Gregor #Gysi: Abschied von den Mitbürgern

Die Äußerung, die Gregor Gysi (Die Linke) als deutschen Politiker vollends diskreditiert, war bisher an mir vorbeigegangen. Zum Glück wird so etwas bei YouTube konserviert und weitergereicht:

Die unverschämte Eingabe von Gregor Gysi zur Aktion „Schöner leben ohne Nazis“ nochmal schriftlich:

Jedes Jahr sterben mehr Deutsche, als geboren werden. Das liegt zum Glück daran, dass die Nazis sich ja auch nicht besonders vervielfältigen, und schon deshalb sind wir auf Zuwanderer aus anderen Ländern angewiesen.

Ich will dazu hier keine inhaltlichen Argumente nochmal darlegen (eine Auswahl im Blog). An erster Stelle würde ich sagen, dass Gregor Gysi ein vollkommen unterkomplexes Verständnis für Geburtenmangel hat, der aus mehreren soziopsychologischen Bedingungen herrührt: Wohlstandsfragen, Arbeitsmarkt, Hedonismus, Geschlechterverhältnis, anti-deutsche Atmosphäre. Über eine primitive Ihr-da-oben-wir-hier-unten-Rhetorik kommt Gysi selten hinaus. Und immer mehr hat mich der Verdacht beschlichen, dass er diese HB-Männchen-Auftritte in Talkshows und bei Interviews einfach nur spielt. Er entstammt ja einer alten DDR-Elite und dürfte solche Praktiken von dort her gut kennen.

Es fällt einem eine ganze Kaskade von Adjektiven ein, die man auf Gysi wegen einer solchen Äußerung anwenden kann: uninformiert, bigott, zerstörerisch, selbstmörderisch. Mit Häme scheint er noch darauf zu blicken, dass nicht zuletzt er selbst einer Kultur angehört, die unterzugehen droht.

Bigott ist dies deshalb (wie von mir in ähnlicher Weise zur „Spiegel“-Redaktion angemerkt), da es ihm im eigenen professionellen Umfeld an realen Erfahrungen fehlen dürfte, die überhaupt von Tatsachen einer Massen-Migration aus dem islamischen Bereich zu sprechen erlaubte. Man sehe sich einmal den Parteivorstand von „Die Linke“ an: https://de.wikipedia.org/wiki/Die-Linke-Parteivorstand. Am heutigen Tag findet sich dort kein einziger Name, der auf einen Migrationshintergrund aus dem Nahen oder Mittleren Osten hindeuten würde. Es wird also palavert von einer Integrationspolitik, die an erster Stelle in den eigenen Reihen offensichtlich gar nicht stattgefunden hat.

Menschen wie Gregor Gysi würden sich irgendwann wundern, dass sie es mit Menschen zu tun haben, die die hiesige Landessprache zur unzureichend beherrschen. Er würde vieles von dem, was wohl auch seinen geistigen Horizont bestimmt, gar nicht mehr besprechen können: Literatur, Kunst und Philosophie der deutschen Kultur in all ihren Variationen und Einflüssen, die aus anderen europäischen Kulturen und der christlichen wie jüdischen Religion und Geschichte herkommen.

Selbstmörderisch ist eine solche Äußerung – hier auch verbunden mit dem typischen Zungezeigen …

gregor-gysi-zungezeigen… (siehe auch Joachim Gauck) –, da Gysi mit seiner jüdischen Herkunft in einem islamisierten Europa wenig zu lachen hätte. Andere Juden haben dies ja längst begriffen und fordern etwa zur Massen-Auswanderung aus Frankreich nach Israel auf. Frankreich dürfte das erste europäische Land sein, das für die christlich-abendländische Tradition verloren gegeben werden muss.

Man sieht an diesen Fakten, wie selbstwidersprüchlich Gysi hier argumentiert. Jeder Psychologe, bei dem er mit einer solchen Kombination von Haltungen und Äußerungen Rat suchen würde, müsste mit ihm an regelrechten Denkstörungen arbeiten. Sollte das eine Diffamierung sein? – Ich glaube, sie ist es keineswegs. Wenn Gysi als Jude versucht, verstärkte Einwanderung von traditionell judenfeindlich eingestellten Moslems zu begrüßen und einzufordern, so leidet er an einer stark eingeschränkten „Stringenz des Gedankenablaufs“, wie die klinische Definition dies nennt.

Auf niederträchtige Weise also grenzt sich Gysi in seinem Statement von seinen Landsleuten ab. Die Erwähnung von „Nazis“ im Kontext der Aktion schließt zwar nicht zwingend ein, dass für Gysi alle Deutschen Nazis wären (damit ja auch er). Aber als Politiker sollte er wissen, dass er damit Deutschen-Hass predigt, und die Genugtuung, eine wohlfeile Ablehnung von Nazitum mit einer fortschreitenden Überalterung der eigenen Bevölkerung (mit all ihren belastenden Folgen für Millionen von Bürgern) zu verbinden, ist an dieser Video-Aufnahme zu erkennen.

Bei solchen Politikern, zu denen auch Gauck (in der Mehrzahl bisheriger Äußerungen) zählt, kann man bestenfalls noch eine paradoxe Intervention vermuten, wollte man in ihnen nicht unendlich dumme, ignorante und böswillige Akteure sehen.

Die Techniken der politischen Verschwörung, Propaganda und Gehirnwäsche sind sehr weitgehend und können von uns zu einem sehr späten Zeitpunkt nur schrittweise aufgearbeitet werden. Denn ihre eigentlichen Urheber haben ein umfangreiches ideologisch-kulturpolitisches Programm aufgesetzt, das jede Art der Selbstbehauptung und -achtung von Deutschen nachhaltig zerstört hat. Wer es ausspricht, läuft stets Gefahr, beruflich und sozial ausgeschlossen zu werden. Da vergeben sich aktuelle Totalitarismen gegenüber historisch früheren wenig. Aber sie sind wesentlich unauffälliger. Und bei den unwissend Verhetzten (zu denen ich selbst lange genug gehörte) werden auch solche Zeilen hier kaum mehr als Unverständnis hervorrufen.

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Daniel Hermsdorf

Verleger, Autor, Journalist bei filmdenken.de – Medienkritik, Verschwörungstheorie und Physiognomik

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2 Responses

  1. Diese zerstörerische Denkweise muss man unbedingt mit der Aussage von der Jüdin Barbara Lerner Spectre in Zusammenhang bringen. Was sich tatsächlich wie ein Wiedersprüh anhört (die Überschwemmung von Europa durch Moslems die bekanntlich Israel hassen) macht am Ende doch Sinn wenn wir es im Licht der dialektischen Methode von Hegel betrachten: Problem / Reaktion / Lösung. Einer der „Lösungen“ – die man eigentlich als „Nebeneffekt sehen sollte – haben sie in ihrem Artikel bereits angesprochen: Massen-Auswanderung von Juden nach Israel, was dem demografischen Krise Israels entgegenwirken sollte (die Befürchtung von Israel bald eine Minderheit zu werden, da die Arabern sich stärker vermehren als die Juden). Die ultimative Lösung ist die Durchsetzung des Polizeistaates in Europa, bis hin zur Implementierung der Weltregierung die laut „Vision“ ihrer Sitz in Jerusalem haben sollte. Wenn man meine Aussage als Verschwörung abtun möchte, kann ich den Link zu einer französischen Doku geben, wo Menschen von jüdischen Abstammung zu Wort kommen, und über diesen Zielen selbst sprechen.

    „Ich denke, es gibt ein Wiederemporkommen des Anti-semitismus, weil Europa an diesem Punkt in der Zeit noch nicht gelernt hat multikulturell zu sein, Und ich denke, wir werden teilhaben an den Geburtswehen dieser Transformation, die stattfinden muß. Europa wird nicht als die monolithischen Gesellschaften bleiben, die sie einmal waren im letzten Jahrhundert. Juden werden im Zentrum des Geschehens sein. Es ist eine ungeheuere Transformation, die Europa machen muß. Sie gehen jetz in den multikulturellen Zustand über und man wird es den Juden übelnehmen wegen unserer führenden Rolle. Aber ohne diese führende Rolle und ohne diese Transformation wird Europa nicht überleben.“ – Barbara Lerner Spectre
    https://www.youtube.com/watch?v=MFE0qAiofMQ

    Barbara Lerner Spectre is the Founding Director of Paideia, the European Institute of Jewish Studies in Sweden, an academic institute established in 2001 through a grant of the Swedish Government that serves as a resource and stimulus for the renewal of European Jewish culture. She was formerly on the faculty of the Shalom Hartman Institute of Jerusalem, where she taught Jewish Thought, the Melton Center of the Hebrew University, and Yellin College of Education. Her area of research is Models of Response to the Holocaust in Christian and Jewish Theology. Her publications include: “A Theology of Doubt” (Hebrew) and, together with Noam Zion of the Hartman Institute, the two volume: “A Different Light: The Hanukkah Book of Celebration”. She is the recipient of the 2007 Max Fisher Prize for Jewish Education in the Diaspora, and the ICRF “2008 Women in Action” award.

    http://www.paideia-eu.org/index.php?link=4&sublink=4

  2. Peter Hallonen sagt:

    Ich glaube, Gregor Gysi können wir eh vergessen, zumal er im Oktober seinen Fraktionsvorsitz abgibt. Er hat meinem Eindruck nach nie die im positiven Sinne radikale Linie innerhalb seiner Partei vertreten, sondern eine salonfähige Opposition zelebriert und selbst gegenüber Angela Merkel eher Anerkennung als Verachtung entgegengebracht. In direktem Gegensatz zu ihm steht Oskar Lafontaine, der auch in Fragen der Zuwanderung zumindest in seinem Buch „Politik für alle“ (2005) einen eher (wert)konservativen Standpunkt vertritt. Fragt sich, was davon noch übrig geblieben ist bzw. was davon seine implizite Nachfolgerin Sahra Wagenknecht übernommen hat.

    Andererseits: DIE LINKE war seit langem die einzige glaubwürdige Oppositionspartei, aber scheint es in der derzeit entscheidenden Frage der Flüchtlingskrise nicht zu sein. Was das Scheitern des Neoliberalismus anbelangt, ist eigentlich links angesagt, was das Scheitern der gesellschaftlichen Werteorientierung anbelangt, eher rechts. Mir ist schleierhaft, was das alles für die Zukunft der Parteienlandschaft in Deutschland mit sich bringt. Ich vermute, eine totale Verwirrung, aus der wenig Konstruktives erwächst.

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