#tagesschau-Groteske: Bombendrohung in #Hannover

Am heutigen Abend wartete die Redaktion der ARD-„tagesschau“ mit einer besonderen Dramaturgie auf: Organisatoren des Fußball-Länderspiels Deutschland-Niederlande hatten es, wenige Tage nach den Terroranschlägen von Paris u. a. am Stade de France während des vorherigen Spiels der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, für richtig gehalten, das heutige Spiel stattfinden zu lassen. Dann aber gab es Hinweise auf mögliche Anschlagspläne, die aber nicht sonderlich konkret zu sein schienen. Am späten Abend vermeldet man nur noch lapidar:

Nach Angaben der Polizei in Hannover gab es Hinweise, dass ein Sprengstoffanschlag im Stadion geplant war. Laut Niedersachsens Innenminister Pistorius wurde kein Sprengstoff gefunden. Auch gab es keine Festnahmen.

Die Haupt-Nachrichtensendung um 20 Uhr verbrachte fast ihre ganze normale Sendezeit lediglich damit, Null-Informationen aus dem leeren Stadion zu übermitteln, aus dem einige wenige schon eingetroffene Zuschauer wieder herausgebeten worden waren.

Um eine Stimmung des Terrors und der Angst zu übermitteln, eignen sich solche Inszenierungen. Aufgabe einer Nachrichten-Sendung ist dies jedoch nicht. Dass Fußball-Spiele ausfallen, wäre eigentlich ein guter Anlass, einmal darüber nachzudenken, über welchem Quatsch unsere Gesellschaft all die nun herandrängenden echten Probleme über viele Jahre verdrängt hat. Aber dabei wird die ARD vermutlich nach wie vor leider nicht wirklich helfen wollen.

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Daniel Hermsdorf

Verleger, Autor, Journalist bei filmdenken.de – Medienkritik, Verschwörungstheorie und Physiognomik

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