Früher Tod eines #YouTube-#Kinder-Stars: Caleb Logan Bratayley

Bevor ich ihn kannte, ist er tot: Caleb Logan Bratayley war ein Kinder-Star in der Disney-Welt des YouTube-Channels „Bratayley“.

Die täglichen Videos der Familie Bratayley sind eine neueres Beispiel des lang anhaltenden Trends „Reality TV“ – jener Verhöhung all dessen, was wir an ästhetischer und medienkritischer Sensibilität aus Kunst- und Filmgeschichte kennen. Motto: Einfach draufhalten.

Familie Bratayley hat sich beim Medienkonzern Disney verdingt, um ihr tolles Leben der Weltöffentlichkeit nicht vorzuenthalten. Man muss dabei immer fragen: Bringt das Zuschauer weiter oder ersetzt es nicht eigenes Erleben? Der Einsatz von Kindern in solchen Formaten ist natürlich noch ambivalenter: ein Garant für Einschaltquoten, Klick- und Werbeerfolge; menschlich höchst fragwürdig, psychologisch wahrscheinlich mit das Schlimmste, was man Kindern jenseits schwerer Erziehungsfehler und Traumata durch Schicksalsschläge antun kann.

Die Liste derer, denen ihre frühe Berühmtheit nicht gut bekam, ist lang. Durch YouTube erhalten noch mehr ehrgeizige Eltern die Möglichkeit, alles abzulichten und der Öffentlichkeit zu präsentieren, was in ihrem Privatleben passiert. Eigentlich muss das niemand wissen; die Zeit wäre besser zu investieren. Wohl am schlimmsten ist es, Kinder von früh auf darauf zu konditionieren, dass sie mit ihrem eigenen medialen Spiegelbild interagieren. Eine notwendige Medientheorie solcher Technopathologie ist noch gar nicht geschrieben.

Die Todesursache wird als eine „natürliche“ angegeben. RIP.

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Daniel Hermsdorf

Verleger, Autor, Journalist bei filmdenken.de - Medienkritik, Verschwörungstheorie und Physiognomik

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