Morbide Kapriolen 8 – „Scouts vs. #Zombies“ – #Endzeit

Als ein Beitrag des Kinos zur aktuellen Situation kann „Scouts vs. Zombies – Handbuch zur Zombie-Apokalypse“ verstanden werden. Jedenfalls finden die Kriegsgräuel, die uns mit religiösen Extremisten aus Ländern wie Syrien näherrücken, als uns lieb sein kann, für den Lichtspiel-Abend aufbereitet einmal mehr als Zombie-Geschichte. Das, was etwa von ISIS-Killern zu erwarten ist, wird darin eben von Untoten vorgeführt: Überfallen und Töten von Lebenden.

Das Ganze ist hier offensichtlich eher auf ein junges Publikum ausgerichtet. Regie führte Christopher Landon, der für seinen Job durch seinen Vater Michael Landon („Ein Engel auf Erden“) sicher über alle Maßen qualifiziert war. Zu seinem beruflichen Risikoverhalten gehörte es zuvor, das erste Spin-Off zum Überraschungserfolg „Paranormal Activity“ (2007) zu drehen – wohlgemerkt das erste Spin-Off, denn drei erfolgreiche Fortsetzungen des Films hatte es schon gegeben. Das Spin-Off hieß dann „Paranormal Acitivity – Die Gezeichneten“ (2014). (Filmhistorisch müssen wir daran denken, dass „Die Gezeichneten“ ein 1948 entstandenes KZ- und Vertreibungs-Drama war. Aber das bedeutet sicher nichts.) Als nächstes Wagnis kündigt Christopher Langdon für 2016 „Viral“ an, vermutlich, weil das Thema Ansteckung durch Zombies noch nicht ausreichend bearbeitet war. Wir sind gespannt, welche Entsprechungen dies speziell dann in der Realität haben wird.

Auch nicht ganz ohne ist die Tatsache, dass wir zuletzt in der politischen Öffentlichkeit beim Attentat auf Henriette Reker in Presse-Fotos auf ein großes Bowie-Messer blickten, wie es eine Figur in „Scouts vs. Zombies“ in die Höhe hält:

scouts-vs-zombies

Der Bild-Hintergrund mit Fahrrädern ruft in der jüngsten Ikonografie untrüglich die Einstellung von George W. Bush kurz vor dem Einschlag des ersten Flugzeugs an 9/11 auf:

bush-911-fahrrad

So ist auch ein erkennbares Trivialst-Filmchen wie der morgen startende „Scouts vs. Zombies – Handbuch zur Zombie-Apokalypse“ in eine Bildsprache eingebettet, die mit Angst, Terror, Symbolen der Realgeschichte und nicht zuletzt einem einfachen Gut-Böse-Schema arbeitet, in dem US-Amerikaner Pfadfinder, die Anderen Zombies zum Abknallen sind. Sehen wir, was sich davon in die Realität übertragen lässt, oder, besser gesagt, lassen wir uns überraschen, wieviel von dieser Zombie-Apokalypse schon bald Wirklichkeit wird. Vermutlich aber nicht für Söhne von Michael Landon, die machen lediglich einen solchen Firlefanz daraus.

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Daniel Hermsdorf

Verleger, Autor, Journalist bei filmdenken.de - Medienkritik, Verschwörungstheorie und Physiognomik

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