„Zero Dark Thirty“ – die neue Bin-Laden-Fiktion

Der Trailer zu Kathryn Bigelows „Zero Dark Thirty“ (Kinostart: 10.01.2013) weist in die erwartete Richtung: Hollywood setzt seine Fiktionalisierung einer fragwürdigen Realität fort. Die angebliche Festnahme, Tötung und Eilbeerdigung Osama bin Ladens ereilte das Filmprojekt während der Vorbereitung; das Buch musste angepasst werden.

„Spiegel Online“ weist auf Kontroversen um den Film hin: Republikaner hätten während des US-Wahlkampfs der Regierung vorgeworfen, „den Filmemachern unzulässigen Zugriff auf Geheimdienstinformationen ermöglicht zu haben“. In dieser Hinsicht kann man aber wohl beruhigt sein – auf solchen Leinwänden werden wir dergleichen nicht erhalten.

Die ästhetisierte und rhythmisierte Oberfläche eines solchen Films, wie sie schon der Trailer verdichtet, ist jene Oberfläche, die in Mainstream-Medien unserer Tage undurchschaubar bleibt. Dahinter verbergen sich all die Fragen und Unstimmigkeiten (zu Bin Laden hier im Wiki „Kino Okkult“ beispielhaft gesammelt), von denen Ihnen dort niemals erzählt werden wird.

Daniel Hermsdorf

Verleger, Autor, Journalist bei filmdenken.de - Medienkritik, Verschwörungstheorie und Physiognomik

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