Hermann Ploppa über transatlantische Netzwerke

Hermann Ploppa beschreibt in seinem neuen Buch die Lobby-Arbeit von NGOs wie den „Bilderbergern“, dem „Council on Foreign Relation“, der „Atlantikbrücke“ und der „Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik“ (DGAP). Dabei kommen geostrategische Konzepte wie die „flexible response“ (Henry Kissinger) oder Wirtschafts-Initiativen von TTIP bis Social Impact Bonds zur Sprache.
Neoliberale Schockstrategen und US-Lobbygruppen arbeiten seit Jahrzehnten in einem Generationen übergreifenden Projekt an der Enteignung und Entmündigung der Bürger mit dem Ziel der Ersetzung demokratisch legitimierter Nationalstaaten durch die exklusive Herrschaft einer selbst erwählten Elite. Hier das filmdenken-Interview mit Hermann Ploppa auf YouTube:

Hermann Ploppa, Jahrgang 1953, ist Politologe und Publizist. Er veröffentlichte zahlreiche Artikel über die Eliten der USA. Weitere Buchveröffentlichung: „Hitlers Amerikanische Lehrer“ (2009) zu den bislang nicht beachteten Einflüssen US-amerikanischer Stiftungen und Autoren auf den Nationalsozialismus.

Hermann Ploppa:
Die Macher hinter den Kulissen. Wie transatlantische Netzwerke heimlich die Demokratie unterwandern
Nomen Verlag, 200 S., 14,90 Euro
Buch-Info: www.nomen-verlag.de/main.php?page=katalog

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Daniel Hermsdorf

Verleger, Autor, Journalist bei filmdenken.de - Medienkritik, Verschwörungstheorie und Physiognomik

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1 Response

  1. Peter Hallonen sagt:

    Was Hermann Ploppa schreibt bzw. in dem Interview sagt, ist zwar durchaus erhellend. Erhellend in der Beschreibung dessen, was in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in Europa und Deutschland bis heute an UA-amerikanisch-transatlantischer Beeinflussung geschehen ist. Aber ist es auch erhellend in der Beschreibung des eigentlichen “Ziels” der angegebenen NGOs wie “Council of Foreign Relations” und “Atlantikbrücke”?

    Ich glaube nein, und zwar aus einem wesentlichen Grund. Wir erleben zur Zeit das Ende des angolamerikanischen Finanzkapitalismus. Ploppa sagt, die translatlantischen Eliten seien sich durchaus bewusst, dass die USA wie einstmals das Römische Reich in sich zusammenfallen würden. Es würde diesen Eliten aber ausreichen, dass das bisherige US-amerikanische System das in der Welt vorherrschende geworden sei – und dies auch bleiben werde(?).

    Frage Nr. 1 wäre, was diese Eliten denn davon hätten, dass in x Jahren die gesamte Weltbevölkerung nach dem von ihnen selbst erdachten oder zumindest propagierten System zu leben hätten. Diese Eliten (bestes Beispiel Brzezinski in seinem nicht mehr gerade jugendlichen Alter) wären dann selbst schon tot, wenn ihr angebliches Ziel erreicht worden wäre. Wenn man ihnen nicht komplette Dummheit unterstellt, wüssten diese Eliten jedenfalls, dass sie Advokaten eines eigentlich bösartigen Systems wären. Weil eben die Menschen (wie Ploppa schildert) nicht nach einem komplett profit- und konkurrenzbesetzten Denken leben wollen oder können, ohne massive soziale und psychologische Probleme zu entwickeln.

    Es geht also tendenziell um ein “überzeitliches” Denken der angesprochenen Eliten, die ein seit Jahrzehnten bis Jahrhunderten in Entwicklung befindliches System (US-amerikanischer Finanzkapitalismus) seiner globalen Vollendung entgegentreiben wollen. Kann aber ein solch überzeitliches Denken bösartig sein? Egoistisch ist es jedenfalls in einer engeren Hinsicht nicht, insofern die jeweiligen Eliten ihr eigentliches Ziel mehrheitlich nicht zu Lebzeiten erleben werden. Es wäre womöglich “satanistisch”, insofern man dem Bösen noch über seine eigenen Lebzeiten hinaus zum Erfolg verhelfen wollen würde.

    Welche Schlussfolgerung man daraus ziehen sollte? Dass diese Eliten weder gut noch böse sind, sondern lediglich Vollzieher einer weltgeschichtlchen Entwicklung, die durchaus auch ideologische Brüche aufweisen kann wie den vom Kapitalismus zum Kommunismus – insoweit eben, als dass auch der US-Finanzkapitalismus keine Ewigkeitsgarantie besitzt und ebenso wie die USA implodieren kann. Diese Implosion, das kann doch niemand allen ernstes überleben, erleben wir in der Finanzkrise seit 2007. Der gigantische weltweite Börsenboom seit 2009 dürfte der letzte einer ganzen Ära sein. Niemals zuvor waren die US-Leitzinsen und die in Europa über einen so langen Zeitraum hinweg so niedrig, nämlich nahe null. Selbst die allergrößten Verharmloser müssten einsehen, dass wir es hier mit einer historisch völlig neuartigen Situation zu tun haben.

    Kurzum: Endzeit oder Endphase des Kapitalismus steht im Widerspruch zu dem, was Ploppa als Gefahr ansieht. TTIP mag der SARGNAGEL dieses Systems sein, aber nicht die letztendliche auf Dauer angelegte Globalisierung und Vollendung dieses Systems. Wie aus der Geschichte bekannt(?), zerstört ein System sich im Moment seiner Universalisierung und Globalisierung oft selber. Zumindest der französische Philosoph Jean Baudrillard hat so etwas ähnliches einmal geäußert. Ein historisches Beispiel dafür ist z.B. der Nationalsozialismus, der in seiner Expansion auf dem Kriegswege seinen eigenen Zusammenbruch herbeiführte. Wohlgemerkt, eine Expansion, die eigentlich unnötig war insofern, dass seine Herrschaft in seinem Ursprungsland (Deutschland) zum Zeitpunkt des Kriegsbeginns 1939 nicht gefährdet schien.

    Insofern sollten die Menschen nicht Angst vor TTIP haben wegen TTIP selber, sondern weil es das Zeichen ist, dass ein zum Scheitern verurteiltes System sich auf Dauer verankern will und im Moment dieser Verankerung unweigerlich eingeht.

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