Wer nicht fragt, wird dumm (gemacht)

Neben allen anderen problematischen Entwicklungen kümmere ich mich ursprünglich ja um Kulturfragen. Und eine Motivation, sich kritisch zu äußern, ist der Eindruck, dass es mit diesen ebenfalls laufenden Entwicklungen nicht zum Besten steht – seit vielen Jahren.

Deshalb fühle ich mich bestätigt, wenn ich die folgenden Zeilen lese. Elmar Krekeler stellt in der „Welt“ (09.07.2017) zu den Jury-Mitgliedern des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs Vermutungen an wie diejenige, sie seien

entweder zu bequem oder zu sehr in seltsamen Agenden derart gefangen, dass es ihnen nicht gelingt, innerhalb eines Jahres 14 Texte zu finden, zu bestellen, von denen – wir wollen gnädig sein – zehn zumindest diskussions- und preiswürdig sind.
Texte wohlgemerkt von 25 Minuten Lesedauer, was zwölf Seiten und weniger als 4000 Wörtern entspricht. Oder es gibt diese Texte, es gibt die Autoren nicht.

Damit wäre auch etwas, was sich „Journalismus“ nennt, noch nicht am Ende – geschweige denn die „Wissenschaft“. Ich kann hier nicht alle Blog-Beiträge und Buch-Abschnitte einzeln erwähnen, die meinerseits Beiträge dazu leisten. Es geht darum, dass unserer Gesellschaft wohl mehr und mehr ein Verständnis abhandenkommt, was die Zeichen um sie herum bedeuten, während diese Zeichen immer mehr werden. Es geht darum, dass Jüngere, die nun den kulturellen Nachwuchs stellen, in immer abseitigere multiplizierte Denkwelten gestürzt werden, begleitet von allerlei anderen unauffälligen Zwängen und Ablenkungen. Es geht darum, dass gerade die besonders Intelligenten und gut Gebildeten von den ausgewählten, teils desinformierten, teils böswilligen Schächtern ihrer Heimat mit immer drastischeren Maßnahmen daran gehindert werden, in Deutschland ein produktives, würdiges und erfülltes Leben zu führen. Dazu gehört, dass sie an erster Stelle biologisch aussterben und allein hierin wohl auch gefördert werden sollen.

Selbst die, die solche Entwicklungen mittlerweile wacher beobachten, sind leider oft zu faul, feige und unfähig, wenigstens die noch vorhandenen Kräfte zu erkennen, zu fördern und zu bündeln.

Deshalb wird es nach derzeitigem Stand bestenfalls noch ein paar Artikel von Elmar Krekeler oder sonstwem geben, der solche Tendenzen beklagt, bis es endgültig zu spät ist. Was die von Krekeler angesprochenen „seltsamen Agenden“ sind, kann ich Ihnen gerne erklären. Allerdings nicht, wenn Sie dafür nicht mir, sondern anderen ihr Auskommen sichern. Und wenigstens könnten Sie Krekeler & Co. einmal fragen, was damit eigentlich gemeint ist. Sie werden dann bemerken, dass Sie keine Antwort erhalten gerade von denen, die immer von „Kultur“, „Teilhabe“, „Mitbestimmung“, „Transparenz“ und „Demokratie“ daherreden.

Wenn Sie sich auch darum sorgen, melden Sie sich doch einmal unter dh@filmdenken.de. Ich habe leider noch von fast niemandem gehört.

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Daniel Hermsdorf

Verleger, Autor, Journalist bei filmdenken.de - Medienkritik, Verschwörungstheorie und Physiognomik

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