Deeskalation zur #Kriminalität der #Flüchtlinge – #SokoAsyl

In keinem größeren Medium ist den Berichten seit gestern zu entgehen: Braunschweiger Kripo-Chef Ulf Küch hat das Buch „Soko Asyl“ geschrieben:

Er differenziert in seinem Buch sehr eindeutig und stellt immer wieder klar, dass es sich, im Vergleich zur Masse der Flüchtlinge, nur um eine sehr kleine Anzahl von Kriminellen handelt, die gerade einmal 1,5 Prozent ausmachen.

Es handelt sich hier um Zahlen aus der Stadt Braunschweig, basierend auf den 40.000 Menschen, die dort im vergangenen Jahr Asyl beantragten. Dabei fallen die Ergebnisse zu verschiedenen Nationalitäten der Asyl-Beantragenden sehr unterschiedlich aus:

Während nur 0,5 Prozent der Syrer als Verdächtige auffielen, waren es 40 Prozent der Flüchtlinge aus dem Maghreb. Im selben Ausmaß begingen demnach nur Bosnier und Montenegriner Straftaten.

Ein weiterer Beitrag ist leider nicht frei abrufbar bei der „Gifhorner Rundschau“ (01.02.2016): „Küch fordert Fingerabdruck jedes Flüchtlings“.

Der Kripo-Chef Ulf Küch kritisiert chaotische Zustände bei der Registrierung. Und er beschreibt, dass Flüchtlinge nicht krimineller sind als Deutsche.

Die Autorin des zuerst verlinkten Beitrags im „Deutschlandfunk“, Eleni Klotsikas, berichtet ebenfalls am 01.02.2016:

Auch der Berliner Oberstaatsanwalt Ralph Knispel ist häufig mit Straftätern konfrontiert, deren wahre Identität er gar nicht kennt. Er beklagt, dass Polizisten viel zu selten Fingerabdrücke von Straftätern nehmen. Denn damit könnten Zweifel über die Identität von Straftätern leichter ausgeräumt werden. So hat er es oft nur mit Angaben zu tun, die der Täter über sich selbst gemacht hat und die mitunter falsch sind:
„Wenn Daten bereits bei der Polizei falsch sind und Personalangaben – dann wird die Staatsanwaltschaft das mit Nichten aufzudecken vermögen.“

Halten wir also fest, dass Ulf Küch gerade noch die ungenügend stattfindende Erfassung von Fingerabdrücken einfordert, gleichzeitig aber schon statistische Entwarnung gibt. Sollte sie zutreffend sein, würde das sicherlich Mehrheiten ehrlich freuen.

Aus Presseberichten resümiert „Staseve Aktuell“ (14.01.2016):

Zwischen Januar und November 2015 wurden 186.235 Straftaten von Zuwanderern begangen, wie die „Bild“-Zeitung aus dem bislang unveröffentlichten BKA-Bericht zitiert. Im Vergleich zu 2014 ist diese Zahl damit um etwa 70.000, also um ca. 40 Prozent, angestiegen. Bei offiziell rund 800.000 Asylsuchenden im vergangenen Jahr ist dieser Anstieg jedoch proportional nicht hoch. Allerdings fehlen hier noch die Zahlen für den Dezember 2015.

Man fragt sich, ob neben Erfassungsschwierigkeiten auch noch einzelne Tatbeteiligungen gewertet werden, so die Teilnahme an Massen-Schlägereien. (Küchs Buch liegt mir nicht vor, sorry.) Hierfür ist schwer, eine Zahl zu schätzen. Wer die deutschlandweit im Netz erscheinenden Meldungen täglich durchsieht, hat subjektiv den Eindruck, dass es mindestens ein Großereignis, oft jedoch mehrere pro Tag sind. Da wird mal von 370, mal von 300 oder 100 Beteiligten geschrieben. Bevor hier für ein Jahr halbwegs verlässliche Zahlen vorliegen, kann man nur einmal beispielhaft rechnen, dass bei 100 Beteiligten an Schlägereien in Flüchtlingsheimen 2015 pro Tag dann 36.500 Beteiligte insgesamt zu verzeichnen wären. In dieser (nach oben, weniger nach unten) sehr groben Schätzung wären dies dann bei den am heutigen Datum erwarteten 1,3 Mio. Zuwanderern dieses Jahres insgesamt 2,8 % Beteiligte. Dies wäre nur ein Teil, aber ein bedeutender, der Gewaltbilanz.

Der Vergleich muss ungerecht sein, da die Bedingungen in Flüchtlingsunterkünften wahrlich keine günstigen sind. Registrierte Körperverletzungen (nicht identisch mit jedweder Beteiligung an einer Schlägerei) lagen 2015 in Deutschland bei 0,65 % der Gesamtbevölkerung. Gut Faktor 4 trennt also beide Zahlen voneinander – wenn die grobe Schätzung nicht zu vorteilhaft ist.

Das kann man nur als einen Anhaltspunkt geben. Ich spare hier einmal eine Aufzählung von weiteren Kriminalitäts-Aspekten und Unsicherheits-Faktoren, die bei den Asylsuchenden zu nennen wären. Potenzielle Terroristen werden sich unter ihnen befinden. Allein zu dieser besonders akuten Gefahr (weil im Zweifelsfall mit vielen Opfern verbunden) ist derzeit unter Pressemeldungen keine klare Linie zu ersehen. Die „tagesschau“ (22.12.2015) beruhigt:

„IS-Kämpfer haben den Flüchtlingsstrom als Deckungsraum überhaupt nicht nötig, wenn sie im Besitz derartiger Dokumente sind, weil ihnen dann ganz andere Möglichkeiten offen stehen. Das, was jetzt stattfindet, ist auch ein Teil der IS-Kampagne, um eben die große Masse der Flüchtlinge in Misskredit zu bringen.“
[…] Vor allem aber braucht es ein geschlossenes Datensystem, das alle ankommenden Flüchtlinge zuverlässig erfasst.

Auch darin ist schon ein Stück Absichtserklärung der Rückkehr zur Normalität, keine Entwarnung oder auch nur verlässliche Bestandsaufnahme. Auf „Telepolis“ (15.12.2015) klingt dies etwa zur Frage gefälschter Pässe dementsprechend anders:

Angesichts der täglich mehreren Tausend Flüchtlinge, die seit Anfang September bis etwa Ende November in Deutschland angekommen sind, ist das eine spärliche Grundlage für Hochrechnungen, zumal bekannt ist, dass die Behörden mit der Bearbeitung der Personalien überfordert waren, allein schon bei der Registrierung, und die Prüfung der Herkunft auch im BAMF ziemlich rasch und oberflächlich vonstatten ging […].
Der Bundesregierung liegen „zur Frage von Fälschungen oder Manipulationen bei Identitätsdokumenten von Flüchtlingen keine validen Zahlen vor“, kommentiert die Linken-Abgeordnete Ulla Jelpke die Antwort der Bundesregierung.

Ulf Küch will das aber für Braunschweig schon so genau durchgerechnet haben, dass es als recht definitiv und repräsentativ gelten soll.

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Daniel Hermsdorf

Verleger, Autor, Journalist bei filmdenken.de - Medienkritik, Verschwörungstheorie und Physiognomik

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5 Responses

  1. Auch aktuell wird die Beschwichtigung, Terroristen nutzten den Flüchtlingsstatus nicht als Tarnung, widerlegt:

    Der 35-Jährige, den die Polizei als Hauptverdächtigen in Attendorn festnahm, soll laut Sicherheitskreisen als Flüchtling getarnt über die Balkanroute nach Europa und Deutschland eingereist sein. Der mutmaßliche Islamist war kein Unbekannter, sondern den Behörden offenbar als ein überzeugter Dschihadist bekannt. Der Algerier wurde bereits per internationalem Haftbefehl von den algerischen Behörden gesucht.
    http://www.derwesten.de/politik/polizei-fahndet-in-asylheim-im-sauerland-nach-islamisten-id11526059.html

  2. Alfred sagt:

    Nicht nur der IS ist hier sondern auch Shiitische und Alawitische Kämpfer und Kopfabschneider!Einer davon hat in Finnland sogar im TV Werbung dafür gemacht das noch mehr Asylanten kommen dürfen….dann tauchste von ihm ein Foto auf in dem er stolz einen Kopf in der Hand hält!

    http://mvlehti.net/2016/01/18/finnish-yle-aired-a-live-show-to-promote-refugee-immigration-with-a-terrorist-in-it/

  3. Norbert Schulz sagt:

    Also nur mit Nichten,aber nicht mit Neffen.Das ist ja eine offene Diskriminierung der Männer.Und das Wort Grundlage ist immer noch weiblich,sodass „ein “ hier falsch ist.

  4. Peter Hallonen sagt:

    Problematisch an einer solchen statistischen Entwarnung ist, dass sie nichts über die zu befürchtende allgemeine Entwicklung der inneren Sicherheitslage aussagt. Nach übereinstimmenden Berichten über Polizeiarbeit ist diese zunehmend in der Überwachung von Flüchtlingsunterkünften gebunden – das sind häufig reine Objektschutz-Einsätze, die unabhängig von tatsächlich anfallenden Straftaten entstehen. Durch auf diese Weise allgemein abnehmende Polizeipräsenz in der Fläche ist also mittelfristig eine Zunahme der allgemeinen (Nicht-Flüchtlings-)Kriminalität zu befürchten, die allerdings kausal mit der Flüchtlingskrise zusammenhängt. Hier werden dann Statistiken wieder einmal nicht weiterhelfen oder möglicherweise sogar verfälscht werden – nach der Devise „Es ist ja gar nicht die Flüchtlingskriminalität, die (proportional) ansteigt oder zu hoch ist, sondern die Kriminalität der Deutschen oder anderer Zuwanderer.“

    Zudem gibt es noch eine zeitliche Komponente, die Anlass zu Befürchtung gibt. Nach Aussage eines einmal in einer Talkrunde interviewten Heimleiters würde es ungefähr ein halbes Jahr dauern, bis es zu einem „Lagerkoller“ kommt und in der Folge Auseinandersetzungen in den Unterkünften zunehmen. Ein großer Teil der derzeitigen Asylbewerber lebt noch kein halbes Jahr in Deutschland. Wenn es in diesem Jahr nicht gelingt, eine kritische Masse an Asylbewerbern innerhalb des Asylverfahrens weiterzubringen, sei es dass diese als Erfolgserlebnisse einen Fortschritt innerhalb des Verfahrens (Anhörungstermine, Bewilligung des Asylstatus, Familiennachzug) oder eine Verbesserung der Wohnsituation haben werden, sind vermehrt Ausschreitungen zu befürchten. Ein geringerer Teil der Flüchtlinge wird sich womöglich, wie jetzt bereits vereinzelt berichtet, aus Enttäuschung freiwillig aus Deutschland verabschieden – der andere, größere könnte jene Stimmung entwickeln, die letztlich schon zum Ausbruch des sogenannten „Arabischen Frühlings“ geführt hat.

    All diese Konfliktsituationen würden selbst dann entstehen, wenn im März der Zuwanderung ein Riegel vorgeschoben würde. Aber auch das ist ja offenbar mitnichten in der Planung, geht man ja im „Merkel-Umfeld“ davon aus, dass Deutschland dieses Jahr eine weitere Million Asylbewerber verkraften kann. Ob das auch die Polizei so sieht, die sich dann mit einer fast doppelt so hohen Anzahl an zu bewachenden Asylbewerberunterkünften konfrontiert sieht? Wie sehen eigentlich die polizeiinternen Formen des Widerstands aus, der auch verantwortliche Innenminister zum Handeln zwingt und diesen Druck an wirklich verantwortliche politische Ebenen weiterleitet?

  5. healer sagt:

    Tja, der Herr Küch….ich nenn ihn mal Sandmännchen….er streut uns Sand in die Augen.
    Das ganze wird schlagartig ad Absurdum geführt, wenn man sich vergegenwärtigt, dass sich seine statistischen Werte nur auf
    VERURTEILUNGEN beziehen. Und wie wir ja alle wissen, findet bei unseren zugereisten Freunden häufig nicht mal Anklagen statt.
    Bockmist dieses Buch.

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