#Kabbala und #Saturn bei noicon (2/2) – #Symbolik

Hier geht es weiter mit der kleinen Werkschau mit Videos von noicon zu Kabbala und Saturn-Symbolik (hier Teil 1). Ein zweiteiliges Video über „Ursprünge“ rekapituliert an Einführungsliteratur die mythologischen Ursprünge des Saturn-Kultes. Er geht auf die frühen Hochkulturen von Mesopotamien, etwa der Sumerer und Phönizier zurück.

Neben Saturn als Gegenstand der Astrologie verbindet sich dieser als höchster angesehene Stern mit weiteren Symboliken. Schon in der ersten Folge habe ich eine Übersicht gezeigt, die ich zu noicons Videos erstellt habe:

saturn-symbole

Der Blog-Titel „noicon101“ nimmt eine Chiffre auf, die als Zahlenfolge 101 dargestellt werden kann. In erster Linie sind es jedoch die beiden Säulen links und rechts des Tempels, wie ihn als Jachin und Boas auch die Freimaurer verehren. In der Mitte befindet sich in dieser besonderen Version noch ein drittes Element, verallgemeinert gesagt ein runder (Planeten-)Körper. Ich halte hier einmal fest, dass eine religionswissenschaftliche Analyse gründlicher zu klären hat, inwiefern hier auch verschiedene Formen kultischer Verehrung nicht nur des Saturn, sonder auch der Sonne adressiert sind. Es hängt im mystischen Denken und Okkultismus vieles mit vielem zu sammen, aber auch nicht alles mit allem.

Der Saturn verbindet sich also einer ganzen Reihe grundlegender Vorstellungen und Symbole. Der Kubus als elementares dreidimensionales Gebilde ist eine Vorstellung, die in der jüdischen Kabbala entwickelt wird („Sefer Jetzira“). Im ersten Beitrag wurde schon in den Videos auf das Schwarz als Farbe von Kultgegenständen und der traditionellen Kleidung am Sabbat beim Gang in den Tempel gesprochen. Das Saturn-Sigill ist ein weiteres abstraktes Zeichen. Es taucht z. B. in Agrippa von Nettesheims „Die magischen Werke“ (1530) auf. Der kabbalistische Lebensbaum, wie er für Mystiker und Magier über die Jahrhunderte bedeutsam wurde (siehe auch die Erläuterungen hier im ersten Video), wird in vielerlei Kontexten neu ausgedeutet. Dabei werden den zehn heiligen Zahlen 1-10 neben hebräischen Buchstaben auch elementare Phänomene zugeordnet. Eine astrologische Zuordnung setzt dann den Saturn mit der 3 gleich, hebräisch bezeichnet mit „Binah“. In den Videos von noicon sieht man, dass ihr in dieser jüdisch geprägten Mystik nicht zuletzt ‚das Weibliche‘, der Uterus zugeordnet ist.

In den frühgeschichtlichen Kultformen sind es – entsprechend der hierarchisch am höchsten stehenden Position des Saturn – Vorstellungen des höchsten oder eigentlichen Gottes. Er erhielt im Judentum neben der Buchstabenfolge JHWH die Bezeichnung „Elohim“. Auch die Kurzform „El“ bedeutet im Hebräischen „Gott“, weshalb noicon immer wieder diese kurze Silbe aus Wörtern herausfiltert. Im Verlauf der Geschichte erfuhr auch der Gott Baal/Bel eine Gleichsetzung mit Chronos Saturn, weshalb dann der Name des einen stets auf den anderen verweisen kann.

Schließlich ist in den betreffenden Kultformen der gehörnte Bulle zum verehrten Tier geworden, der dadurch dem Gott symbolisch gleichgesetzt wurde. Hörner oder die sprachliche Bezeichnung des Tieres wie engl. bull können so Hinweise auf den versteckten Saturn-Kult sein, der in allerlei Bild-Inszenierungen oder auch Werbe-Slogans und Markenzeichen platziert ist.

Eine umfangreiche Aufarbeitung, die Religionswissenschaftler bisher versäumten (obwohl der Staat sie hierfür bezahlt), leistet also etwa noicon. Abschließend ein Beispiel aus der Playlist „BINAH SATURN ELOHIM“ mit 96 Teilen auf seinem „YouTube“-Channel:

Hier zum ersten Teil des Beitrags.

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Daniel Hermsdorf

Verleger, Autor, Journalist bei filmdenken.de - Medienkritik, Verschwörungstheorie und Physiognomik

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4 Responses

  1. otB4 sagt:

    Noicon zeigt die inflationäre Verwendung von Symbolen aus dem okkulten-religiösen Bereich. Das ist schon beeindruckend. Meine Meinung dazu: die globale Werbeindustrie verwendet diese Zeichen analog wie die amerikanische Filmindustrie die Tiefenpsychologie C.G.Jungs. Mit Erfolg. Ich glaube daher nicht, daß bei den „Verwendern“ ein Bewußtsein oder eine Wahrnehmung oder Differenzierung dieser Inhalte stattfindet. Die „Verwendung“ magischer oder okkulter Inhalte ( christlich-jüdisch-islamisch-freimauerisch) wird rein nach ökonomischen Maßstäben, also der Gewinnmaximierung, durchgeführt. Banal. Diese Symbole und Bilder ziehen bei den Menschen Aufmerksamkeit auf sich. Das merkt auch der dümmste und skrupelloseste Werbestratege. Aus dem reichen Fundus der okkulten Vorstellungen ist da leicht was zusammengeschustert. Es gibt aber auch die Verwendung im Bereich der Machtausübung. Das ist zu unterscheiden. Auch dieses Feld menschlicher Umtriebe bedient sich der tradierten okkulten Überlieferung. Das häßlichste Beispiel ist das world trade center memorial. Unübersehbar und grundhäßlich werden die schwarzen Kuben in einem räumlichen Kunststück vorgeführt. Auch noch doppelt. Nihilismus pur. Darüber wäre viel zu erörtern.
    Am Schluß: Was soll der ganze „okkulte Aufwand“ wenn die gleichen Symbole für die Werbung von Handys und Lippenstiften als auch für ein Totendenkmal wie beim world trade center memorial verwendet werden. Nicht wirklich überzeugend.

    • Zum einen fangen wir doch gerade erst an, das zu katalogisieren. Danach folgen Verallgemeinerungen und Theoriebildungen. Man sieht, dass Kulturwissenschaft (sowie reflektierende Öffentlichkeiten) dafür bisher blind waren – oder sie pflegen wabernde indirekte Diskurse, die bei einer empirischen Überprüfung und klaren Begriffsbildung die Sache allenfalls teilweise treffen – dabei höchstens Eliten-Interessen schützen und sich antidemokratisch verhalten.
      Ja, diese Symbole ziehen sich durch alle kulturellen Bereiche. Man kann da vielleicht Luhmanns Begriff der „symbolischen Generalisierung“ verwenden – auch wenn er ihn nie verständlich und ausführlich an solchen Beispielen erklärt hat und wohl auch hätte, wenn sie ihm bekannt gewesen sein sollten.
      Hier gibt es jede Menge Klärungsbedarf.
      „Nicht wirklich überzeugend“? – Das System funktioniert für reicher werdende Dezile doch bisher recht effizient. Es führt nur zu immer stärkeren Krisen-Phänomenen und impliziert vielleicht auch vernichtende Lösungen für allerlei Gruppierungen und Teile der Gesellschaft. Deshalb ist ein Verständnis dafür für recht viele sogar eine Überlebensfrage.

      • otB4 sagt:

        Die Film- und Webeindustrie glaubt aus dem schwarzen Quader heraus für uns Normalbürger Bilder , Vorstellungen, Phantasien und Wünsche zu schaffen. Also Manipulation pur. Der kommerzielle Erfolg gibt diesem Netzwerk recht. Der schwarze Quader oder das schwarze Quadrat ist so etwas wie ein Erkennungszeichen. Es wird wirkich oft dargestellt. Die Film- und Medienindustrie glaubt sich also in der „Black Box“ und sendet daraus ihre „Weisheiten“ und „Botschaften“ ( Manchmal auch nur einfach Mist). Mich erinnert diese Verwendung des schwarzen Quaders an die Zauberkästen meiner Kindheit, also an Tricks und Betrug mit allerlei Hockuspokus. Das schwarze Quadrat ist ein Zeichen der Leere und Beziehungslosigkeit und negiert die ungeheuere Vielfalt und den Reichtum der mit uns entstandenen Welt. Damit auch die Mitexistenz der mit uns gewordenen Wesenheiten, ich meine die Vielfalt des Planeten und die Tiere und Pflanzen als unsere Wegbegleiter in unserem Leid und unserer Freude. Das schwarze Quadrat ist Zeichen der Verachtung diese kreatürlichen Welt.

  2. otB4 sagt:

    Ihr Hinweis auf noicon ist sehr gut. Habe mir einige Videos von noicom angesehen. Was ich pfiffig finde ist das dämliche aber entlarvende Hintergrundgedudele. Da muß ich wirklich immer sehr lachen. Sie haben recht, daß noicon eigentlich Aufklärungsarbeit leistet die von den Religionswissenschaftlern der Hochschulen kommen müsste. ZB von den vielen theologischen Hochschullehrstühlen. Es sollte untersucht werden warum von dort nichts kommt.
    Daß sich bis heute Geheimgesellschaften etc mit diesen von Ihnen und noicon vorgeführten Inhalten „aufladen“ ist eine Tatsache und bald überall zu beobachten ( schwarzer Kubus…). Scheinbar brauchen bestimmte Kreise diese Aufladung durch diese tradierte Bilder- oder Symbolsprache. Ich bin der Meinung, daß diese „Sprache“ mißbraucht wird ( ist sie wirklich so wirkmächtig oder bilden sich ihre Benutzer das nur ein weil sie Unterstützung ihrer Machtphantasien und Egoismen brauchen?). Darin liegt das gefährliche dieser Verflechtungen und Symbole.

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