Zerstörung der tatenlosen Bildungs-#Elite

Zu den laufenden Zer­stö­rungs­pro­gram­men gehört der schon über Jahrzehnte vorbereitete Abbau geistigen Lebens und die Ausmerzung von Kulturträgern. Wie vieles anderes ist es ein schleichender Prozess. Der Mittel zur Korruption sind viele, sodass die meisten, die heute Gatekeeper in Medien und Wisenschaft sind, ihr schmutziges Geheimnis abermals totschweigen: verblödet und gekommen, um zu verblöden.

Ein „Tagesspiegel“-Artikel von Caroline Fetscher (16.02.2017) bringt es in seltener Deutlichkeit auf den Punkt, was eigentlich Gegenstand von Bürger-, Gesetzes- und Reforminitiativen sein müsste: den rapiden Rückgang lebendiger Bildung und mühsam erworbener kognitiver Fähigkeiten, der sich aus falschen Inhalten, Maßstäben und Umstrukturierungen in Schule, Uni und Kulturbetrieb ergibt:

„Eigentlich müssten wir die Hälfte der Studierenden durchfallen lassen“, gestehen Lehrende gelegentlich im privaten Umfeld. Es fehle an Aufmerksamkeit, an Bereitschaft zur Lektüre größerer Werke. In Vorlesungen sähe man auf den Notebook-Bildschirmen Chatseiten, Ebay, Facebook. „Selten kommen kritische Fragen. Die Studierenden wollen einfach nur durchkommen.“

Da gäbe es noch viel zu sagen. Und so manches, was schon gesagt wurde, ist bei einer größeren Zahl von Bürgern ja nie angekommen – korrupten Redaktionen und Uni-Instituten sei Dank. Natürlich geht das Problem sehr viel tiefer. Es hat auch nicht unwesentlich mit einer selbstzerstörerischen Grundhaltung zu tun, die die Meinungsführer links von der Mitte als brave Untertanen von Globalismus und Multikulti-Wunschdenken brav erlernten und nach wie vor exerzieren.

Krisen-Diagnosen sind also notwendig und kommen dabei in mancher Hinsicht und für viele Einzelpersonen eher zu spät. Fallen schon sie meistens aus – mangels Mut, Willen und Leserinteresse -, ist das eigentlich recht notwendig daraus Folgende erwartbar mit noch größeren Widerständen konfrontiert: Änderungen von Organisationsformen, Lehrplänen, Curricula, Kanons, Grundlagenforschung. Der Standard, auf den unsere Kultur nicht selten gebracht ist, ist jener von infantilisierten, schizophrenisierten Irregeleiteten im Rahmen eines angeblichen „Fair Play“, das doch ein Verirr-Spiel geworden ist (was kein kabbalistischer Zufall sein muss).

Auf dieser Website, in Büchern und Videos habe ich das schon vielfältig gezeigt. Viel mehr noch ist vorbereitet, bedarf der Schlussbearbeitung, Vermittlung – manchmal mit einem Aufwand, der von einer Einzelperson ohne Budget kaum zu leisten ist. In munterer Ignoranz behandelte und behandelt man etwa das einzige Buch, das im Detail und ohne Scheu vor Diskurs-Tabus den TV-Schwachsinn neuerer Jahre bespricht („Glotze fatal“, 2010). Für die Struktur von Medieninhalten, um die es in der Frage nach Bildung und innergesellschaftlicher Kommunikation nun einmal geht, habe ich in vielfältiger Form Lektüre-, Denk- und Gesprächsangebote gemacht.

Die Erfahrung im heutigen Deutschland erinnert Menschen wie mich wenigstens in bedeutenden Teilaspekten an jene Totalitarismen, die politische Sonntagsredner und ein journalistischer Todeskult für die Vergangenheit großflächig in morbidesten Farben malen: Gesprächsverweigerung durch Funktionsträger, erbarmungslose Durchsetzung vieler fragwürdiger Ideologien, in Irrlehren verrannter Standesdünkel, Betäubung mit Un- und Flachsinn, institutionalisierte Totalverweigerung teils mit trügerischer Geschäftigkeit an der Außenseite.

Leider ist auch bei den Großsprechern angeblicher Reformwilligkeit in der unmittelbaren Gegenwart für mich persönlich nicht erkennbar, dass sie das suchten, was am Anfang eines so lange überfälligen Reformprozesses stehen müsste: konstruktiver und gleichberechtiger Dialog. Dass auch hier Gewalt Gegengewalt erzeugt und wie dabei das Verursacherprinzip aussieht, sollte wenigstens klar sein.

Die Rolle der Neuen Medien ist dabei ambivalent: einzige Spielwiese für nicht systemkonforme Ansichten, zugleich Selbstverstärker von teils orientierungslosen Konsumenten mit eingeschränkter Urteilskraft, die sich und andere immer tiefer in Un- bis Halbbildung, stupide Wiederholung und naive Selbstbestätigung hinabziehen. Auch hier wirkt sich aus, dass der Erwerb echter Autorität Post-’68 zu einem der fremdesten Worte in einer sich selbst und anderen entfremdeten Umgebung geworden ist (und dabei die eigenen Entfremdungs-Begriffe entweder vergessen oder aus terroristischen Gründen zum praktischen Prinzip erhoben hat – wenn es nicht vor sich selbst zurückgeschreckte Anti-Bürgerlichkeit ist). All das ist nur für den überzeugten Satanisten letztendlich ein wahres Fest: zuzusehen, wie nur noch wenig nach Höherem strebt, wie Dummheit sich selbst verkennt und bestätigt, wie eine einstige Fülle des Lebens in Datenfriedhöfen ausbleicht.

Sollten Sie es – wie die wenigsten – bis hierher geschafft haben: Sie kennen spätestens jetzt mein Angebot. Sie können mich jederzeit vertraulich ansprechen. Zeitlichen Spielraum haben wir schon lange nicht mehr. Veränderung ohne Veränderung gibt es nicht.

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Daniel Hermsdorf

Verleger, Autor, Journalist bei filmdenken.de - Medienkritik, Verschwörungstheorie und Physiognomik

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