Derrick – Die zweite #NSU-Spur

Die Beschreibung verborgener Symbolik ist ja immer wieder angewiesen auf den kumulativen Nachweis – Beispiele in Serie, immer dasselbe Muster. – Wer an meinen Hinweisen im Beitrag über predictive programming zu 9/11 und dem NSU in den ZDF-Serien „Der Kommissar“ (1969-1976) und „Derrick“ (1974-1998) zweifelt, kann bei Bedarf hier einer weiteren Spur mit mir folgen.

Mein neuer Recherche-Gang begann bei dem Namen des V-Mannes im NSU-Komplex: Thomas Richter (1974-2014) alias „Corelli“.

Er starb im April 2014 mutmaßlich an einer unerkannten natürlichen Diabetes, auch wenn Fremdeinwirkung (Vergiftung) nicht auszuschließen ist.

Der Name Corelli verweist historisch als Erstes und lexikografisch Bekanntestes auf Arcangelo Corelli (1653-1713), einen italienischen Komponisten.

Ich dachte natürlich an den Kontext der TV-Serien von Autor Herbert Reinecker, aber mehr forcierte ich es nicht (etwa durch Ansehen von Darstellern der Serie), dass mir nach einer Weile der Schauspieler Winfried Glatzeder vor das innere Auge trat. Er spielte in drei „Derrick“-Folgen mit: „Die Kälte des Lebens“ (178, 1989, R: Helmuth Ashley), „Gesicht hinter der Scheibe“ (238, 1994, R: Dietrich Haugk – als junger Mann der letzte Nachrichtensprecher des Dritten Reichs) und „Mitternachtssolo“ (254, 1995, R: Helmuth Ashley).

Die Ähnlichkeit zu Corelli schmälert der Vergleich der Nase, die bei Corelli deutlich länger ausfällt. Was dafür spricht, muss ohnehin jeder selbst betrachten: kräftige Kieferknochen, ein längliches Binnenschema im hohen Kopf, markante Labialfalten, geschwungene Lippen, Parallelen wie Abweichungen in Form, Größe und Abstand der Augen, keine größeren Differenzen in den Brauen.

Den NSU-Terroristen Uwe Mundlos würde ich nie direkt neben den historischen Corelli einreihen. Aber mit Glatzeder als Übergang in einer Morphing-Reihe lässt sich dies für mich denken. Dazu noch eine grafische Vereinfachung der vorigen Bilderreihe:

Eine starke typologische Vergleichbarkeit lässt sich auch an biologischen Verwandten gegenprüfen. So kann man es in diesem Fall mit Winfried Glatzeders Sohn, dem Schauspieler Robert Glatzeder:

Die Verbindung Corelli-Glatzeder erforderte es also, drei „Derrick“-Folgen abermals in Augenschein zu nehmen. Darin zeigten sich weitere Auffälligkeiten – der Übereinstimmung von ZDF-Serie und dem späteren Geschehen um den NSU, dessen Beginn mit dem Schluss der TV-Serie datiert wird (1998).

In „Die Kälte des Lebens“ …

… beginnt bei 39:40 Min. die zweite Szene Winfried Glatzeders in der Reinecker-Serie mit den Worten:

Was wird da rumgezeigt? Fantombilder von den Tätern? Moment mal … Bring die Weiber raus!

So spricht der Zuhälter Bareck.

Wer zeigt die rum? Ja … Ja … Und wer ist da drauf auf den Bildern? Jaja, ich hab verstanden, ja.

Daraufhin fragt er seine beiden Handlanger, ob sie von jemand gesehen worden seien, als sie den konkurrierenden Zuhälter Rossner umbrachten. Mit dem NSU-Szenario stimmt darin das Tatschema eines Mörder-Duos überein. Und auch die Rede über Fantombilder ist hier nicht nur so allgemein, wie bei Krimi-Serien und realen Kriminalfällen nunmal gegeben. Denn die Fahndungsbilder der NSU-Täter tauchten in zwei TV-Serien, dem ARD-„Tatort“ (2001) und in „Küstenwache“ (ZDF, 2004), auf, bevor der Fall in der Öffentlichkeit richtig hochkam.

In „Die Kälte des Lebens“ ist 1989 eine der Hauptfiguren Libeta Hinz (Tushka Bergen), eine Prostituierte. Sie hat eine deutliche schematische Ähnlichkeit (Proportionen / räumliche Abstände von Augen-Nase-Mund) mit der knapp ein Jahrzehnt später auftretenden NSU-Angehörigen Beate Zschäpe:

Libeta ist Zeugin des Mordes an Rossner, will aber zunächst aus Angst nicht aussagen und wird selbst bedroht. Ihre Ermordung durch Bareck kann schließlich nur knapp verhindert werden. Bareck wird dabei erschossen.

Das weitere Vergleichsbild zeigt Muriel Baumeister als Monika Zeller in „Gesicht hinter der Scheibe“. Sie ist kein deutliches Double für die beiden anderen Frauen. Allerdings hat ihr ebenmäßiges Gesicht vergleichbare Proportionen, nur in der Breite gestaucht (siehe Bild-Doublette rechts in der vorigen Reihe). (Eine solche Art von Ähnlichkeit über Verzerrung habe ich schon für die drei zentralen NSU-Mitglieder diskutiert.)

Hier nun zeigt sich eine Parallele der TV-Serien-Handlung zu den spezifischen NSU-Ereignissen: Ab 44:20 Min. geht es in „Gesicht hinter der Scheibe“ um die Tatwaffe, die der dem Opfer befreundete Adrian Scholl (Philipp Moog) an sich genommen hat – um Ermittlungen zu dem von ihm entdeckten Selbstmord Monikas herbeizuführen. Der Suizid ist als Konsequenz aus der Vergewaltigung durch die Glatzeder-Figur Kubanke zu deuten.

Im Namen „Kubanke“ liegt, nebenbei bemerkt, eine eindeutige Referenz auf die kabbalistische Freimaurer-Symbolik des Kubus vor. In einem solchen wird Monika auch in einem mit Adrian gedrehten künstlerischen Video (eine Prüfungsarbeit) gezeigt:

In „Mitternachtssolo“ hängt ein Plakat mit der Aufschrift „Party Würfel“ neben Werbungen für „Miss Germany“, „Fetisch und Kult“ und „Lack & Leder Modenschau“. (Schauspielerin Susanne Uhlen trägt zu Beginn der Folge eine schwarz-weiße Lackleder-Kombination.)

Eine Schusswaffe der Marke „Ceska“ ist es ja, die als wanderndes Objekt zwischen Kriminellen, Geheimdienstlern und Terroristen die reale NSU-Mordserie ballistisch zusammenhält. Alternative Erklärungen nicht ausreichend bewiesener Taten betreffen noch weitere Besitzer und Täter (wie hier schon referenziert). „Wikipedia“:

Abgesehen von den Tatwaffen, Tatorten, der Handelstätigkeit und dem Einwanderungshintergrund der Opfer fanden die Sonderkommissionen der Polizei keine Zusammenhänge oder Querverbindungen zwischen den Opfern oder den Verbrechen. Es war für sie in keinem Fall ein opferbezogenes Motiv erkennbar.

In der ersten besprochenen Folge ist es ja eine Hauptdarstellerin mit Vornamen Tushka, die an die Lautfolge „Ceska“ erinnert. Auch wenn dies nur ein Anklang ist, so fällt Tushka als ungewöhnlicher Vorname der in London geborenen Schauspielerin auf. Es ist hier ein weiteres Indiz für Vorauswissen und -planungen; oder nachträgliche Bezugnahmen von irgendeiner Seite auf die TV-Serie.

Die dritte „Derrick“-Folge mit Glatzeder, „Mitternachtssolo“, enthält abermals die besondere Betonung einer Pistole als Mordwaffe, die hier auf eher unglaubwürdige Weise von der Hand des Nachtclub-Besitzers Benjamin Prasko (Winfried Glatzeder) in jene des Nachtwächters Thomas Randel (Udo Samel) gelangt, der ihn anschließend damit umso besser erpressen kann (9:24 Min.).

Nur durch die für eine Führungskraft eines Nachtclubs unerwartete Übergabe der Waffe wird jener Handlungsstrang in Gang gesetzt, dem folgend Kubankes Frau Inge (Susanne Uhlen) in Randels Privatwohnung versucht, die Waffe wiederzufinden, bis schließlich Prasko selbst nachrückt. Als er schließlich – abermals völlig unbedacht über die Folgen – übereilt versucht, Randel zu erschießen (was er zu Beginn hätte tun können, bevor die Polizei alle genannten Personen schon mehrfach befragt hat und nun vor der Haustür steht), springt Inge in die Schussbahn und verstirbt.

Der letzte Satz der Folge, den Randel mit der Toten in seinen Armen spricht, ist aus meiner augenblicklichen Sicht kaum erklärbar:

Die Wahrheit. Sie hat die Wahrheit gesagt.

Damit ist hier zunächst verständlich nur betont, dass mit Inge Prasko gleichsam die Wahrheit erschossen worden sei. Ihr letztes Wort ist ein einziges in dieser Szene:

Nicht!

Randel vergöttert die Frau des Zuhälters. Erst nutzt er ihre Abhängigkeit, um sich von ihr eine treusorgende Ehefrau vorspielen und morgens Kaffee ans Bett bringen zu lassen. Später geht Inge jedoch auf den täppischen Mann ein und findet ihn offensichtlich wirklich sympathisch. Es wäre anhand der Szenen sogar vorzustellen, dass sie mit ihm eine Beziehung begonnen hätte.

Gegenüber Inge wie auch Derrick bekundet Randel, sein Leben lang einsam gewesen zu sein. Im Gespräch mit dem Oberinspektor bei einem Spaziergang (46:17 Min.) kommt es, nebenbei bemerkt, zu einer der wenigen realistischen Filmszenen seit 1895, in der Randel eine mit heute noch laufender weiterer Ausbreitung von Single-Haushalten etablierte Lebenshaltung formuliert. Sie hat sich mit der Einsamkeit arrangiert und bedeutet ein Jeder-für-sich-an-erster-Stelle. Der Folgen-Titel „Mitternachtssolo“ betont diese Einsamkeit, bezogen auf ein nächtliches Geschehen des ganz allein seinen Dienst tuenden Wach- und Schließdienstlers. In seiner lügnerischen Version der Mordnacht bemerkt er selbst immer nur stoisch, es sei besonders „still“ gewesen. – Es ist all dies ein Gegenbild zu dem, was Autor Reinecker mit seinen Idealen im Nationalsozialismus verband: lebendige und gerechte Sozialität, Solidarität in Familie und Volk. Diese Mordgeschichten waren permanente Notate einer aus seiner recht eindeutigen Sicht psychosozial verfallenden Welt.

In „Mitternachtssolo“ schließt sich auch noch ein Kreis der Verweise mit der Figur des Nachtclub-Mitarbeiters Gus Doppler (Michael Zittel). Wenn am Anfang dieser Verweiskette ein physiognomisches Doppel des Komponisten Corelli steht, so liegt abschließend die Dopplung im Wortsinn des Namens einer Figur, die in einem mit lauter Musik von Tonträgern beschallten Setting arbeitet.

Bei ihm ist mit Blick auf den NSU zudem ein doppelter Bezug anzugeben:

Stärkere typologische Ähnlichkeit hat Darsteller Zittel mit Ralf Wohlleben, der als in München wegen Beihilfe Verurteilter neben Beate Zschäpe die öffentliche Hauptrolle im NSU-Prozess 2013-18 spielte. V-Mann Corelli / Thomas Richter trägt auf mehreren der wenigen Fotos eine Sonnenbrille. Seine Augen stehen breiter auseinander als die der beiden anderen Vergleichspersonen.

Merkmale eines Fantombildes aus der frühesten zitierten „Derrick“-Folge, „Die Kälte des Lebens“ (1989), können bei V-Mann, Terrorist und Serien-Schauspieler in „Mitternachtssolo“ (1995, Rollenname „Doppler“) aufgefunden werden. Das Bild wird angefertigt nach Angaben der Figur Libeta, deren Darstellerin Tushka Bergen große biometrische Ähnlichkeit zu Beate Zschäpe aufweist (s. o.).

Das im vorigen Beitrag anhand einer 1970er Folge von Reineckers Vorgänger-Serie „Der Kommissar“ diskutierte Auto-Nummernschild „M-SU“ findet sich 1995 auch in der letzten Glatzeder-Folge, „Mitternachtssolo“:

Davor parkt Inge mit ihrem schwarzen Mercedes ein. Es hat ebf. ein Münchener Nummernschild, „M-NC 233“.

Darin sind zwei der wichtigsten Okkult-Zahlen, 23 und 33, enthalten. („NC“ bedeutet als geläufigste Abkürzung im Deutschen „Numerus Clausus“ – dies sei hier nicht weiter diskutiert.)

Was lässt sich hier zusammenfassen?

In den erfolgreichsten ZDF-Serien vor 2000 finden sich Bilder, Handlungselemente, Symbole und Physiognomien, die auf den NSU-Komplex beziehbar sind. Die Handlungen, die sich in zwei von drei Fällen auf eine Pistole beziehen, betreffen eine Tatwaffe, die vorläufig entwendet wurde, um eine Mord-Ermittlung in Gang zu setzen (eine ziemlich einzigartige Kriminalhandlung, wie mir scheint); und eine Tatwaffe, die ohne Not (also unrealistischerweise und deshalb für einen Krimi ebf. ungewöhnlich) einem Dritten übergeben und anschließend mühselig zurückgeholt wird, um dann, abermals im Affekt, einen zweiten Mord zu begehen, der nahezu sicher zur Verhaftung als Täter führen muss. In der frühesten Folge klingt im Namen einer Schauspielerin, Tushka, das Waffen-Fabrikat Ceska an. (Die letzte von Reinecker begonnene Serie heißt „Siska“, 1998-2008.) Ermittlungstechnik des Fantombildes wird ausführlich gezeigt und verweist auf eine andere Serienfolge. Verweisketten springen von Namen zu Namen, von dort zu Gesichtern und zu anderen Gesichtern, vom Gesicht zum Rollennamen als Bezeichnung einer Gestaltungstechnik (‚Dopplung‘). Dabei lassen sich diese Zusammenhänge in einem sehr begrenzten Kontext auffinden.

Es sind dies Abstrusitäten, auf die man in Reinecker-Drehbüchern achten muss. Hier entsprechen sie durchaus Umständen, die bei wohl allen Beobachtern der NSU-Ermittlungen nichts anderes als Stirnrunzeln hervorrufen konnten: Taten scheinbar ohne Motiv; eine Mordwaffe, die den Besitzer wechselt; riskante, teilweise unplausible Tatverläufe und Zeugenaussagen; (Verdacht auf) Milieu-Morde; Frauen als schweigende Mitwissende; Selbstmorde, die (vielleicht) eigentlich keine sind; Zeugen werden bedroht und sollen ermordet werden. Wo Tushka nur an Ceska erinnert und ein Fantombild vielleicht eine Jahre später auftretende Serien-Figur vorwegnimmt, die realen Personen entspricht und „Doppler“ heißt, hießen die beiden realen NSU-Haupttäter mit identischem Vornamen Uwe.

Als „Derrick“-Zuseher fallen einem weitere Folgen-Titel ein. In „Kaffee mit Beate“ (46, 1978) betont Figur Beate ihre Unschuld, obwohl von ihr verteilte Weinbrandbohnen tödliches Gift enthielten. Inspektor Harry Klein mietet sich als V-Mann in ihrer WG ein und beginnt eine Affäre mit ihr (analog zu Liebschaften der Zschäpe mit beiden Uwes – die allerdings bisher nicht als Polizei-Agenten gesehen werden). Und: „Das seltsame Leben des Herrn Richter“ (120, 1984) – kein seltener Name, aber eben der, der im NSU als Thomas Richter den Decknamen „Corelli“ trug. In „Derrick“ führt Richter ein Doppelleben und verursacht Einbrüche immer nach demselben Schema (siehe diesen Beitrag zum AfD-Kontext).

Ob das etwas am Bild des realen NSU-Komplexes ändert, bleibt vorläufig offen. Bei einer Sperrfrist für Akten von 120 Jahren könnte vorerst für betreffende Asservate jede Sachklärung juristisch unmöglich geworden sein, wo sie noch nicht vorliegt. Es bleibt daneben noch die Frage, was solche TV-Bilder wirklich besagen (können). Sie würden in diesem hypothetischen Fall eine andere Geschichte erzählen, zu der hier Anhaltspunkte gegeben sind. Zum Beispiel die Geschichte einer Tat, die als eine andere ausgegeben wird, um eine Ermittlung in Gang zu setzen, bei der es um eine Pistole geht. Aber es wäre abermals zunächst nach Verursacher-Prinzipien und Strategien beteiligter Geheimdienste zu fragen.

Anlass zu neuerlichen Revisionen bieten jedenfalls Zwischenfazits wie das von Stefan Aust (Deutschlandfunk, 24.04.2018):

Und man muss in der Tat sagen, dass die Beweise dafür, dass Beate Zschäpe tatsächlich Mittäterin ist, wirklich nicht besonders überzeugend sind. Es gibt keine Beweise dafür, dass sie an irgendeinem Tatort gewesen ist.

Irgendein letztes Wort kann dazu hier nicht zu sprechen sein.

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Daniel Hermsdorf

Verleger, Autor, Journalist bei filmdenken.de - Medienkritik, Verschwörungstheorie und Physiognomik

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2 Responses

  1. Maria Regina Göler von Ravensburg sagt:

    Wow, das ist wirklich ein Hammer! 😀

    Ich sollte mir mal Derrick genauer anschauen. Ich bin wohl zu jung, denn ich kann mich nicht erinnern, dass jemals geschaut zu haben. Komisch, dass das ZDF sich weigert die Folgen zu wiederholen.

    Dieser Dieter Reinecke hatte doch auch eine nationalsozialistische Vergangenheit. Was ist da das wirkliche Problem mit Horst Tappert?

    • Der nächste Schritt der Verhöhnung einer desinformierten Öffentlichkeit war es, nach seinem Tod die SS-Zugehörigkeit von Horst Tappert öffentlich zu machen. Verhöhnung deshalb, weil es schon in den Jahrzehnten seiner aktiven Zeit sehr viel zu fragen gegeben hätte betr. dieser Vergangenheiten der Macher. Außer drei anderen Publizisten und mir (in zwei Schüben in einer Fachzeitschrift und einem Uni-Seminar) tat dies aber niemand. So läuft es eigentlich überall: Statt sich den wesentlichen – und auch komplizierten – Fragen zu stellen und diese differenziert aufzuarbeiten, geht es nur um personalisierte Scheingefechte mit einem eindeutigen Gut-Böse-Schema, in Tapperts Fall dann ‚SS = böse‘. (Über individuelle Schuld kann man immer noch streiten, aber wir wissen nichts Genaues, nur, dass Tapperts Division auch an Selektionen beteiligt gewesen sein soll.) Darauf folgte die Beendigung der endlosen Wiederholungs-TV-Ausstrahlung in Frankreich und den Niederlanden. Danach gefragt, was wir über Jahrzehnte gesehen haben, wird abermals nicht. Das ist für mich Zeichen einer institutionalisierten Kulturlosigkeit, die auch in allen anderen Sachfragen so verfährt. Und manchmal hat es dann oft deutlicher sichtbare schädliche Auswirkungen (wenn es um soziale, wirtschaftliche, ökologische Fragen geht).

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