#Bundesregierung feiert Unsinns-Begriff #Antisemitismus

Das Wirken minder gebildeter und böswilliger Kräfte an den Spitzen der Institutionen wird immer unübersehbarer. Es lässt sich etwa schon an diesem Zitat erkennen, das „Die Zeit“ heute übermittelt:

Die Definition beruht auf Arbeiten der Internationalen Allianz für Holocaust-Gedenken (IHRA). Sie lautet: „Antisemitismus ist eine bestimmte Wahrnehmung von Juden, die sich als Hass gegenüber Juden ausdrücken kann. Der Antisemitismus richtet sich in Wort oder Tat gegen jüdische oder nicht-jüdische Einzelpersonen und/oder deren Eigentum, sowie gegen jüdische Gemeindeinstitutionen oder religiöse Einrichtungen.“

Ich werde in den nächsten Wochen hier noch einen langen Video-Vortrag nachreichen, in dem ich zum Thema des politischen Rechts-Links-Schemas ausführlich auf Begriffe des Judentums eingehe. Darin enthalten ist eine notwendige Begriffsklärung zum „Antisemitismus“ (die ich auch in „Okkultsymbolik und Machtpolitik“ schon anspreche).

„Antisemitismus“ soll also laut Bundesregierung in Bestätigung der IHRA „eine bestimmte Wahrnehmung von Juden“ sein. Lesen wir aber in der Wikipedia über „Semiten“ nach, so finden wird dort:

Heutige semitischsprachige Völker sind insbesondere Araber, Israelis, Aramäer, Malteser und mehrere Sprachgruppen in Äthiopien/Eritrea. Der Sammelbegriff „Semiten“ als Bezeichnung einer Völkerfamilie gilt inzwischen als ungenau und überholt, insbesondere auch aufgrund seiner Verwendung in rassistischen Kontexten (siehe unten).

Es handelt sich also bei dem Begriff Antisemitismus um eine grobe sprachliche Verfehlung, ja Irreführung, die von dem Online-Lexikon als „ungenau und überholt“ bezeichnet wird, und zwar nicht zuletzt durch „Verwendung in rassistischen Kontexten“.

Die von der Bundesregierung bestätigte Sprachverwendung impliziert also, dass eine Wendung gegen „Semiten“ ebenso eine solche gegen „Israelis“ wie auch gegen „Araber“ wäre – wobei Letztere ja nicht selten Judenfeinde sind. – Mit dem Begriff „Antijudaismus“ liegt im Deutschen eine vollkommen integre Alternative vor. Dass sie kaum verwendet wird, sollte nachdenklich machen.

Diese Wortklauberei ist u. a. deshalb keine, weil gerade im Verhältnis zum Judentum klares und unklares Denken eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt. Das traditionelle Judentum unterscheidet ja zwischen sich selbst und den Anders- oder Ungläubigen durch den Begriff des Goy:

Wenn der Ausdruck Goj von Juden auf andere Juden angewendet wird, ist dies gleichfalls ein pejorativer Hinweis auf „unjüdisches“ Verhalten wie etwa die Missachtung jüdischer Vorschriften, auf Verhaltensweisen im Widerspruch zum traditionellen Judentum oder ein Hinweis auf lasterhaftes oder unintelligentes Verhalten: Beispielsweise bedeutet Er hot a jidischen Kopp („Er hat einen jüdischen Kopf“, jiddisch) „Er ist intelligent“, wobei im Gegensatz Er hot a gojischen Kopp („Er hat einen gojischen Kopf“) für „Er ist dumm“ steht.
Als שבת גוי Schabbesgoi, Shabbesgoi oder auf Deutsch auch Sabbat-Goi, im Hebräischen גּוֹי שֶל שַׁבָּת Goj schel Schabbath, wird ein durchaus geschätzter, nichtjüdischer (meist christlicher) Bediensteter bezeichnet, der in einem jüdischen Haushalt oder einer jüdischen Einrichtung am Schabbat die für Juden untersagten Arbeiten ausführt.

Wer also unbedarft meint, mit einer Feindschaft gegen „Semiten“ die Feindschaft gegenüber Juden (z. B. Israelis) sowie – laut Wortbedeutung – ungenannt auch die gegenüber judenfeindlichen „Arabern“ bezeichnen zu können und zu dürfen, ist nach landläufigen Maßstäben ebenso unintelligent wie in der traditionellen jüdischen Wahrnehmung der Goy. Wir begegnen hier im Alltag milden Ausprägungen, für die Wissenschaft aber gravierend fälschlichen Grundlagen einer Begriffsbildung, die die Psychopathologie als „Inkohärenz“ innerhalb von Denkstörungen klassifiziert:

In der negativen/gestörten Ausbildung und Beurteilung des Merkmals Kohärenz als einem Krankheitssymptom spricht man von Inkohärenz bzw. von Zerfahrenheit oder Verwirrtheit des Gedankengangs. Nicht zusammengehörige Denkinhalte werden aneinandergereiht und vermischt.

Für eine „Bundesregierung“, die in wenigen Tagen im Wesentlichen durch eine allgemeine Wahl bestätigt wird, ist dies ein bedenkliches Zeugnis. Die vorherrschende unkritische Berichterstattung hierzu, die keinen selbstständigen Gedanken enthält, erfordert diese bestürzende Diagnose auch für eine angeblich doch gar nicht so lügende Presse.

Dass eine notwendige sprachliche Korrektur die bisher existierende Literatur zum Thema „Antisemitismus“ in Verlegenheit bringt, ist klar. Z. B. die in mancher Hinsicht selektive Wahrnehmung darin, kaum je jüdischen Extremismus, stets aber das Fehlverhalten der Goyim zum Thema zu machen, wäre Anlass für deutliche Korrekturen.

Sie sollten nicht dazu führen, irgendeinen Menschen, der als Jude geboren wird, zu diskriminieren. Sie sollten vielmehr zum besseren Verständnis für alle damit verbundenen historischen Konflikte führen. Auf der Grundlage verfälschender Begriffe wird dies nicht möglich sein – und ist deshalb unwissenschaftlich, undemokratisch, unlauter in der Argumentation. Und äußerst gefährlich für jeden einmal erreichten Frieden.

Dass die Öffentlichkeit dazu gebracht wird, sprachlich die Feindschaft gegenüber Juden als eine Anti-Haltung sowohl gegenüber Juden wie auch gegenüber Judenfeinden zu bezeichnen, ist also ein bisher nicht bestandener Intelligenztest, der zugleich antigoyistische Schulweisheiten mit einer neuerlichen Begründbarkeit versieht. Es steht jedem frei, sich nicht an einem solchen Irrsinn zu beteiligen.

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Daniel Hermsdorf

Verleger, Autor, Journalist bei filmdenken.de – Medienkritik, Verschwörungstheorie und Physiognomik

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1 Response

  1. Bartek sagt:

    Stark. Sowas in Videoform wäre mutig und könnte evtl. viral gehen und einigen zu denken geben

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