Zu Ingo Badings Video “Der völkische Gedanke in der Weltgeschichte”

Man kann dies ein Best of Ingo Bading nennen. (Bitte nicht weitersagen, er würde den Ausdruck nicht mögen.) Für meinen Geschmack sollten nicht die Ludendorffs als theoretische Haupt-Referenz immerzu erwähnt werden … (Das kann man sich für ganz andere politische Haltungen und ihre Referenzen teilweise auch fragen.) Aber ich denke, selbst nicht jeder Historiker wird alles kennen, was hier angesprochen ist, v. a. nicht, wie es eingeordnet und zueinander ins Verhältnis gesetzt wird.

(Hier Ingo Badings eigener Beitrag mit Inhaltsverzeichnis des Videos.)

Das ist ein durchaus wertvolles aktuelles Dokument für die verfemte Geisteshaltung des Völkischen, die zwar für Linksintellektuelle einen Trigger für Gesprächsabbruch nach dem anderen liefert, in den Sachaussagen (wenn ich nichts überhört habe) aber eigentlich doch weitgehend nicht irgendwie anstößig ist. Es ist hier im Einzelnen fast nur Wissen, das im Mainstream heute nicht gefördert, d. h. nicht an Massen vermittelt wird.

Völkische Ideologien werden aber nicht nur von (jedenfalls Teilgruppen der) von Ingo thematisierten Juden, sondern auch von Moslems für ihre jeweilige ethnische Herkunft kultiviert, um das wohl demografisch wirksamste klarer konturierte Beispiel zu nennen. Völkisches Denken dürften in Mehrheiten alle größeren Zuwanderergruppen in Deutschland vertreten, wenn mich mein Eindruck nicht trügt. Von Journalisten wird so etwas aber nicht beschrieben – wohl eher, weil es nicht ihrem Weltbild und dem ihrer Arbeitgeber entspricht. Glauben Integrationisten ernsthaft, das verfliegt einfach und ist seinerseits irgendwie unproblematisch – eben für eine zunächst primär aufnehmende Gesellschaft?

Eine Frage für Zustimmung oder nicht ist, ob spezifisch “deutsche” Kultur-Inhalte überhaupt als solche wahrgenommen werden, ob das in irgendeiner Weise für notwendig gehalten wird. Dazu müsste sich eine Ablehnung eigentlich erstmal erklären – ich bin nicht sicher, ob das letztlich gelingt. Jedenfalls nicht dann, wenn die Alternative Kulturarmut oder -losigkeit genannt werden muss. Muss sie das? Und, wenn nicht, warum nicht?

Argumente über Ethnizität überhaupt und ggf. noch in Zusammenhang mit Intelligenz sind derzeit der Haupt-Trigger für Zurückweisung. Da zeigt sich aber auch, wie weit eine deutsche Öffentlichkeit von einem nicht übersetzten US-Bestseller wie “The Bell Curve” ist (1994, Autoren von der Harvard Universität, https://de.wikipedia.org/wiki/The_Bell_Curve).

Aus meinen sonstigen Äußerungen sollte auch hervorgehen, dass ich hier nicht alle notwendigen Antworten sehe: Es werden die schon gegebenen statistischen Verhältnisse diverser Herkünfte in Deutschland nicht thematisiert, ebensowenig allerlei Szenarien, von denen eines Wirklichkeit werden wird – aber nur als eine Form von Koexistenz diverser Herkünfte unter einem staatlichen Dach, das Deutschland, wohl eher aber sogar EU genannt werden wird.

Wenn man die völkische Position vertritt, wäre es immer notwendig, nicht die Multi-Ethnizität zu übergehen, in der sie sich selbst seit Jahrzehnten verortet, ob sie das will oder nicht. Diese wird nicht weichen. Sie wird – da die deutsche Geburten-Statistik sich auf wenig absehbare Zeit nicht sprunghaft verändern dürfte, wenn nichts absolut Außergewöhnliches geschieht – ja noch stärker werden.

Auch da ergeben sich dann zunächst inhaltliche Vorbehalte gegenüber diesem Video: Ich werde mir nicht den Tort antun, mich einfach mit der AfD zu identifizieren – aber natürlich ist das tagespolitische Hickhack, das Ingo hier einfach vom Tisch wischt, die notwendige Konsequenz aus irgendeinem weltanschaulichen Anspruch der hier angesprochenen Art. Sehr berechtigt aber sein Hinweis darauf, dass ganz elementare Debatten gar nicht mehr geführt werden – und ebf. eine Voraussetzung für politische und soziale Veränderungen wären, die abstrakt wohl sogar oft die meisten links und rechts im politischen Spektrum fordern.

Man kann von den völkischen Gegenübern in Deutschland nicht einfach Abstand nehmen, man wird ihnen einfach auf Dauer gegenüberstehen, wo sich keine echte Agglomeration zeigt. Wie solche – eben auch bei Zuwanderern wie in größter Zahl den Türken vorhandenen – Haltungen wirklich produktiv und sinnvoll miteinander zu vermitteln sind, vermag ich selbst aber nicht zu sagen. Und eingelöst sehe ich es derzeit nicht ernsthaft, halbwegs umfassend und nachhaltig.

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Daniel Hermsdorf

Verleger, Autor, Journalist bei filmdenken.de - Medienkritik, Verschwörungstheorie und Physiognomik

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7 Responses

  1. Anna Christina Sydonia Göler von Ravensburg sagt:

    Warum macht der Ingo Badig ständig Werbung für eine Sequenzierung der Gene bei irgendwelchen dubiosen Firmen (z.B. 23andMe, verstrickt mit Google)?
    Ich überlasse diesen Firmen doch nicht mein Genmaterial. Wahrscheinlich nutzen sie dieses Material für schwarzmagische Rituale. Ich spende auch kein Blut.

  2. Ingo Bading sagt:

    Ja, vor 150 Jahren glaubte man auch, die Eisenbahn wäre vom Teufel selbst erfunden. Und man sieht es doch heute noch. Erst neulich wieder als ich mit dem ICE fuhr, schleppte der Lokführer ein ganzes Schaf vorne in seine Führerkanzel, noch ganz lebendig!!!!! Der murkste das dort ab und feierte dort Orgien mit dem Teufel. Der ganze Zug schlingerte.

  3. Maria Regina Göler von Ravensburg sagt:

    @Ingo Bading

    Ich weiß nicht, ob sie vielleicht nicht doch auf einem Auge blind (Wissenschaftshörigkeit) sind und Magie verharmlosen. In anderen Ländern ist es Gang und Gäbe Handel mit Körperflüssigkeiten, Haaren und Fingernägeln zwecks magischer Handlungen zu betreiben. Alles fauler Zauber von primitiven rückständigen Menschen, die es nicht besser wissen, weil sie keine westliche Ausbildung erhalten habe? Wir werden sehen.

  4. Maria Regina Göler von Ravensburg sagt:

    Außerdem ist es ganz egal, was Mathilde Ludendorff zu dem Thema sagt (Stichwort: okkulte Verblödung). Diese Okkultisten begehen trotzdem satanische Verbrechen und ich möchte nicht, dass diese Leute Zugriff auf meinen Speichel bzw. DNA haben.

    • Diese Entscheidungen haben mich bei Ingo auch etwas gewundert. Allerdings verstehe ich die Neugier. Als naturwissenschaftlich Interessierter ist es heute die einzige Möglichkeit, solche avancierte Technik zu nutzen – indem man seine Daten dem großen Bruder anvertraut. Das ist keine einfache Lösung, sondern eine Güterabwägung. Ich würde darauf auch nicht so reagieren wie Ingo – es ist schon ein ernstes Problem, wie Sie sagen.

      • Anna Christina Sydonia Göler von Ravensburg sagt:

        Ich weiß auch nicht, warum Ingo Bading den unpassenden Vergleich mit der Eisenbahn bringt.
        Ich lehne diese DNA-Tests doch nicht per se ab, sondern möchte einfach nicht das mein Genmaterial in falsche Hände gelangt.
        Unabhängig davon, ob Okkultisten mit ihren Ritualen wirklich auf die Realität einwirken oder nicht. Ich verstehe nicht, warum Ingo Bading davon ausgeht, dass die Wissenschaft unberührt von dem Einfluss der Okkultisten sein soll. Sind in den Logen keine Naturwissenschaftler von Universitäten? Alles nur Priester?
        Auf die Verbindung zwischen moderner Astrologie und Vatikan (z.B. war der Vater der Urknalltheorie Georges Edouard Lemaître ein Jesuitenpriester) habe ich Ingo Bading schon einmal angesprochen, aber da hat er mich nur ausgelacht und mir unterstellt ich wäre gar keine Frau, sondern selbst ein Priester, der die Wissenschaft abschaffen will. Obwohl diese Informationen aus einem Vortrag von einem ehemaligen Universitätsdozenten und Urknallkritiker Jochen Kirchhoff stammen: https://youtu.be/bVTFIag7uUA

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