Fidget Spinner als Gefahr für die #Augen

Bei allen mir bekannten Berichten und Videos zum Kreisel-Trend-Spielzeug „Fidget Spinner“ fehlte jedwede Anmerkung dazu, dass ein Balancieren auf Kinn, Nase oder Stirn doch Augen gefährlich werden kann. In der Tat findet man zahlreiche Ergebnisse zu Unfällen dieser Art:

Der Medien-Tenor lautet sonst eben so wie im „stern“ (23.06.2017):

Hier werden Kinder größtenteils zu Werbern für das Spielzeug. Ein Mädchen weiß gar, dass es „damit Stress abbaue“. Kein Wort jedenfalls zu Gefahren bei der Anwendung. Balancieren auf Kinn und Stirn werden hier mehrfach gezeigt.

Dasselbe Bild in einem „Frühstücksfernsehen“ bei Sat1 (16.06.2017), dort mit dem erwachsenen Moderator und dem Fidget Spinner auf der Nasenspitze:

Nichts ansonsten gegen Spinnereien. Aber waren Vorgänger-Modelle wie der Zauberwürfel oder das Jojo nicht unbedenklicher?

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Daniel Hermsdorf

Verleger, Autor, Journalist bei filmdenken.de – Medienkritik, Verschwörungstheorie und Physiognomik

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4 Responses

  1. Lotte sagt:

    Wir nehmen zwei völlig verschiedene „Medienöffentlichkeiten“ wahr, wie Sie es manchmal nennen, iirc. Die Meinung, dass die Medienöffentlichkeit die Gefahren von Trendspielzeugen herunterspielen würde, widerspricht krass meiner Wahrnehmung. Nehmen Sie nur den Fall des fast erstickten Mädchens. Fast. Ein Kind verschluckt ein Kleinteil eines Spielzeugs und muss notbehandelt werden, gottseiesgepriesen mit gutem Ausgang. Das ist schlimm für alle Beteiligten. Aber es ist keine Nachricht. Es ist Alltag in Notaufnahmen in aller Welt. Es passiert vermutlich jetzt gerade, nicht weit von Ihnen. Es ist keine Nachricht. Warum wissen wir trotzdem davon? +Ausschließlich+, weil es sich um einen fidget spinner handelt. Weil (online)-redakteure sich die erste Gelegenheit nicht entgehen lassen, das gerade populäre Teil in eine Schlagzeile mit Gefahr packen zu können.
    https://www.google.de/search?client=safari&rls=en&q=fidget+erstickt&ie=UTF-8&oe=UTF-8&gfe_rd=cr&ei=JoVVWYqeMc_c8AesoqjIDA#q=fidget+erstickt
    Man sieht , dass die „Nachricht“ von vielen rein online existierenden Seiten verbreitet wird, also von einer Schicht von Presseorganen, die igg (leider!) geringere journalistische Standards ansetzt, weil auf gedeih und Verderb angewiesen auf klickzahlen. Dass etabliertere Redaktionen, wie die, denen Sie hier Verharmlosung nachsagen wollen, ein solches Nonevent +nicht+ verbreiten, ist ihnen wenn überhaupt dann eher hoch anzurechnen. Und stellen Sie sich vor, sie würden es tun! Der Chor, der dann Angstmacherei und sensationsgeilheit schreit, wäre laut. Am besten wäre selbstredend, wenn Nachrichtenredaktionen +gar nicht + über Spielzeug berichten würden, sondern diese Kapazitäten für wichtiges aufwenden würden. Dies nur am Rande.
    Wir haben also die etablierten crossmedialen MSM, die sagen, ein Kind, das sich verschluckt hat, ist keine Nachricht. Dann kommen die online-Medien, die sagen, ein Kind das sich verschluckt hat, ist keine Nachricht, aber wenn es sich um einen fidget Spinner handelt, reicht uns das als Argument, es trotzdem zu bringen. Wir brauchen die Klicks. Und dann, ganz unten, folgen Macher von YouTube Videos, die sagen, ein Kind das sich verschluckt hat, ist keine Nachricht, deshalb +behaupte+ ich ohne jeden Beleg oder Quellenangabe, dass ein weiteres Kind sein +Auge+ verloren habe. Ich will die Klicks, und damit die Leute klicken, klaue ich mir irgendwo dramatische Bilder fürs Vorschaubild meines Videos.

    https://i2.wp.com/filmdenken.de/wp-content/uploads/fidget-spinner-augen-unfaelle-google.jpg?w=553&ssl=1
    http://firsttoknow.com/teenager-cries-tears-of-blood/
    https://youtu.be/rlm8W9C-rCo?t=5

    Von dem albernen Röntgenbild rede ich gar nicht. Auf dem ein fidget Spinner sich tief in einen Schädel gebohrt hat. Einfach nur albern.

    Und das verrückte ist, es funktioniert! Zumindest bei Ihnen, der die Verwurstung und Verfälschung dann noch einen Schritt weitertreibt und die reine Existenz dieses Videos als Indiz dafür anpreist, dass die MSM die Gefahren von fidget Spinnern verharmlosen. Während die MSM in diesem Fall in Wahrheit nur einfach +nicht+ bei dem Versuch mitmachen, die Gefahren von fidget Spinnern mit allen Mitteln +aufzublasen+ um Aufmerksamkeit zu generieren. Ich hoffe, es kommt nicht dazu, aber falls gottbewahre einmal jemandem durch einen fidget Spinner wirklich etwas ernsthaftes zustößt, werden die MSM sich darauf stürzen wie Geier. Falls es Sie beruhigt. https://www.google.de/search?client=safari&rls=en&q=spielzeug+erstickt&ie=UTF-8&oe=UTF-8&gfe_rd=cr&ei=R2lWWbXTOafVXuuvqdgE#q=spielzeug+erstickt+-fidget&start=0

    Sie scheinen nicht zu begreifen, oder zugeben zu können, dass Sie hier +genau+ der Manipulation durch Medien mit Haut und Haaren aufsitzen, vor der Ihr Blog eine einzige Warnung ist. Und zwar einer Form dieser Manipulation, die so sehr mit dem Holzhammer arbeitet, dass man sich die Frage stellen darf, ob man Ihre sonstigen Warnungen und Analysen überhaupt ernst nehmen kann. Wer sich selbst so leicht veräpfeln lässt, erscheint nicht als glaubwürdiger Aufklärer von Täuschungen.

    • Ich verstehe Sie immer noch nicht. Haben Sie meine Antwort auf Ihren ersten Kommentar überhaupt gelesen? Ich schrieb Ihnen, dass ich keineswegs von solchen Berichten ausgegangen bin, sondern sie erst fand, nachdem ich mir die Gefahr von Fidget Spinnern für Augen klargemacht hatte. Ich bat Sie, etwas dazu zu sagen, was diese Gefährlichkeit eines scharfkantigen massiven rotierenden Objekts in der Nähe von Augen betrifft. Davon lese ich bei Ihnen hier abermals nichts.
      Ich muss Ihnen deshalb im Gegenzug sagen, dass Sie offensichtlich an einem Effekt leiden, der ebf. gegenwärtig häufig auftritt: scheinbare ‚Medienkompetenz‘ in der pseudokritischen Behandlung von Inhalten unabhängiger Medien im Vergleich zu etablierten. – Das bringt Sie dazu, meine eigentliche Aussage hier wiederholt zu übergehen und sich darüber aufzuregen, dass ich lediglich darauf hinweise, dass es Berichte über Gefahren von Fidget Spinnern gibt, aber nicht so sehr in viel frequentierten Massenmedien. Ich habe mich über verlinkte Seiten in den Google-Ergebnissen doch gar nicht detailliert geäußert. Ich habe ein eigenes Argument entwickelt, auf das allein Sie hier gar nicht eingehen und das ich bisher nirgendwo entkräftet sehe.
      Würden Sie Ihrem Kind erlauben, was in den beiden von mir dokumentierten Berichten von stern und Sat1 kommentarlos und zur Nachahmung anregend vorgeführt wird?

  2. Lotte sagt:

    Haben Sie die google-Seite, die sie hier als Beleg anführen, nur abfotografiert oder auch die links geklickt? Diese Videos sind reines clickbait. Das grausliche Vorschaubild kommt im Video jeweils gar nicht vor, und die Angaben zu den angeblichen Verletzungsopfern sind vage, abgesehen von dem Fall des amerikanischen Mädchens, das sich verletzt hat, als es einen Teil eines solchen Spielzeugs verschluckt hat. Also nicht gerade eine Gefahr, mit der man bei normaler Anwendung rechnen muss. Die Wahrscheinlichkeit, dass Stern und SAT1 hier fahrlässig eine Gefahr verschweigen, erscheint hier deutlich geringer als die, dass Sie selbst primitivstem clickbait auf den Leim gegangen sind. Davon ab bezweifle ich, dass sie viel mit Jo-Jos gespielt oder sich in der Nähe eines begeisterten Jo-Jo-Spielers aufgehalten haben. Sonst würden Sie sie nicht als unbedenklicher bezeichnen als fidget Spinners.

    • Die laut Ihnen „angeblichen Verletzungsopfer“ sind dort doch zu sehen. Man kann sich – je nach Spinner-Modell – schon an Händen verletzen. Was passiert, wenn der Spinner eine Unwucht bekommt und ein in hoher Geschwindigkeit rotierendes hartes Objekt auf ein menschliches Auge trifft?
      Ich bin zunächst nur von meinem Gedanken ausgegangen, dass ich mein Kind dazu in aller Bestimmtheit instruieren würde. Das habe ich gegooglet. Ich zeige im Text zwei Beispiele auf, in denen in ‚professionellen journalistischen‘ Berichten auf solche Gefahren bei begleitend entsprechend gezeigtem riskantem Verhalten in keiner Weise hingewiesen wird. Dies halte ich schon für ein Problem.
      Wollen Sie sagen, dass man sich mit Fidget Spinnern an der Hand verletzen kann, aber nicht am Auge? – Das kann eigentlich nur jemand glauben, der PR für Hersteller solcher Spielzeuge macht.
      Ihr Hinweis auf Jojos (Vergleichbarkeit?) könnte letztlich in der Aussage münden, dass das Leben sowieso tödlich ist und deshalb jeder andere Warnhinweis übertrieben.
      Auch wenn Ihr Hinweis auf gewisse Übertreibungen in den Videos, die unter den Suchergebnissen auftauchen, korrekt ist, finde ich weder Ihre Motivation nachvollziehbar noch die Ausweitungen Ihres Arguments. Wollen Sie nun sagen, mein Artikel sei in seiner Ausrichtung überflüssig, möglicherweise selbst click bait? Ich kann Ihnen versichern, dass das jedenfalls nicht von Erfolg gekrönt war – auch sonst nicht in gravierenden Fällen wie z. B. sexuellem Kindesmissbrauch durch Funktionäre der Unterhaltungsindustrie. Das interessiert ein Massenpublikum nicht, weil es ihre Bezahlmedien nicht interessiert. Ich erwähne das, weil es auf einer abstrakten Ebene derselbe Mechanismus ist: Gleichgültigkeit, willentliche oder unwillentliche Kumpanei mit missbräuchlichen Akteuren, die z. B. die Schwächen von Kindern ausnutzen. Es scheint mir im Kleinen ein ähnlich gelagerter Fall zu sein: dass man einen Spaßartikel-Hype erstmal laufen lässt. Hersteller verkaufen wenig praktisch relevantes Zeug, Journalisten können Sendezeiten füllen. Risiken verdrängt man solange, wie es irgend geht. Opfer sind in erster Linie Kinder, die die Risiken nicht selbst einschätzen können, und Eltern, die von solchen Tendenzen der Konsumgesellschaft, wie gesagt, auch in gravierenderen Ausprägungen überfordert sind.
      Ihr Argumentationsmuster hier ist typisch für den genannten Zusammenhang: Nicht großflächiges kritikwürdiges Verhalten von Industrien wird in unserer Gesellschaft kritisiert, sondern verdummte Konsumenten haben in größerer Zahl vorwiegend die Angewohnheit, solange die wenigen Kritiker zu kritisieren, die ihre eigenen Illusionen stören – wenn man es eben nicht mit bezahlten PR-Aktionen zu tun hat, die sich als ‚kritischer Nutzer-Kommentar‘ tarnen.
      Was wollen Sie mit einem Satz sagen, dass „[d]ie Wahrscheinlichkeit, dass Stern und SAT1 hier fahrlässig eine Gefahr verschweigen, […] deutlich geringer“ sei? Sie überspielen damit, dass Sie über tatsächlich bestehende Risiken im Umgang mit Fidget Spinnern selbst tatsächlich kein Wort sagen – und kommerzielle Medien, soweit ich bisher sah, allermeistens nicht. Bestehen diese Risiken nun oder nicht?
      Sie lenken auf das Nebengleis um, dass einzelne Berichte zu den Gefahren in gewissem Maß vielleicht übertreiben könnten, wobei der Hinweis auf reißerische Bilder noch nicht bedeutet, dass dies in der Realität nicht die Folge des Gebrauchs von Spinnern sein kann. Um eine eigene Einschätzung dazu drücken Sie sich herum. Und es wäre eigentlich eine notwendige Abwägung, die zu der von Ihnen geäußerten Kritik mindestens dazugehören würde. So würde es wohl jeder klar denkende Privatmensch tun (von denen wir immer weniger haben). So, wie Sie vorgehen, machen Sie sich zum einseitig für die Industrie und kommerzielle Medienproduktion sprechenden Anwalt. (Ich verstehe mich hier als Anwalt der Zuschauer und meiner Leser und von niemand sonst.) Auch das ist keine Seltenheit – es ist eine Überidentifikation mit dem Aggressor (hier Vermarktungsinteresse für Gaga-Produkte und unjournalistisch unkritische Berichterstattung), wenn Sie mich fragen. Wie auch gesagt, ist das im Fall massenhaft deutlich schädlicherer oder im Einzelfall noch schwerwiegenderer Abgründe dieser Medienkultur dringender zu besprechen, dies hier ist nur ein Unterpunkt innerhalb solcher Themen, wie ich sie im Blog hier laufend beschreibe.

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