Die zweite Zschäpe

Unter der Überschrift „Die Doppelgängerin der Nazi-Terroristin packt aus“ berichtet „Die Welt“ am 26.12.2011 über neue Zwischenergebnisse in den Ermittlungen zur sog. „Zwickauer Gruppe“.

Die hier angestellten Überlegungen erhalten dadurch eine indirekte Bestätigung. Jedenfalls hat es auf Basis von Ähnlichkeit scheinbar auch gruppenintern eine explizite Praxis gegeben, insofern eine Frau namens Mandy Struck durch ihre zeitweilige Nähe zu rechtsorientierten politischen Gruppierungen ins Visier der Fahnder geriet. Die mutmaßliche Terroristin Beate Zschäpe soll Ausweispapiere mit Strucks Namen verwendet haben, auch aus dem Grund, weil sie ihr äußerlich ähnele.

Solche Doppelspiele liegen in der Lage untergetauchter Straftäter durchaus nicht fern. Man mag mich korrigieren, doch etwa aus dem RAF-Kontext ist mir dennoch derlei nicht geläufig. Der betonte Doppelgänger-Effekt (statt einer frei erfundenen Deckidentität) passt abermals auch in ein Erklärungsschema, das über die isolierten Taten einer Kleingruppe von Fanatikern hinausgeht. Und die neuesten Versionen der Selbstmord-Hypothese zu den beiden Mittätern Zschäpes, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos, klingen ebenfalls nach wie vor recht ungewöhnlich.

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Daniel Hermsdorf

Verleger, Autor, Journalist bei filmdenken.de - Medienkritik, Verschwörungstheorie und Physiognomik

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