#Doubles der Opposition (4) – Jörg #Meuthen (#AfD)

Im vierten Teil dieser kleinen Reihe ist es der (neben Frauke Petry) zweite Parteivorsitzende der „Alternative für Deutschland“ (AfD), den ich auf ein historisches Vor-Bild befrage. Jörg Meuthen ist Professor für Volkswirtschaftslehre und Finanzwissenschaft an der Hochschule Kehl und also ein Quereinsteiger in die Politik.

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Das Auffinden seines historischen Doubles verdankt sich dem Zufall einer Namensdoppelung: Einer der drei Mitbegründer der Zeitschrift „The New Republic“ (TNR, 1914ff.), Walter Weyl, hatte einen Großvater namens Julius Stern, tätig als Händler in Philadelphia. (Von Weyl wird im letzten Teil der Reihe noch einmal zu sprechen sein.) Die jüdische Herkunt Weyls teilt auch der Komponist Julius Stern – der jedoch nicht mit Weyl verwandt ist.

In dieser Beitrags-Reihe hier geht es um die Interferenzen von The New Republic mit der gegenwärtigen Politiker-Riege der AfD. Deshalb ist der hier anzustellende Vergleich noch einmal ‚um die Ecke gedacht‘ – nämlich im kollektiven Gedächtnis nur assoziiert über einen Namen, der in der Verwandtschaft von TNR-Gründer Weyl ebenfalls auftaucht.

Dafür ist der Double-Charakter, wie ich finde, durchaus überzeugend. Es wäre im Fall eines Jörg Meuthen zu recherchieren, wie er den Zugang zur Parteipolitik fand. Neben einer persönlichen und ehrlichen Motivation, die hier niemand abgesprochen werden soll, können dabei Einflussnahmen stattgefunden haben, die Meuthen in ein Maskenspiel integrierten, mit dem innerhalb der AfD (und nun auch von ALFA) auf The New Republic verwiesen wird. Es wäre Deutschland zu wünschen, wenn mit Personen wie Meuthen verstärkt echtes (in diesem Falle: finanz)wissenschaftliches Know how in die Politik Eingang fände.

Die Integration in eben ein solches Maskenspiel weckt jedoch bei näherer Betrachtung den Verdacht auf Manipulation. Was sollte uns damit gesagt werden? Es ist zunächst immer eine Geste der Machtausübung, wenn Ausgewählte feststellen sollten, dass sie ohne ihr Wissen ausgewählt wurden, statt selbst souverän zu entscheiden. Dies kann also schon Haltung und Verhalten von Personen beeinflussen, die begreifen, dass sie unter Beobachtung stehen.

Die Einsicht in eine solche verschrobene geheimpolitische Art des Castings muss nicht einmal der Betroffene selbst sonderlich schnell erlangen. Die Suche in einem Kontext wie The New Republic liegt ja, ausgehend von der AfD, nicht einmal besonders nahe. Für Betrachter (und Wähler) entsteht im Falle der Erkenntnis leider der Eindruck eines gesteuerten Systems, in dem die ‚Alternativen‘ immer schon einer gewissen Vorauswahl unterliegen, die nicht nach demokratischen Prinzipien stattfindet.

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Daniel Hermsdorf

Verleger, Autor, Journalist bei filmdenken.de - Medienkritik, Verschwörungstheorie und Physiognomik

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