tageshorrorschau vom 23.07.2012

Die gestrige „tagesschau“ (ARD) ist eine Ansammlung von katastrophischen Nachrichten: von Kriegen in Nahost, der Finanz- und Eurokrise, Atomkatastrophe und Waldbränden. Der nahende Staatsbankrott in Griechenland hat zu einer neuerlichen Variante von „Hoffen und Bangen“, von Solidaritätsbekundungen und Pleitevoraussagen geführt. Eine Kommission in Japan stellt den Betreibern der Atomkraftwerke von Fukushima ein verheerendes Zeugnis falscher Technikgläubigkeit aus.

Kämpfe in Syrien
Flucht aus Syrien
Anschlagsserie im Irak
Schuldenkrise in Griechenland
Finanzkrise in Spanien
DAX und Euro-Kurs
Fukushima-Ausschuss
Internationale Aids-Konferenz
Schwere Brände in Spanien
Das Wetter

Der Amoklauf des sich für die Comic- und Filmfigur „Joker“ aus den „Batman“-Vehikeln haltenden 24jährigen James Holmes in einem Kino in Denver, Colorado, führt in anderen Aktualitäten zu ersten Nachberichten mit einem derangierten Auftritt des Täters.

Diese von Nachrichten geprägte Weltsicht – ja von Millionen gesehen – kann zu wenig noch führen, was Weltvertrauen oder Zukunftshoffnung heißt. Oder gab es das nie? Waren Kalter Krieg, atomare Bedrohung, saurer Regen und Ozonloch auch schon ein solch umfassendes Programm der Infragestellung gewachsener Strukturen, Maßstäben von Normalität und zwischenmenschlicher Integrität?

Die Finanzkrise ist näher dran am symbolischen und ökonomischen GAU, als sie es nach 1945 jemals sein konnte. Nach politischen Geplänkeln mit deutschen Skandalen um Politiker wie Karl Theodor zu Guttenberg und Christian Wulff (Skandale, die keine waren) beginnt Kriegslärm in Syrien, heute auch mit einer Anschlagsserie im Irak das haltlose Taumeln der Finanzmärkte zu übertönen.

Daniel Hermsdorf

Verleger, Autor, Journalist bei filmdenken.de - Medienkritik, Verschwörungstheorie und Physiognomik

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