Satanistische #Korruption im #Fußball – #WM2006 #DFB #FIFA

Dass Fußball ein Sommermärchen sei, war schon seit langer Zeit nicht mehr glaubhaft. Dieser Profisport ist – wie andere – nicht nur Teil eines wesentlich auf kommerziellen Mechanismen basierenden Systems, sondern geht in Formen der Kriminalität und des Satanismus über. Die Vergabe der Fußball-WM 2006 soll auf die Zahlung von Bestechungsgeldern an FIFA-Funktionäre beruht haben. „Der Spiegel“ berichtet in seiner heutigen Ausgabe über den Fall. Die Kernaussage des Berichts lautet:

spiegel-wm2006-vergabe-dfb

Die Vergabe der Fußballweltmeisterschaft 2006 nach Deutschland war nach SPIEGEL-Informationen mutmaßlich gekauft. Das Bewerbungskomitee hatte eine schwarze Kasse eingerichtet, die der damalige Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus heimlich mit 10,3 Millionen Schweizer Franken gefüllt hatte – damals 13 Millionen D-Mark.
Eingeweiht waren allem Anschein nach der Chef des Bewerbungskomitees, Franz Beckenbauer, spätestens seit 2005 der heutige Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Wolfgang Niersbach, und weitere hochrangige Fußballfunktionäre.

Robert Louis-Dreyfus nun ist der verstorbene langjährige Geschäftspartner von Günter Netzer beim TV-Rechtevermarkter „Infront“. Auf diesen Hintergrund habe ich hier mehrfach hingewiesen, wie die Auftritte Netzers mit Moderator Gerhard Delling in der ARD Gegenstand von „Glotze fatal“ (2011) sind.

Den Aspekt der Bereicherung zwielichtiger Akteure betont mein Video zur Fußball-WM 2010 in Brasilien. Auf der Tonspur habe ich nicht manipuliert – es waren die damals vielbesprochenen Vuvuzelas, die wie die Heerscharen des Fliegenfürstes alles Hörbare untermalen (hier mein Beitrag dazu).

Schaut man sich das Video nach Lektüre der neuesten Berichte über den FIFA-Sumpf an, wird Netzers Bigotterie noch offensichtlicher. Wie schnell ein solches Unterhaltungs-Regime doch altert. In einem Jahr wie 2010 glaubte er wohl noch, sich und Seinesgleichen mit den immergleichen Sprüchen und Film-Angeboten bei Milliarden-Einnahmen ungestört über die Zeit retten zu können.

Meine Auswahl von Video-Zitaten hebt auch hervor, dass hier die TV-Beziehung Netzer-Delling in eine abgekühlte Phase übergegangen war. Mein früheres Video (entstanden 2006, gekürzt mein erster YouTube-Beitrag 2009) hob schwerpunktmäßig den unterschwelligen Spott Dellings und die sexuellen Suggestionen hervor, die bis zu einem möglicherweise absichtlich untergemischten Luststöhnen in der ARD-Sound-Kulisse während der Live-Sendung führten. Auch hier ging es schon um die Tatsache, dass Netzer sich als Vermarkter und Kommentator in einem schweren Rollenkonflikt befand, auf den Delling immer wieder anszuspielen scheint, wogegen sich Netzer ebenso indirekt und dabei selbstherrlich verwahrte.

In dem späteren Video wird der Ton dann schärfer. Es wirkt so, als warne Netzer Delling bei laufender Kamera davor, nicht „durchzudrehen“. Eine solche Gefahr besteht eben immer in einem mafiösen System, das auf Schweigen über die eigenen Strategien und, je nachdem, kriminellen Handlungen gründet. Und Letzteres wird nun in einer vorerst wohl nicht endenden Kette von Skandalen sichtbar.

Für die Nachwelt – so sie noch lesen kann – sind auch Wahrnehmung und Reaktion frühzeitiger Kritik an diesen Verhältnissen interessant. Während mein früheres Video heute gerade einmal 2873 Aufrufe verzeichnet, kletterte jenes zur WM 2010 auf 21.416. Das ist freilich nichts gegen Fußball-Einschaltquoten im Fernsehen. Ganz angeschaut hat das Video nur ein geringerer Teil der Besucher. Und die Wertungen erfolgten bisher erwartbar ganz im Dienst der Fußball-Könige, denen ihre Fans noch jede halbgare Produktion mit Freuden abnehmen: 25 gute gegenüber 62 schlechten Bewertungen.

dellings-letzter-netzer-statistik

Aus dieser Bereitschaft der Massen, das Schlechte gut und das Gute schlecht zu finden, zieht die Elite nach meiner Einschätzung die abgründigsten Konsequenzen. Die gesamte zugrundeliegende Dynamik der Massengesellschaft ist satanisch in solchen Verkehrungen.

Abgründig schon der Spott, der sich aus der ARD-Inszenierung um Netzer herauslesen ließ. In der Studio-Dekoration schien sich in gelber Farbe ein gefrorener Urin-Schwall von Delling auf Netzers stehende Figur zu ergießen:

delling-netzer-studio-deko1

Das passt bestens dazu, dass man 2012 zum DFB-Vorsitzenden Wolfgang Niersbach erwählte – produziert doch die menschliche Niere jenen gelblichen Bach, der aus uns allen irgendwann am Tag herausläuft. In der ARD plätscherte er formsymbolisch zu Netzers verbalen Verbrämungen der Zockereien um hochpreisige Spieler unter allerlei anderen verborgenen Gesetzen der Zunft.

Diese Zockereien sind das Gesellschaftsspiel für Milliardäre wie Robert Louis-Dreyfus, der mit Familie in der Liste reichster Franzosen auf Platz 7 geführt wird. Es sollte niemand meinen, es werde dabei in Kategorien von Freundschaft oder Heimat gedacht. Dass dem nicht so ist, bahnt sich im Schicksal der ‚Fußball-Nation‘ Deutschland gerade dramatisch an. Und dass es so kommt und wahrscheinlich nicht verhindert werden wird, hat mit dem Profi-Fußball in seiner jetzigen Form als Ablenkungsprogramm eine ganze Menge zu tun.

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Daniel Hermsdorf

Verleger, Autor, Journalist bei filmdenken.de - Medienkritik, Verschwörungstheorie und Physiognomik

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4 Responses

  1. Nobaddy sagt:

    Uns wer hat die Mannschaft aus Gahna, als sie mit dem Bus durch Kongo fuhren, zu mehr als der Hälfte liquidiert ?
    War angeblich ein Terroranschlag lokaler Gruppen! Pech gehabt, zur falschen Zeit am falschen Ort ?!

  2. Peter Hallonen sagt:

    Geht es bei der Aufdeckung des Zustandekommens der Fußball-WM in Deutschland 2006 nicht im Besonderen um das Ansehen dieses Landes? Einige Kommentatoren schrieben diesem Ereignis zu, Deutschland nach Jahren des “kranken Manns in Europa” wieder zu einem positiven Bild in der Welt verholfen und überdies das hierzulande unterentwickelte Nationalgefühl beflügelt zu haben. 2006 ist auch das Jahr, in dem nach Jahren der wirtschaftlichen Stagnation und der bis auf 5 Millionen angestiegenen Arbeitslosigkeit ein messbarer Aufschwung begann, der in Folge von Finanz- (ab 2007/08) und Eurokrise (ab 2010) heute zu einer wirtschaftlichen Sonderstellung dieses Landes in Europa führt. Beides, sowohl die relative wirtschaftliche Stärke als auch das gestiegene Ansehen Deutschlands, tragen wohl wesentlich zum Ausmaß der derzeitigen Zuwanderung speziell in dieses Land bei. Noch vor zehn Jahren gab es daher eher andere Zielländer der Zuwanderung, besonders die früheren Kolonialmächte.

    Wenn nun bereits wenige Wochen nach der erstmaligen Zuspitzung der Flüchtlingskrise das Ansehen Deutschlands in der Welt geschädigt wird, ist das bemerkenswert. Hinzu kommt ein zweites Ereignis, das nicht nur unser Image, sondern auch potenziell unsere wirtschaftliche Stärke bedroht: der VW-Skandal.

    • Das wäre nochmal ein eigenes Thema für einen Artikel. Ich selbst habe für die herrschende Fußball-Kultur so wenig Sympathien, dass mir die Desillusionierung Irregeleiteter nur recht wäre. Dass die Affäre ernsthafte Auswirkungen auf die Begeisterungsfähigkeit von Betrunkenen hätte, hoffe ich aber nicht auf der realistischen Ebene.

  3. Ich persönlich bin der Meinung, dass der Fifa-Skandal mit Israel zu tun hat, und mit der WM-Vergabe an Russland.
    http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2015/05/ist-der-fifa-skandal-wegen-israel.html

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