Schnell- und Intensivkurs Finanzkrise mit Stefan Molyneux

Stefan Molyneux spricht im folgenden Video einen atemberaubenden Klartext zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Situation der USA. Der Autor und Radiomoderator geht in einer einfachen und dabei sehr effektiven Präsentationsweise als talking head Diagramme zur ökonomischen Entwicklung durch.

Das Resultat ist niederschmetternd und beängstigend. Die These, Amokläufe könnten inszeniert werden, um auf Biegen und Brechen eine Entwaffnung möglichst vieler US-Amerikaner herbeizuführen, wird von dem von Molyneux Geschilderten durchaus plausibler. In vielerlei Hinsicht meiner Argumentation im „Krisen-Abriss“ entsprechend, wird anhand der Rahmendaten und zeitlichen Verläufe deutlich, dass diese Dynamiken nicht mit Reförmchen aufzuhalten sind – und dass Politiker derzeit Manager und dabei berufsmäßige Leugner der Aussichtslosigkeit und katastrophischen Gefährdung sein müssen.

Dass die Differenziertheit und Dichte einer Argumentation wie der von Molyneux im Medienkonzert immer noch auffällt, zeigt umgekehrt, was in Systemorganen eher noch in der Polemik des Kabaretts erlaubt ist denn als ‚seriöser Journalismus‘ (der aber hierdurch keiner ist).

Molyneux greift auch den einst von Jürgen Habermas aufgebrachten Begriff des „Neofeudalismus“ auf (den wir hier kursorisch ebenfalls verwenden). Die so beschriebenen Mechanismen von Staatsverschuldung, Arbeitslosigkeit, Niedriglöhnen und Kapitalgewinnen für wenige zeigen mit aller Dringlichkeit, welche politische Kultur es eigentlich bräuchte, um unkontrollierbare Verwerfungen noch zu vermeiden.

Dafür gibt es derzeit in Deutschland jedoch keinen deutlichen Anschein, auch wenn einzelne Stimmungsdämpfer in den Konjunkturnachrichten andeuten, was auf das unausgewogene Euro-System eines Jahrzehnts bald folgen könnte.

Daniel Hermsdorf

Verleger, Autor, Journalist bei filmdenken.de - Medienkritik, Verschwörungstheorie und Physiognomik

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