne ja nicht einmal Ihren Namen.
      Diese neue Kultur der Heimlichkeit verhindert möglicherweise schon länger öffentliche Auseinandersetzungen, die dann an anderer Stelle zum Eskalieren bisher kaschierter Realitäten führen, die niemals in geeignetem Rahmen durchdiskutiert werden konnten. So ist es meine Beobachtung in vielen Teilaspekten.

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