#Rhetorik der #Krankheit und #Zerstörung – House-#Musik

Es ist so allgegenwärtig, dass es den meisten wohl kaum noch auffällt. Ein kleines Beispiel sei hier vermerkt, wie man die alltäglichsten und schönsten Dinge mittlerweile mit Sprachformen bedenkt, die das Gegenteil ausdrücken. Hier ist es – wie man in früheren Jahrzehnten gesagt hätte – eine Tanzveranstaltung von MySuperDry im Berliner Aufbau Haus am 12.05.2017. Die Auftretenden, so der Ankündigungstext,

will tear the club down with infectious house tunes.

Schon klar, dass deswegen allein keine Tiere zu Schaden kommen. Ob man in realiter dadurch sensibler dafür wird, wenn Gebäude zerstört und ansteckende Krankheiten verbreitet werden, darf allerdings bezweifelt werden.

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Daniel Hermsdorf

Verleger, Autor, Journalist bei filmdenken.de - Medienkritik, Verschwörungstheorie und Physiognomik

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5 Responses

  1. mar io sagt:

    @zuoffen : was soll der kommentar ? musik ist international, house, techno usw, sind sehr international obwohl diese art der musik besonders auch in deutschland und europa geprägt wurde. deutsche sprache = nix international. ergo: flyer in englischer sprache… war schon immer so. wenn man keine ahnung hat…

    • Ich weiß, dass so etwas schon lange Standard ist. 1967 hieß es zu den „Rolling Stones“ auf einem deutschen Plakat: „Die härteste Rockband der Welt“ – was damals eine Neuerung war.
      Dennoch erlaube ich mir, auch nach Jahrzehnten der Dosis-Steigerung sprachlicher Brutalismen die Frage zu stellen, was das eigentlich bedeutet. U.a. vermute ich, dass nach zwei Weltkriegen Gewalt zunehmend in die Alltagssprache eingewandert ist. Die psychologische Reflexion darüber kann auch behaupten, dass es besser ist, Gewalt im Symbolischen zu verhandeln, weil sie sowieso im Menschen steckt. Das wäre eine psychoanalytisch begründbare Denkungsart.
      Andererseits leben wir ja in einer Gegenwart, in der es nur noch wenige Demonstrationen gegen laufende Gewalt-Tendenzen inner- und außerhalb unserer Gesellschaft gibt. Von daher wäre es auch möglich, eine Desensibilisierung in diesen Standards zu sehen. In anderer Hinsicht würde ich das unbedingt so einordnen. Ich bin keine Spaßbremse und höre selbst gerne auch mal brachiale Klänge. Aber es ist nicht so, dass ich nicht an derlei schon Menschen hätte sterben sehen.

      • mar io sagt:

        ok… unter diesem gesichtspunkt kann man darüber diskutieren… auch auf diesem niveau. mir war allerdings der anstaz des user „zuoffen“ etwas zu plakativ und eindeutig motiviert. das sprachgebrauch auch psycholigische wirkungen haben kann möchte ich nicht anzweifeln. und ja… die eigene sprache auch mit genauigkeit und zielgerichtet zu verwenden hat stark nachgelassen…

  2. mar io sagt:

    moin… tja also das ist doch üblicher sprachgebrauch im musik bereich… gerade bei elektr. tanzmusik… nicht erst seit gestern. das würde ich mal nicht zu hoch hängen… this sound will blow the walls off… typische flyer sprache…. schon in den neunzigern zur hochzeit des techno…

  3. zuoffen sagt:

    Mir fehlt in Ihrem Beitrag noch der Hinweis, daß der gesamte Text unter dem zugehörigen Link nicht in deutscher Sprache abgefaßt ist sondern
    in angelsächsischer: Amerikanisch oder Englisch, das kann ich nicht beurteilen. Ich kenne mich in den sprachlichen Feinheiten englischer und
    amerikanischer Besatzer nicht aus.

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