Whitney Houston – Opfer eines Rituals?

Zur Geschichte der Populärkultur gehören die Elegien im Todesfall, zumal im verfrühten. Das letzte Beispiel hierfür ist die Sängerin und Schauspielerin Whitney Houston (1963-2012). Wie bei so vielen anderen unter Ihresgleichen waren Drogen der Risikofaktor – so ließen schon Nachrichten der Vergangenheit eine verminderte Lebenserwartung erahnen.

Wieviel taugen also Theorien über einen anderen Hergang ihres Ablebens als dem körperlichen Zusammenbruch durch Einnahme von Giften? „YouTube“ hält hierzu einen neueren Beitrag bereit:

Die Belieferung von Prominenten mit gesundheitsschädigenden Subtanzen – bis hin zur ärztlichen Überversorgung mit Todesfolge bei Michael Jackson – ist ein Thema für sich. Auch hierbei wären verschwörerische Tendenzen nicht unmöglich.

Das gezeigte Video kombiniert den Verdacht mit symboltheoretischen und astrologischen Spekulationen. Es sei hier als ein Beispiel für solche Theoriebildungen festgehalten. Die Architektur eines Ortes wie dem „Beverly Hilton Hotel“ in Los Angeles enthält als Luxusobjekt fast notwendig bestimmte Finessen, die symbolisch codiert sind. Die Glamour-Veranstaltung der „Grammy“-Verleihung ist ohne Frage einer der bedeutendsten Riten der Pop-Industrie. Die in einem solchen Video vorgebrachte Deutung und Schlussfolgerung bewegt sich auf einer Ebene, die von kommerziellen Massenmedien bisher weitgehend ausgespart wird: im Hinweis auf Denkweisen und Erlebnisdimensionen, die von vielen als vormodern und vergangen aufgefasst werden. In Verschwörungstheorie und ihrer historisch-kritischen Aufarbeitung müssen diese Argumente geordnet und evaluiert werden.

Es bleibt zunächst die Frage, ob Whitney Houston das profane Opfer eines Lebensstils wurde, den ihre Profession durch Reichtum und Vorbilder hervorbringt; oder ob die Sphäre der Sangesengel tatsächlich Schauplatz grausam-mythischer Spiele ist, die rechtsstaatliche Grenzen nach dem Stil von Geheimdiensttätigkeit überschreiten.

Update 23.03.2012: „Whitney Houston laut Gerichtsmediziner ertrunken […]. Außerdem sollen in der Leiche des Stars Spuren von Drogen gefunden worden sein.“ („Die Welt“, 22.03.2012)

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Daniel Hermsdorf

Verleger, Autor, Journalist bei filmdenken.de - Medienkritik, Verschwörungstheorie und Physiognomik

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