Die ewige Wiederkehr der Spiele

Es ist ein erlösender Moment, auf den Millionen sehnsüchtig warten: am heutigen 07.08.2010 platzt der Knoten, renkt sich die Mangelsituation wieder vorläufig ein: football’s coming home bzw. back. Bayern München spielt gegen Schalke 04 im sog. „Supercup“ (übertragen live in der ARD-Sportschau). Wer mehr darüber wissen möchte, kann hier in einem Artikel von Uwe Wolfrum die wechselvolle Geschichte dieser Turnierveranstaltung nachlesen. So heißt es etwa:

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) entschied sich im Herbst 2007, den Ligapokal im Folgejahr nicht mehr auszutragen. Gründe dafür waren die starke Konkurrenz zum erweiterten DFB-Pokal sowie der wachsende enge Zeitplan der Spiel zwischen Bundesliga, DFB-Pokal, Champions League, den damaligen Uefa und UI Cups sowie den WM- und Euroturnieren und Spielen der deutschen Nationalmannschaft.

In diesem Jahr aber die große Wende, die Peripetie in einem großen Drama:

Im Herbst 2009 entschied sich die DFL schließlich, auf Drängen der Vereine, der Fans und der Medien den Pokal wieder offiziell stattfinden zu lassen.

Sportfans waren in diesem Jahr nun wahrlich nicht auf ihre Kosten gekommen. Vom 12.-28.02.2010 konnten die Olympischen Winterspiele in Vancouver den Durst nach Rekorden nicht wirklich stillen. Zu lang auch das Intervall bis zur Formel-1-Saison, die ab dem 14.03. folgte und noch bis 14.11.2010 dauert. Denn zwischendurch gab es lediglich die wöchentlichen Fußball-Bundesliga-Ereignisse zu sehen – und auch die nur bis zum 08.05.2010. Dann das Aus: Sommerpause bis zum 20.08.2010. Die Fußball-Weltmeisterschaft vom 11.06.-11.07.2010 konnte hier nur schwerlich für so bitter notwendigen Ausgleich sorgen.

In der Notsituation konnten TV-Sender nur noch mit der Tour de France vom 03.-25.07.2010 aufwarten – ein viel zu kurzes Zeitintervall, um als Fan in das psychologisch so wichtige Zeitkontinuum so richtig hineinzukommen. (Hier muss nachgebessert werden.) Die Leichtathletik-Europameisterschaften vom 27.07-01.08.2010 in Barcelona erreichten nur mäßige Millionen-Zuschauerzahlen. Verständlich – hier ein noch verstärktes Kontinuumsproblem (lächerliche sechs Tage), außerdem schwindet die Aufmerksamkeit bei bedürftigen Zuschauern durch die Nebenwirkungen des zu beklagenden kalten Entzugs.

Gut, dass die Deutsche Fußball Liga (DFL) mit der Wiederaufnahme des „Supercups“ nun ein Hoffnungszeichen setzt. Nur wenn diese Politik verstetigt werden kann, können wir auch das Ruder nochmal rumreißen. In Richtung Titel, versteht sich.

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Daniel Hermsdorf

Verleger, Autor, Journalist bei filmdenken.de - Medienkritik, Verschwörungstheorie und Physiognomik

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