Auf dem Weg in die Burger-Gesellschaft (über #TANZVERBOT)

In spirituellen Weltbildern wird ja nicht selten das eigentliche Zentrum zum Unausgesprochenen. So war es betr. einer jugendlichen YouTube-Szene hier im Blog bisher, wenn es um TANZVERBOT geht. (Ich halte mich streng an die Großschreibung, wie sie im Channel-Titel gepflegt wird.)


Nun aber breche ich das Tabu. Als Beispiel füge ich einmal die aktuelle Arbeit “NEUER BURGER von Call a…. – Schmeckt er? – Meine Meinung” ein, die innerhalb eines Tages über 200.000 Aufrufe erhalten hat.

Für jene, die hier auf den Play-Button klicken, dürfte das zunächst einmal selbsterklärend sein. Ein bemerkenswerter Wahrheitsmoment ist aus meiner Sicht der direkte Vergleich eines Werbefotos des Lieferdienstes “Call a Pizza” mit dem physischen Original eines Burgers, den TANZVERBOT sich live einverleibt. (Für Laien: Es ist dies das Video-Genre des “Lieferchecks” im systemgastronomischen Bereich.)

Ein Spiegel-Effekt, den ich persönlich habe, ist TANZVERBBOTs erklärter Umgang mit dem auf allgemeinster Ebene vergleichbaren Produkt “McRibs” von “McDonald’s”, der in digitaler Terminologie in einer Art Stapelverarbeitung besteht (er spricht hier von ca. 500 Ereignissen). So bin ich selbst seit fast 30 Jahren mit Bild-Beispielen aus Film- und sonstigen -Geschichten verfahren.

Leider ist diese Empirie derzeit nicht mehr Teil dessen, was “Kulturwissenschaft” genannt wird. Demgegenüber sehen wir, dass TANZVERBOT auf YouTube ein fachlich interessiertes Publikum gefunden hat, das nach seinem harten Weg durch die Bildungsinstitutionen (oder noch währenddessen) sich nicht zu schade ist, auf die Feinheiten des Gewerbes einzusteigen.

Da will ich TANZVERBOTs zentrale Erkenntnisse im obigen Video nicht spoilern. Es ist als Channel-Konzept im Grunde eine Art nouveau roman der Fresssucht, der in diesem Beispiel allerdings nicht, wie in anderen aus seinem Œuvre, auch die Dimension der Ausscheidung mit einschließt (siehe “BESCHWERDE an McDonalds. (Langjähriger Kunde) – 13.08.2018”, 500.000+ Abrufe).

Mediensoziologisch ist noch eine gewisse Kartellbildung aufschlussreich, die TANZVERBOT mit anderen Seelenführern einer jungen Generation wie den YouTubern “Adlersson Pictures” (siehe den Beitrag hier) und dem kongenialen “Exsl95” (kursorisch schon hier erwähnt) verbindet, wobei Letzterer noch mehr in eine traumatherapeutische Richtung geht und damit für das laufende Geistesleben im fortgeschrittenen Zustand hochsymptomatisch sein dürfte. Das kulturelle Zentrum der Republik, Berlin, musste TANZVERBOT wie schließlich auch Exsl95 magisch anziehen. Hier ist nun ihrer beider Wirkungsstätte.

Wir werden sehen, welche Entwicklungen über die Jahre hinweg noch folgen – seines Brötchenerwerbs im wahrsten Wortsinn kann TANZVERBOT sich dank eines mittlerweile optimal organisierten Medienbetriebs zumindest vorläufig recht sicher sein. Sich über Fleisch-Produktion oder sonstige Lappalien Gedanken zu machen, sollte immer mehr nur noch einer geistigen Elite vorbehalten sein. Vielleicht entsteht aber ja doch eine solche Elite auf dem indirekten neuen Wege einer paradoxen Intervention, die sich in einzelnen reflexiven Flashes bei TANZVERBOT sogar ihrer selbst schon bewusst zu werden scheint. In diesem Sinne: Double peace!

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Daniel Hermsdorf

Verleger, Autor, Journalist bei filmdenken.de - Medienkritik, Verschwörungstheorie und Physiognomik

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