#Politik zerstört deutsche #Wissensgesellschaft – #Bildung

Vor wenigen Tagen stellte man in Hessen wenig Überraschendes fest: Wenn man die Leistungsanforderungen für Schüler reduziert, … steigt der Noten-Durchschnitt! Wow! – Abiturienten dürfen nunmehr so viele Rechtschreibfehler machen, wie sie wollen, ohne dafür sanktioniert zu werden.

So danken wir es in diesem Fall einer seit 2014 regierenden Koalition aus CDU und Grünen in Hessen. Im Grünen-Programm findet man zu diesem Thema auf die Schnelle nur sibyllinische Sätze wie:

Offene Hochschulen brauchen Zugangsgerechtigkeit, die auch die gesellschaftliche Vielfalt widerspiegelt.

Detaillierter informierte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (16.12.2016) zum Beschluss:

Geringer als bisher ins Gewicht fallen laut „Oberstufen- und Abiturverordnung“ nicht nur Verstöße gegen die Regeln von Orthographie, Grammatik und Interpunktion, sondern auch stilistische Fehler wie Wiederholungen, umgangssprachliche Wendungen, falsche oder missverständliche Ausdrücke, fehlende Wörter oder unpassende Metaphern. Gar nicht gezählt werden Flüchtigkeitsfehler wie fehlende Punkte am Satzende, solange danach groß weitergeschrieben wird, fehlende Endbuchstaben und Buchstabendreher.

Zu künftigen Redakteurs- und Lektoren-Generationen muss man sagen: Nur gut, dass sie selbst nicht mehr wissen werden, was sie tun.

Auch in sonstigen Anwendungsbereichen dürfte dies nicht folgenlos bleiben. Sprachliche Exaktheit und Korrektheit ist nicht nur eine notwendige Form für präzise Gedanken. Sie ist auch ein Übungsfeld, das sich auf die gesamte Welt- und Selbstwahrnehmung auswirkt. Ästhetik und Sprache hängen systemisch, psychologisch, funktional mit allen anderen komplexeren Wissens- und Organisationsformen zusammen. Sie werden voraussichtlich leiden, wenn Sprache und ihre Rechtschreibung weiterhin und verstärkt vernachlässigt werden.

Wer seitens der Politik oben erwähnte Beschlüsse fasst, scheint keinerlei berufliche Praxis zu kennen, in der dies bittere Folgen hat. Es wird – wo es auf Rechtschreibung ankommt – zuvörderst bedeuten, dass ein Absolvent Stellen erst gar nicht antreten kann. Ansonsten wird es viel Arbeit mitbringen für jene, die den orthografischen Minderleistern hinterherarbeiten müssen. Was immer schon ein mühsames Geschäft war – Texte zur Veröffentlichung aufbereiten –, wird dadurch wohl zum Musterbeispiel, wie man seitens radebrechender Autoren dann einmal wieder notwendige Arbeit von anderen erledigen lässt.

So spiegeln es uns bereits Erfahrungen, zu denen „Die Welt“ (10.04.2017) titelt: „Wir sind auf dem Weg in eine Republik der Analphabeten“.

Ich rede nicht von einem Volksschüler, dem man das in den unteren Klassen noch nachsehen könnte, sondern einem jungen Menschen, der auf die 30 zugeht und ein sozialwissenschaftliches Studium an einer deutschen Fachhochschule mit Abschlussnote „gut“ absolviert hat, wie ein beigefügter Lebenslauf bewies, mit dem er seine Seriosität ausweisen wollte.

Wir alle wissen schon länger, dass manches in der Politik der Grünen wohl mangelnden Lebenserfahrungen und Forderungen an sich selbst geschuldet ist. Ob Volker Beck, Katrin Göring-Eckardt, Omid Nouripour oder Claudia Roth – sie alle haben die Beschäftigung mit geistigen Inhalten nie so weit getrieben, dass sie einer Prüfungskommission standgehalten hätten. (OK, Cem Özdemir ist mit einem Pädagogik-Diplom und Lokaljournalismus, Simone Peter mit der „Rolle des heterotrophen Bakterioplanktons und der planktischen autotrophen Nitrifikation“ dabei.)

Zwar stellen die Grünen im Bundestag mit 8,8 Prozent ihrer Fraktion die relativ größte Zahl an Studienabbrechern. Aber die gibt es quer durch alle Parteien, wie die Bundestagsstatistik zeigt.
(FAZ, 26.05.2013)

Im Fall von Standards im Bildungssystem gibt es seitens des Äquivalents solcher Prüfungskommissionen, d. h. einer kritischen Öffentlichkeit, wie auch im Vorhergehenden zitiert, durchaus Widerstand. Doch politisch entscheiden dürfen eben Personen, die teilweise nachweislich wenig Ahnung haben von dem, worüber sie entscheiden. Im Gegenteil dürften sie eher mit jenen sympathisieren, die, wie sie selbst, bestimmte Leistungen nicht erbringen können oder wollen.

Die Ideologie der Zerstörung anspruchsvoller Bildungsstandards ist ein weiterer Bestandteil jenes Programms, durch dessen Auswirkungen jene lebendige und wohlhabende Republik, die wir nach 1945 kennenlernten, in nächster Zukunft kaum wird aufrechterhalten werden können. Es dürfte in Nicht- und Fehlleistungen enden. Eine der mächtigsten Sprachen der Welt steuert der Realität unkreativen und formlosen Gestammels entgegen.

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Daniel Hermsdorf

Verleger, Autor, Journalist bei filmdenken.de – Medienkritik, Verschwörungstheorie und Physiognomik

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1 Response

  1. Zum Beispiel in Werl. Aktuell ca. zwei Gymnasien mit 120 Lehrer im höheren Dienst und mindestens genauso viele pensionierte Lehrer

    das heißt konkret :

    „Mindest Pension“ 3.400 Euro/Monat
    „Durchschnitt Pension“ 4.200 Euro/Monat

    mal 120 Alt-Pensionäre ergibt

    504.000 Eur0/Monat entspricht 6.048.000 Euro/Jahr

    + Zukünftige Belastung „Neu Pensionisten durchschnitts-kummulierte Pensionskosten für zwei Gymnasien in Werl.“

    Die verhältnismäßig opulenten Pensionen von Hauptschul, Realschul und Sonderschul-Lehrern bleiben bei dieser Betrachtung nur für Werl außer Acht. Bitte vergessen Sie nicht, daß diese aktuellen Pensionen auf Schuldbasis „finanziert“ werden müssen samt den astronomischen Folgekosten durch Zins und Zinseszins.

    Fazit : Angesichts der aktuellen absolut irrsinnigen Lehrer-Pensionen wird jede Zukunft der folgenden Generationen schon heute zerstört. So etwas nennt man wohl „Schuldgeld-Pädagogik“. In NRW werden jedes Jahr ca. 190 Milliarden Euro für Pensionen fällig. Und die „Neu Pensionäre“ werden mit Sicherheit nochmal mindestens genauso teuer werden.

    Lehrer-(Pensionen) zerstören die Zukunft unserer Jugend
    https://aufgewachter.wordpress.com/2012/11/13/lehrer-pensionen-zerstoren-die-zukunft-unserer-jugend/

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