#Trailer: „The Hateful Eight“ – #Symbolik #Kino #thehatefuleight

Was Schnee auf dem Bildschirm bedeutet, wissen die Älteren unter uns noch. In Quentin Tarantinos neuem Kino-Film „The Hateful Eight“ gibt es reichlich davon, wie schon der Trailer zeigt:

Diese Vorschau gibt uns bereits Einblick in ein paar Symboliken, mit denen der Regisseur hier aufwartet. Mir fielen als erstes die gelben Revers von Samuel Jacksons Figur Major Marquis Warren auf:

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Das traf sich damit, dass ich im Rahmen der Arbeit an „Saturn Hitler“ Bilder des Hofmalers Franz von Lenbach anschaute, so ein Porträt des preußischen Kaisers Wilhelm I. (1886/87). Lenbachs Arbeiten sind Chefsache, er war ein Maler-Star seiner Zeit, was sein Protagonist hier unmissverständlich verdeutlicht.

Kaiser Wilhelm (ein begeisterter Freimaurer) trägt auffällige rote Revers anstelle der gelben, wie wir sie jetzt im Kino sehen können. Ich zeige im Buch, welche Finessen sich in Bildern von Lenbach und anderen aus jener Zeit verbergen. Sie deuten auf eine lange vorausschauende okkultistisch inspirierte Perspektive hin.

Dass Tarantino das Kostüm eines deutschen Kaisers als Vorbild gewählt haben könnte, wird dadurch plausibler, dass sich eine weitere Form in beiden Bildern doppelt: der ausladende Schnurrbart des Monarchen hat seine Entsprechung in den Hörnern eines Tierschädels hoch an der Wand.

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In der Okkultsymbolik ist der gehörnte Baphomet aus Éliphas Lévis „Dogme et Rituel de la Haute Magie“ (1854) sicherlich ein Allgemeinplatz – aber gerade deshalb immer wieder bemüht. Schon das obige Vorschaubild des Trailers zeigt die Jackson-Figur mit erhobenen Armen und zwei Revolvern in der einen Hand. Der ganze Körper wie auch die beiden spiegelbildlich emporragenden Revolver-Griffe kann als eine doppelt verschachtelte Form-Analogie des gehörnten Kopfes des Baphomet gelesen werden.

Die Farbe Rot steht in der Freimaurerei für die schottischen Hochgrade – mit denen Wilhelm in Preußen formell nichts zu tun gehabt haben dürfte. Des weiteren lässt sich assoziieren die nach einem roten Schild umbenannte jüdische Bankiers-Familie Rothschild, die auch das Haus Hohenzollern mitfinanzierte. Ihrem Netzwerk aus Banken war in Preußen nicht zu entgehen. Sollte dieses symbolische Spiel also hierauf ein Hinweis sein – eine Verwandlung des Rothschildschen Rots in ein Gelb, das (wie schon im Judenhut) über Jahrhunderte eine Signalfarbe des Judentums war?

Eine solche politische Lesart müsste man dann an Tarantinos Western-Plot einmal überprüfen. Und sich von Samuel Jackson in seiner Rolle schon im Trailer fragen lassen: „Start seeing pictures, ainʼt ya?“

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Daniel Hermsdorf

Verleger, Autor, Journalist bei filmdenken.de - Medienkritik, Verschwörungstheorie und Physiognomik

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6 Responses

  1. mario sagt:

    hmmm… habe den film bereits an weihnachten im original gesehen…und bin im übrigen ein liebhaber des tarantino kinos. ich muss ehrlich sagen das mir in tarantinos filmen die typische okkultsymbolik aus hollywood eher selten bis garnicht unterkommt… solche symbolik wird für mich immer dann plausibel wenn sie gehäuft und/oder in entsprechendem kontext auftaucht (nicht ironisch). beides kann ich in tarantinos filmen nicht erkennen. es kann aber nat. auch sein das, entsprechend seiner filme, die symbolik deutlich subtiler daher kommt, vom filmischen intellekt her wäre es ihm zuzutrauen.

  2. mario sagt:

    ja, so gesehen ist wohl was drann… wobei ich es zunehmend schwieriger finde zu unterscheiden wer symbolik nur als populäre zeichen nutzt und sich anhängt und wer sie wirklich meint. okkultsymbolik ist pop(o)kultur. man schaue sich nur mtv an. oder disnyes „gravity falls“… ich bin mir nicht immer sicher wie ernst so etwas zu nehmen ist. wobei genau dieses auch die intension oder zielsetzung sein kann… aber es ist nicht jeder ein aleister crowley oder david bowie…

    aber es stimmt schon… wenn tarantino symbolik einsetzt ist definitiv davon auszugehen das er ganz genau weis was dies bedeutet und für wen.

  3. otB4 sagt:

    “ Die Ganzkörper-Pose als Gehörnter bleibt auch davon unbenommen – und spricht für ein okkultsymbolisches Engagement, dem hier nachgespürt sein sollte.“ Ich möchte mich ihnen anschliessen. Die Pose ist für mich eindeutig. Allerdings bin ich etwas ratlos. Wen will der Regisseur damit ansprechen? Wer ist der Adressat? Auf mich wirkt der Einbau dieser Pose albern und unangenehm. Naja, ich sehe mir den film bestimmt nicht an.

  4. l2012ucas sagt:

    „The Hateful Eight“ hat sicher noch einige andere Bedeutungen. Mir viel der Titel auch auf, und ich assoziierte ihn sofort mit der umgedrehten 8, also dem Unendlichkeitszeichen, dem loop, der Zeit an sich, die, wie vielfach im Verlauf des Films, zum Tod führen muss. Es gibt jedoch noch viele weitere mögliche Interpretationen.

    https://gnosticwarrior.com/number-8.html

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