#Wissenschaft entdeckt Geldschöpfung

Es ist eine der Mütter der Verschwörungstheorie – die Beherrschung des Geldsystems über die Geldschöpfung durch Banken, seien es Zentralbanken, oder, deutlich seltener über Jahrzehnte erwähnt, Privatbanken mit ihrem Giralgeld.

Was seit Jahren über das Internet wachsende Zahlen von Lesern und Zuhörern beschäftigt, erreicht in sanfter Verzögerung um die genannten Zeiträume nach Verschwörungstheorien und Internet nun auch jene Öffentlichkeit, die gerne als “seriös” beschrieben wird. Der Wirtschaftswissenschaftler Aaron Sahr nennt es in seinem Buch „Das Versprechen des Geldes“ die „Ambivalenzen des Finanzkapitalismus“, was die Welt der Wirtschaft seit Jahren an einen nurmehr unleugbaren Abgrund getrieben hat.

Das folgende Zitat wirkt vor dem Hintergrund der schon dazu bestehenden unzähligen kritischen Veröffentlichungen etwas … euphemistisch … spät erwachend … Wie soll man sonst sagen? – Man hätte schon früher ausführlicher darüber sprechen können (man lese von 2012 einmal das Blog “Was ist denn eigentlich Geld?”).

deutschlandfunk-aaron-sahr

Und da stellt der Autor fest, in der Praxis werde Geld vor allem durch die Banken geschaffen. Sie verteilten also nicht nur das Geld der Sparer an die Kreditkunden, sondern sie schöpften neues Geld – einfach, indem sie einen gegebenen Kredit dem Kunden als Guthaben auf dem Konto gutschrieben und zugleich denselben Betrag als Forderung in ihre Bilanz einstellten.

Die Bundesbank hat diese Sichtweise kürzlich in ihrem Monatsbericht bestätigt. Für Aaron Sahr führt diese „Praxistheorie des Kredits“ nicht etwa nach rund 390 Seiten zu einem Ergebnis, sondern zu einer neuen Erkenntnislücke:

„Wer soll und darf darüber entscheiden, wie viel Geld es gibt und für welche Zwecke es geschaffen wird? Darüber sollten wir sprechen.“

Geldtheorie – Gebrochenes Versprechen

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Daniel Hermsdorf

Verleger, Autor, Journalist bei filmdenken.de - Medienkritik, Verschwörungstheorie und Physiognomik

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1 Response

  1. Kapp sagt:

    „besser spät erwacht als nie!“

    Richtig ist, dass man nicht oft genug den Verweis auf das Geld und sein „System“ richten kann.
    Gut, auch den o.g. Blog wieder einmal hervorzuholen, danke, da dort ja eng an einer neuen und mit einer ganz praktischen Sichtweise auf die Geldschöpfung gearbeitet wurde: Durch alle „Kunstschaffenden“, so sollte das Rheingold entstehen.

    Und in einem Wettbewerb privater Währungen könnte sich die passendste automatisch herausentwickeln, noch dazu dynamisch, der Situation angemessen. Diese Währungen könnten global sein, würden aber wahrscheinlich nicht die Macht verleihen, sie solange zu konzentrieren, bis damit ein III. Weltkrieg möglich wird, in dem sich die Finanzoligarchie mit Söldnerarmeen bekriegt (das ist für mich der Status quo).

    Wir sprechen zu wenig über das Geld und seine Qualität (wer es macht, wer es verteilt und zu welchen Konditionen Kredite daraus gebildet werden …). So geht auch eine toll besetzte Runde bei KenFM ins Leere (als „Positionen Nr. 11“ dort zu finden). Kein Wort in all‘ der Diskussionszeit zum Geld selbst, Marx wird zitiert, der gute Willen angemahnt, der Widerstand gefordert, …

    Sprechen wir doch immer wieder das Kernproblem an, auch wenn wir schon den Mund fusselig haben und es anderen zu den Ohren herauskommt!

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