Wie schnell @SpiegelOnline seine Meinung ändert – #Islamismus


Ich hatte schon zuvor die Naivität des „Spiegel“-Autors Jan Fleischhauer gegenüber den Gefahren des Islamismus beklagt. In „Pegida“-Demonstrationen vermeinte er spöttisch, den „Aufmarsch der digital Erregten“ zu erkennen. Bescheidwisser Fleischhauer glaubt seinem damaligen Text nach an auf magische Weise zusammenstürzende Hochhäuser und hält wachsame und besorgte Bürger – im Interesse der Verdummung – für desorientiert:

Wenn diese Menschen lesen, dann Bücher, in denen steht, wie man den Euro-Crash überlebt oder sich für den Dschihad in deutschen Städten wappnet.

Wer nicht von Währungs-Crashs zu einem früheren oder späteren Zeitpunkt ausgeht, besitzt weder einen Taschenrechner, noch liest er die Beiträge im Wirtschaftsteil seines eigenen Magazins („Imagining the Unthinkable: The Disastrous Consequences of a Euro Crash“, 25.06.2012).

Was zu Pegida schon am 23.12.2014 auf „Spiegel Online“ nicht uneingeschränkt helle genannt werden konnte, ist neuerdings durch Fakten weitgehend unhaltbar geworden. Und was Qualitäts-Journalismus genannt werden will, hängt einfach sein Fähnchen nach dem Wind. Die neueste Kolumne von Jan Fleischhauer trägt den Titel „Zuwanderung: Wie naiv wollen wir sein?“ (06.10.2015) und enthält Absätze wie:

Bislang spielt sich die Krise abseits der Innenstädte ab, wo die Leute, die in der Flüchtlingsdebatte den Ton angeben, gerne wohnen. Wer durch die Einkaufszonen von Hamburg oder München schlendert, würde nie auf die Idee kommen, dass man in vielen Kommunen nicht mehr weiß, wie man der Lage Herr werden soll. Aber dieser Zustand des seligen Nebeneinanders kann sich schnell ändern. Der Soziologe Armin Nassehi, der übrigens ein Befürworter von mehr Zuwanderung ist, spricht von einer „Maskulinisierung“ des öffentlichen Raums, auf die man sich beizeiten einstellen sollte.

Nicht, dass nicht jeder mal irren könnte. Aber der wortlose Übergang von beispielloser Naivität in einer der bedeutendsten journalistischen Redaktionen der Republik zur Suggestion von Problembewusstsein angesichts unabweisbar gewordener Entwicklungen innerhalb weniger Monate macht schon fast sprachlos.

Solche Beispiele zeigen, wie dringend sich an der publizistischen Kultur etwas ändern muss. Man wird auf Dauer etwa nicht tolerieren können, dass alternative Medien für Spiegel- und andere Redakteure zur kostenlosen Fortbildung bereitstehen, während sie ihre Gatekeeper-Funktion weiterhin zum Ausschluss echter Information und unabhängigen Denkens missbrauchen (etwa Kommentare und Verlinkungen weder selbst anbringen noch extern zulassen). Letzteres wird schon in Kürze zu einigen Messern mehr führen, die zwischen menschlichen Rippen stecken (beispielhaft hier, hier oder hier). Damit wird die Dummheit unfähiger Medien-Eliten dann zu tödlicher Realität der Wehrlosen.

So liest man denn auch eher auf „MMnews“ von den entdeckten Plänen irrer islamistischer Gewaltbereiter, die Hauptstadt Berlin zu erobern, oder von der Festnahme eines mutmaßlichen afghanischen Terroristen mit Kriegserfahrung aus Syrien.

Wer allerdings, wie Fleischhauer, die sog. Verschwörungstheorie schon in seinem Nachnamen vor sich herträgt, muss sich bei ihrer Diskriminierung fast notwendigerweise selbst lächerlich machen.

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Daniel Hermsdorf

Verleger, Autor, Journalist bei filmdenken.de – Medienkritik, Verschwörungstheorie und Physiognomik

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