Okkultsymbolik und Machtpolitik – #Antisemitismus / Protokolle der Weisen von Zion

Voilà: das zweite Zusatz-Video zu meinem neuen Buch „Okkultsymbolik und Machtpolitik“ (hier zum Info mit allen Videos). Das Buch ist jetzt über meinen Webshop, den Buchhandel und amazon erhältlich.

Ich nehme darin ergänzend Stellung zu ein paar Grundfragen, die das Judentum in meiner Argumentation betreffen. Es ist nicht alles so einfach, wie eine antisemitische Rhetorik sich das macht. Es ist aber auch nicht alles in dem Sinne kompliziert, dass Problematiken innerhalb der jüdischen Lehre nicht benannt werden könnten.

In meinem Buch wird ausführlicher erklärt, wie spezifisch jüdische Ideologien zu Begriffen der Verschwörung stehen; außerdem, in welchem Verhältnis das Judentum als Religion zur Mystik der aus ihr hervorgegangenen Geheimlehre der Kabbala steht. Diese ist ein zentraler Bestandteil der Esoterik etwa in der Freimaurer-Tradition. Aber auch zahlreiche Angebote in der gegenwärtigen Esoterik-Kultur bedienen sich der Ideen und Begriffe kabbalistischer Prägung.

Ein Streitapfel in vielen Debatten sind in diesem Kontext die „Protokolle der Weisen von Zion“ (1903), jener mysteriöse Text, dessen Urheber vielleicht nie geklärt werden können. Er spricht laufend „Juden“ als Hauptverantwortliche einer allumfassenden Verschwörung an und ist deshalb in Deutschland als Volksverhetzung verboten. Zugleich stellt er aber eine einzigartige Sammlung von Ideen dar, wie Verschwörungen funktionieren. Nicht zuletzt eine Verschwörungspraxis in modernen Massen- und Mediengesellschaften sind dabei das Thema. Eine Debatte über Verschwörungstheorie kommt deshalb an diesem Quellentext nicht vorbei.

Antisemitismus respektive Antijudaismus sind nach 1945 zu Kampfbegriffen geworden, die ungebrochen als Instrument in der politischen Debatte funktionieren. Das wurde zu den Büchern eines Norman Finkelstein zuletzt ausführlicher diskutiert. Geändert hat sich jedoch nichts. Ohne einen direkten Bezug spielt der Schuld-Komplex, der in Deutschland nach der Nazi-Zeit mit allem Jüdischen in Verbindung gebracht wird, auch in der aktuellen Debatte über die Verpflichtungen Deutschlands in der Flüchtlings-Krise eine Rolle.

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Daniel Hermsdorf

Verleger, Autor, Journalist bei filmdenken.de - Medienkritik, Verschwörungstheorie und Physiognomik

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3 Responses

  1. rap sagt:

    Die „Protokolle der Weisen“ von Zion sind wohl, neben Fälschung, gleich eine doppelte! „false flag operation“.

    Angebliche „Hebräer“ sollen alles dies beschriebene (was ja tatsächlich passiert) angeblich im Auftrag ihres „Nationaldämons JHWH“ tun.

    Aber: erstmal haßt der biblische JHWH alle die in den „Protokollen“ beschriebenen Strategien (kann man in der Bibel leicht nachlesen, Heimtücke ist Sünde, wie lügen, stehlen etc etc) und weiterhin sind wohl die (aus Sicht der „Aufgeklärten“ auch „zurückgebliebenen“) religiösen Juden (damals Ostjuden) wohl die Gruppierung die am wenigsten die Weltherrschaft an sich reißen wollen (Satanisten sind sie wegen der Kabbala natürlich trotzdem, die widerspricht 5. Mose 18,9-14 in jeder Hinsicht).
    Da haben wohl diverse Gruppierungen (die Auftraggeber der Protokolle) ein „großes Brandopfer“ gebraucht (und bekommen, siehe auch die Probleme… der Religiösen mit den Zionisten auf derisraelit.org, hier werden sogar Aussagen der Rechten bestätigt, zuerst Warenboykotte in den USA etc, etc etc etc) um Palästina zu bekommen (zum „jewish comonwealth“ siehe auch die Reden von Benjamin Freedman 1961).

    Nach der Bibel (zB Daniel 7 und Offenbarung) steuern wir mittelfristig auf die Weltdiktatur des „Antichristen“ zu.
    Nach Offenbarung 11 wird er zuerst in Jerusalem auftreten (das Tier das aus dem Abgrund aufsteigt und Mose und Elia tötet).

    Zum „selbstkonstruierten Gott“: zB.. Daniel 9,24ff hat sich zu 100% erfüllt. Und das ohne die geringste Chance für „vaticinium ex eventu“.
    Der „Gesalbte“ aus Vers 26 wird 30/31 .n. Chr. hingerichtet (die „70 Jahrwochen“ sind „Inklusivzählung“… sie enden 70 n. Chr mit der 2. Zerstörung Jerusalems samt Tempel durch Titus, quasi Shoah Nr.2).
    Und der „Rest“ hat stark mit Gessius Florus 🙁 („das Gräuel das auf Flügeln kommt“ waren die römischen Reichsadler auf den Standarten) zu tun.

    Daniel 2 und 7, so wie die Offenbarung, zeigen genau die aktuellen weltgeschichtlichen Vorgänge.
    Das letzte, 7. böse Weltreich war und ist „Europa“. Wie die „Füße“ in Daniel 2, die 10 Hörner in Daniel 7 (das erste der 3 „herausgerissenen Hörner“ war/ist Deutschland) und Off 17. Etc etc.
    Seit grob 1900 sind wir voll in der biblischen „Endzeit“. Siegel Nr 2 (Offenbarung 6,3ff) waren die beiden Weltkriege.

    „Posaune 6“ wird der 3. Weltkrieg werden. Er wird im Irak starten (was könnte plausibler sein? 🙁 ) und konventionell sein (man erkennt Geschütze und Raketen).

    Die Herrschaft des Antichristen samt falschem Propheten (Off 13) wird aber nur 3,5 Jahre (Daniel 7 und Off 13) sein. Dann wird er der Ersteinsitzer im ewigen feurigen Pfuhl werden.
    Und es gibt „1000“ Jahre Frieden 🙂

    PS JHWH ist zB barmherzig, gnädig und langsam zum Zorn (2. Mose 34,6).
    Und die Bibel extrem komplex und komprimiert und zB auch durch Fragmentation“ (sie ist im gesamten ein riesiges Informationspuzzle) verschlüsselt.
    Aber mit der Zeit beginnt man immer mehr zu verstehen… auch die „bösen Stellen“ (ist auch leichter wenn sich die rosarote humanistische Sicht auf die Menschheit mal verflogen hat).

    PS2 die Wissenschaft kennt einen Mechanismus nach dem der aktuelle Himmel und die aktuelle Erde jederzeit vergehen könnten (wie in der Bibel angekündigt).
    Mal nach „falsches Vakuum“ „suchen“.

    PS3 die „666“ (kommt 4 mal in der Bibel vor und die legt sich selber aus) in der Offenbarung verweist in der Bibel auf Salomo (er nahm pro Jahr 666 Talente Gold ein, also mehr als 20 Tonnen, etc).
    Naja, auch der „Davidstern“ ist ja deutlich eher Salomos Siegel mit quasi 6+6+6 Ecken.
    Das Zeichen des biblischen Judentums ist der 7-armige Leuchter, die Menora (siehe auch auf dem Titusbogen).

  2. otB4 sagt:

    Dankenswerterweise gibt es das Buch von Gershom Scholem zur jüdischen Kabbala. Mein Eindruck hier war sehr zwiespältig. Der Aberglaube (besser als primitive Magie zu bezeichnen) in Bezug auf sexuellen Praktiken hat mich irritiert. Aus meiner Sicht handelt es sich um extreme magische Zwangsvorstellungen. Ein Hauptproblem scheint mir die absolute Konzentration auf den Menschen und allein seine Existenz zu sein. Dieses Problem liegt auch der Bibel und dem Koran zugrunde. Es gibt dort nichts als den Menschen und seine Beziehung zu dem von ihm selbst konstruierten Gott. Aus dieser Isolierung erst konnte die Naturwissenschaft und industrielle Technik unsere ausschliessliche Welt von heute werden. Ich vermute, daß die Freimauerer dieses Grundkonzept übernommen haben und also in dieser Hinsicht der Bibel und dem Koran folgen. Sie haben recht wenn Sie aussagen, daß die heutigen Eliten sich mit Zeichen und Geheimcodes der Kabbala umgeben. Die Eliten benötigen diese Zeichen als Versicherung und Rückhalt. Sehr deutlich ist mir das bei der ersten Vereidigung von Präsident Obama bewußt geworden( Fernsehen). Die freimauerischen Zeichen und Symbole etc. waren unübersehbar. Die Handlungen und Symbole geben offensichtlich den Beteiligten Kraft und Zuversicht. Aus meiner Sicht der reine Mißbrauch dieser Symbole weil im Focus der eigene Nutzen und möglichst rücksichtslose Vorteil steht. Die magischen Symbole und Handlungen dienen skrupellosen Machenschaften in deren Mittelpunkt alleine die Vorteilsnahme durch eine Gruppe von Menschen steht.

    • Scholem ist eine wichtige Quelle, ja. Karl Erich Grözinger („Jüdisches Denken“) hat das zuletzt nochmal ausführlicher und systematischer gemacht. Unterrepräsentiert und, wie bei Scholem, hinter eher verklausulierten Sprachformen versteckt bleiben ideologisch und ethisch problematische Aspekte. Natürlich gibt es keine Hinweise, welches Eigenleben die Kabbala andernorts und bis heute entwickelt hat. Das, was den Kernbestand des modernen Okkultismus und der Geheimbünde ausmacht, kommt in dieser offiziellen Geschichtsschreibung fast gar nicht vor. Eine Ausnahme macht noch Hans Jonas („Die Gnosis“ – ist aber schon länger her und beschränkt sich natürlich auf die weit zurückliegende Geistesgeschichte). – Ich bin dabei, dazu auch Religionswissenschaftler anzusprechen. Bisher ist die akademische Forschung hierzulande dazu leider fast inexistent, die Hoffnung auf das, was wissenschaftliches Leben bedeuten würde, ein frommer Wunsch.

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