Oliver #Janich und die “Panik in #Hollywood”



Wenn ich ein solches Video von Oliver Janich (“Panik in Hollywood: Stars sterben wie die Fliegen”) anschaue, wechseln sich Gedanken ab über das primäre Thema (die verkommene Unterhaltungsbranche der US-amerikanischen Westküste), die Notwendigkeit und Machbarkeit einer solchen journalistischen Gegenkultur und spezifische Aspekte des Engagements von Janich.

Ich hatte mich hier (nicht aus persönlichen Gründen, sondern nur, weil es in der Hitze des Netzes noch eine andere Fehlerkultur geben muss als die von ihm als “Untermenschen” gescholtenen Trolle) zu Janich zuletzt wiederholt kritisch geäußert. Das bedeutet aber nicht, dass ich solche Kommentare wie diesen hier nicht notwendiger fände als 98 % der ‘Kultur-Berichterstattung’ über Hollywood.

In der Essenz lautet das für mich: (Wenigstens) einer muss es machen, und Janich macht es immerhin. Da werden sich redaktionelle Schnösel in den Augstein-&-Sonstwas-Vereinen amüsieren über den auf den Philippinen schwitzenden Janich, der vom besser bezahlten Journalisten zum Bücher-schreibenden Video-Blogger wurde und sich immer krasser positioniert und positionieren muss, wenn er im Bildersturm wahrgenommen werden will.

Es ist ein Dilemma, aber – für jeden denkenden Nicht-Pädophilen, Lustmörder etc. – eigentlich die erste Pflicht, als Einzelkämpfer, und sei es eben mit den begrenzten Mitteln einer Webcam und den immerhin ansatzweise recherchierbaren Datenspuren von Vergewaltigern, Mördern und Satanisten in der allüberall promoteten medialen Traumwelt, das Publikum immer und immer wieder zu agitieren – in der Hoffnung, dass noch ein paar mehr aufwachen aus jenem Alptraum, den sie bisher kaum oder gar nicht als solchen erkannten.

Ich selbst möchte hier auf der inhaltlichen Ebene (neben meinem häufigeren Schweigen über Monate) abermals eher kryptisch bleiben – denn das, was ich hierzu zu sagen hätte, hat Leser bisher immer am wenigsten interessiert. Man könnte noch Einiges auf der Indizien-Ebene ergänzen, was in genau jene Richtung weist, die auch Janich hier aufzeigt etwa zu dem Oscar-prämierten Freddie-Mercury-Darsteller Rami Malek.



So ein Mann ist auf allen Ebenen als Okkultsymbol inszeniert. Um das zu verstehen, bedarf es allerdings systematischer Arbeit und Präsentation.

Sorry – da wäre es an Ihnen, zu sagen: Wer dankt einem das – außer den ganz wenigen (die es gibt) und den vielen, die dafür nicht mal einem feuchten Händedruck übrig haben, geschweige denn das, was sie an anderer Stelle im Überfluss zu haben scheinen?

Man schaue sich Malek doch mal mit Bewusstsein an: Wer hier einen “Oscar” erhielt, wirkt doch eigentlich die ganze Zeit so, als wäre ihm selbst nicht ganz klar, wie er eigentlich zu dieser Rolle gekommen ist, oder? Zu allem Überfluss wissen wir als Zuschauer ja, wie die ‘wahre’ Geschichte endete.

Das Schiefe, Abgeschmackte, Bittere ist das, was mich persönlich daran noch interessiert – einen langen Spielfilm über eine Band, von der ich passenderweise allenfalls “Another one bites the dust” hören mag, würde ich mir aus freien Stücken nicht antun wollen. Deshalb verbleiben in meiner Wahrnehmung nur die Fotos eines hochgespielten Knatterchargen, der eine Knattercharge spielt. Und der gläubige Feuilletonist sinkt zum Gebet auf die Knie oder tut wenigstens so, damit Augstein & Co irgendwo hinkönnen mit ihrem Zaster.

“Bohemian Rhapsody” ist zwar keine begnadete, aber doch eine sehenswerte Annäherung an Freddie Mercurys Passionsweg […] Der Rest ist zwar sehenswert, aber stets vorhersehbar. […] Der erste Plattenvertrag, die erste Plattenaufnahme, der erste BBC Auftritt (Playback zum Verdruss der Musiker), die erste Amerikatournee, der erste Fernfahrersex auf einem Autobahnraststättenklo.

https://www.freitag.de/autoren/jamal-tuschick/ein-stueck-vom-himmel

So weit, so lustig. Wenn Sie mehr davon möchten, schauen Sie sich’s eben an. Und abonnieren Sie den “Freitag”, damit Sie auch in Zukunft nichts verpassen.

Alles Weitere daran ist, wie wir sehen, nicht nur auf die gut wahrnehmbare Weise kokainartig überdreht und fies, sondern für Beteiligte und wohl auch das eine oder andere unbeteiligte Kind, das ihnen über den Weg läuft, tödlich. (Augstein schweigt hierzu beharrlich, er trifft lieber Blome und widmet sich dem eigentlich Relevanten. Es geht einfach nicht anders, verstehen Sie doch. Das müssen Sie doch verstehen.)

Tut mir leid, aber da ist mir Janich tatsächlich lieber, auch wenn er zum Meta-Journalismus der Presseschau des Grauens verdammt ist.

Nochmal zurück zu meiner eigenen Perspektive, die ich (im Gegensatz zum schon Vorhandenen, bisher wenig Beachteten) dazu eben nur nochmal allgemein andeuten möchte: Das Bestürzende der Todes- und Gewaltkulturen, die sich im Zentrum dieses Medienzirkus ereignen, ist begleitet von einem Okkult-Programm, das zu den für Beobachter im Außen wenigen Les- und Fassbaren gehört. Man dürfte darauf nicht verzichten, wollte man im Diskurs weiterkommen. Janichs Format (mit seinen kritisierbaren Randerscheinungen der Keiferei gegen Trolle, die aber sicherlich die Hauptschuldigen an dieser sind) würde das sprengen.

Wer sich aber (spätestens:) als Wissenschaftler einem solchen Sujet näherte und dann sowas wie ‘Historisierung von Popkultur’, ‘Queerness’, Hyperrealismus oder was immer des bisher Gängigen und neuerlich Ausgerufenen … und nichts Anderes des von Janich und hier von mir nochmal Genannten sähe … den wird irgendwann wohl jener Teufel holen, den Janich schon deutlich sichtbar an die Wand malt.

Noch Fragen – Herr Augstein, Herr Blome, all die anderen Mitläufer (und sei es durch Unterlassung) einer schauderhaften (Haftgründe reichlich liefernden) Vergangenheit, die wir schon als solche erkennen? – Ach, ich vergaß, man hatte Wichtigeres zu tun und weiß eben besser, wie ‘das’ geht, völlig klar, wie konnte ich? Sie haben ja so Recht.

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Daniel Hermsdorf

Verleger, Autor, Journalist bei filmdenken.de - Medienkritik, Verschwörungstheorie und Physiognomik

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1 Response

  1. l2012ucas sagt:

    Zum plötzlichen Tod des The Prodigy-Frontmanns Keith Flint fiel mir der kürzlich gestartete Horrorfilm mit dem Titel “The Prodigy” auf, der gewisse ästhetische Ähnlichkeiten mit Musikvideos des Künstlers zu haben scheint. Auch ist wieder mal eine Augensymbolik wahrzunehmen. Das Motiv von außergewöhnlichen okkulten Fähigkeiten zieht sich auch durch andere fast gleichnamige Filme.

    https://www.metal-hammer.de/the-prodigy-frontmann-keith-flint-ist-gestorben-1176185/
    https://en.wikipedia.org/wiki/The_Prodigy_(film)
    https://www.youtube.com/watch?v=rmHDhAohJlQ
    https://www.youtube.com/watch?v=TgXl0s8ks78
    https://www.youtube.com/watch?v=W-MVHZQHrWw

    Darüber hinaus sah ich gewisse mögliche Parallelen zwischen der Handlung und der Hauptprotagonistin des letzten Tatorts und dem realen, seit Wochen von den Medien begleiteten, Fall “Rebecca”. Auch optisch gibt es durchaus eine Ähnlichkeit. Der Name Rebecca kann im hebräischen Kontext “festbinden”, aber auch “die Liebe” bedeuten, was im Zuge ihrer möglichen Internetbekanntschaft und dem Lolita-Phänomen im Film Fragen aufwirft. Eine Flucht, eine Entführung oder doch ein Verbrechen? Wieso diese enorme mediale Aufmerksamkeit und der durchschlagenden Erfolg des Tatorts. Wird hier eine sich im Land grundsätzlich verbreitende Angst um junge Mädchen und Frauen getriggert, die vermehrt z.B. Opfer der gescheiterten Migrationspolitik werden, wie kürzlich wieder in Worms geschehen.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Tatort:_F%C3%BCr_immer_und_dich
    https://www.daserste.de/unterhaltung/krimi/tatort/sendung/fuer-immer-und-dich-100.html
    https://www.focus.de/panorama/welt/nach-interview-mit-der-familie-war-mordkommission-nicht-bekannt-polizei-aeussert-sich-zu-rebeccas-internetbekanntschaft_id_10453405.html
    https://www.elterngeld.de/rebecca/#gref
    https://www.epochtimes.de/blaulicht/panik-vor-trauergottesdienst-fuer-ermordete-cynthia-in-worms-allahu-akbar-extremist-im-altarraum-der-kirche-a2818779.html

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