#Theater-Weckruf von Lydia #Dykier

Das folgende Video ist ein Stress-Symptom unter “Corona”-Bedingungen, das gleichwohl einige Langzeit-Entwicklungen anspricht. Die Theatermacherin und Aktivistin Lydia Dykier ist seit einigen Wochen deutlicher zu sehen im Umfeld von Protesten in Berlin und hat keine Berührungsangst etwa mit “Querdenkern”, von deren aktuell so genannter Bewegung sie sich zuletzt wieder distanzierte.

Selbst, wer mit Theater kaum zu tun hat, kennt die von ihr hier angeklagten Zustände mit ein paar dauergehypten Kulturfürsten, ihren filzigen und politisch bornierten Apparaten. Es sind Strukturen, die sich in Medien und Wissenschaft genauso finden: Satt gefütterte “68er” lassen nur Nachäffer ihrer Säulenheiligen auf der Karriereleiter durch und bringen kaum noch etwas hervor, was als lebendige Geisteskultur empfunden wird – sie interessieren sich im wesentlichen nur für Tote und wiedergekäute, möglichst verrätselte prätentiöse Diskurse. Vermeintliche “Qualitätsmedien” versuchen, verwässerte Internet-Abgüsse an eine meist schwindende Abonnenten-Zahl zu verkaufen. Wer in diesen Mainstream blickt und hört, gewärtigt kaum etwas anderes als “Rassismus”- und “Antisemitimus”-Debatten mit den immergleichen reduktionistischen Stereotypen – bei genauerer Betrachtung vielleicht ein klinischer Fall, in den seit Monaten dann noch die “Corona”-Monokultur hereinbricht mit ihren Deklinationen von “Maskenpflicht” und “Abstand”.

Man kann es auch Linksspießertum nennen, das unter Berliner Bedingungen besonders gut gedeiht – ein CSU-finanzierter Antifa-Traum. Was Lydia Dykier offensichtlich wütend macht, ist ein von narzisstischen Komplexen getriebenes Hauptstadtgeschehen, in dem die zu 20 % aus Bayern und Baden-Württemberg angerollten Milliarden Strukturen zementieren, innerhalb derer man zu glauben scheint, es gehe in der Welt einzig und allein um das, was man seit einer lange vergangenen Großdebatte für “politische Korrektheit” hält.

Lydia Dykier ist deshalb auch Zielscheibe für “linke” Distanzierungen, die in der Gegenwart in immer höherer Dichte irgendwie ‘erschreckt’ darüber sind, was sich an Realität um sie herum aufgetürmt hat – mehr oder minder gescheiterte, ihrer Lebensgrundlagen beraubte Existenzen und alles Mögliche an Multikulti und Sexualität, was irgendwie doch nicht so ganz zu ihren eigenen Absichtserklärungen passen würde. So eine Äußerung der an der Volksbühne situierten Initiative “Staub zu Glitzer” betr. Dykier:

B6112 Damit hier keine Missverständnisse entstehen. Wir lassen diesen Post aus dokumentarischen Gründen stehen. Von der aktuellen politischen Entwicklung der Regisseurin und Teilen ihres Teams sind wir entsetzt. Wir distanzieren uns ausdrücklichst.

https://www.facebook.com/StaubzuGlitzer/posts/2392689107633868?comment_id=2762069940695781

All das hätte Thema von Kunst zu sein, wie die Aktivistin es hier programmatisch fordert. Sie erweist am Rande schonmal ihre Referenz an Christoph Schlingensief, der einer der letzten Künstler war, der in diese trügerische Selbstzufriedenheit Bewegung brachte. Nur ist er leider tot – und dies noch nicht lange genug, um in seiner Substanz bei derzeitigen Gatekeepern Beachtung zu finden.

Daniel Hermsdorf

Verleger, Autor, Journalist bei filmdenken.de - Medienkritik, Verschwörungstheorie und Physiognomik

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