Konträres über #Flüchtlinge – „Welt“ und „neues deutschland“

Wie eine politische Verständigung in Deutschland stattfinden soll? – Antwort: Kann sie gar nicht.

Warum? – Nun, man muss sich u. a. ansehen, in welch verschiedenen Welten Menschen leben, je nachdem, welchen Medien sie den Vorzug geben. Rechts/links-Zuordnungen haben dabei für viele wohl immer noch einen zentralen Stellenwert, d. h. man wählt eine Zeitung nach seiner gefühlten eigenen politischen Ausrichtung und lässt sich von dieser informieren. Wenn diese Zeitungen über das Internet schreiben, sehen sie „Filterblasen“ am Werk – dabei ist seit Jahrzehnten auch ihr Geschäft, eine solche Selbstbestätigung politischer Gesinnungen zu kreieren und schön weiter zu spalten, wie es die Puppenspieler haben wollen. Besser für sie, als wenn jemand nach den realen Verhältnissen und Tatsachen fragt.

Ein spontaner Test am heutigen 19.02.2017 ergibt für die Startseiten zweier Tageszeitungen mit rechtskonservativer („Die Welt“) und deutlich linker Ausrichtung („neues deutschland“) folgendes Bild. Thematisch wähle ich dabei nur die Artikel aus, die auf diesen Startseiten das Thema Flüchtlinge und Migration betreffen.

Das „neue deutschland“ hat ausschließlich Berichte im Angebot, die den Besserungsbedarf in Deutschland gegenüber Migranten im Blick haben:

In der „Welt“ sieht selbige dann so aus:

Was soll man damit anfangen? – Eigentlich geht es so nicht. Jeder einzelne Artikel mag für sich seine Berechtigung haben, jedenfalls keine falschen Aussagen treffen. Dass bestimmte Aussagen auf jeder Seite eher ausgespart werden, ist vollkommen evident.

An den nd-Zahlen aus Brandenburg lässt sich vorerst schwer rütteln:

»89 Mal wurden in Brandenburg im Jahr 2016 Geflüchtete verletzt oder schwer verletzt«, sagt sie. 2015 seien es 42 Körperverletzungen gewesen. Hinzu kommen ein Mordversuch und ein versuchter Totschlag.

Auch, wenn in dieser Aufstellung von „MMnews“ (07.12.2016) nach Eintragungen von „XYEinzelfall“ hier und da mal ein schon hier lebender Ausländer und kein Flüchtling der Täter ist, auch, wenn es sicher bei manchen Taten falsche Verdächtigungen waren – die Zusammenfassung lautet bisher so:

Laut einer Übersicht der Einzelfall-Karte kam es in 2016 bisher zu rund 300 Morden bzw. versuchten Tötungsdelikten, in denen Flüchtlinge überwiegend Täter, aber oft auch selbst Opfer sind. Die Verbrechensrate in den Flüchtlingsunterkünften scheint hoch zu sein, wird aber von den Medien verschwiegen.

Es dürfte ein gewisser Unterschied bestehen zu der Anzahl von je einem Mord- und Totschlagsversuch an Flüchtlingen durch angeblich fremdenfeindliche Täter in einem von 16 deutschen Bundesländern. (Es wäre besser, sie würden ganz unterbleiben. Aber was würde das neue deutschland dann zu diesem Themenkomplex wohl berichten? Für Eisenstangen und Messer in Asylbewerberheimen interessiert man sich in dieser Redaktion nicht sonderlich.)

Dies sei noch eine beispielhafte Erklärung zu dem, was sich an Inhalt und möglichen Bewertungen solcher Meldungen noch hinter den zitierten Überschriften verbirgt. Ob die Leser der betreffenden Zeitungen jemals mit entsprechenden Begriffen im Internet nach der Gegenmeinung suchen, überlasse ich zunächst einmal der Fantasie der Leser meines Beitrags.

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Daniel Hermsdorf

Verleger, Autor, Journalist bei filmdenken.de - Medienkritik, Verschwörungstheorie und Physiognomik

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