Das Rätsel der Bildungslücken – #Medienkritik

Dass man in einer Welt stark wachsender Mengen von Wissensinhalten problemlos die Dauer der Schulausbildung um ein Jahr reduzieren könnte, schien mir schon bei der Einführung dieser Regelung in Deutschland wenig plausibel. Bildungspolitiker scheinen die zu sein, die erst durch schlechte Erfahrungen lernen müssen, statt etwas im Vorhinein gründlich zu durchdenken. Das heißt, auch dann haben sie wohl eher Lernschwierigkeiten:

„Die Kenntnisse mancher Erstsemester in Mathe oder Rechtschreibung sind katastrophal“, sagte Prof. Marcus Baumann, Chef der Landesrektoren der Fachhochschulen, am Mittwoch im Landtag. Viele Studenten seien schon mit den „einfachsten und trivialsten Dingen“ überfordert. […]
„Das Problem ist vielmehr, dass die Schülerschaft heute viel heterogener ist als vor einigen Jahrzehnten“, so van Ackeren. Mittlerweile besuche etwa die Hälfte eines Altersjahrgangs ein Gymnasium. Darauf müssten sich die Hochschulen mehr einstellen und mit passgenauen Angeboten die Studienanfänger unterstützen. „Das ist heute ein Auftrag von Hochschulen. Wir können nicht mehr so elitär denken.“
http://www.derwesten.de/politik/campus-karriere/unis-beklagen-katastrophale-wissensluecken-bei-schulabgaengern-id12308014.html

Wenn Isabell van Ackeren, Bildungswissenschaftlerin und Prorektorin an der Uni Duisburg-Essen, wüsste, was “elitär” ist … Auch das kann ich hier nicht erkennen. Es geht immerhin um Rechtschreibung u. Ä. Was absehbar ist, ist eine erweiterte institutionalisierte Aufschieberitis.

Eines der wenigen echten Hilfsmittel wäre Medienkritik. Denn statt Grundrechenarten und Kommaregeln schon gelernt zu haben, wenn sie an Hochschulen kommen, gelangt heute in die Köpfe der Jüngeren wohl jede Menge Ablenkung via Smartphone und Computer. Es sind viele Millionen von Stunden sich verschlechternder beliebter TV-Programme (gerade für Jüngere), sinnlosester Internet-Videos und inhaltsarmer Computerspiele, die jeden Realitätsbezug entbehren und gegenüber früheren Jahrzehnten einen echten kulturellen Abstieg bedeuten.

Das lässt sich von Politikerseite nicht als Erfolgsmeldung verkaufen. Deshalb wird diese Stümperei mit enervierenden und schädlichen Folgen für alle wohl noch länger weitergehen. Natürlich wird auch der Aspekte des Multikulturalismus und der Bildungsferne von Mehrheiten Zugewanderter, wo es geht, beschwiegen.

Wo finden sich denn die finanziell gut aufgestellten Befürworter von Reformen, die diesen Entwicklungen etwas entgegensetzen wollen? – Öffentliche Angebote zu Medienkritik und der Erarbeitung wirkungsvoller gesellschaftlicher Reformen sind in Deutschland nach meiner Beobachtung de facto inexistent. Falls Sie sich angesprochen fühlen, gibt es auf dieser Website hier einen Kontakt. Ich warte seit 12 Jahren.

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Daniel Hermsdorf

Verleger, Autor, Journalist bei filmdenken.de - Medienkritik, Verschwörungstheorie und Physiognomik

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