Links-#Populismus bei Mario @Sixtus – @cicero_online @RolandTichy

Der für seinen Technik-Journalismus durchaus zu Recht bekannt gewordene Mario Sixtus bespielt seine mittlerweile fast 100.000 Twitter-Follower gern mit politisch linksextremen Haikus. Hypersensibel reagiert er auf alles, was nicht schnellgetaktet des Holocaustes gedenkt und den Abriss-Bagger auf „Deutschland“ zulenkt, in einer typischen Mischung aus Überempfindlichkeit und Rechthaberei. Dass immer noch nicht alle verstanden haben, dass man links sein muss und bei welchen Signalwörtern ein Wasserglas-Sturm spießig-moralistischer Empörung im Gehäuse einer Ex-Punk/Cyber-Attitüde losbrechen muss. Alles, was über die Anfertigung hochaufgelöster Digitalfotos, das freiwillige Melden der eigenen Jogging-Route an eine US-Datenkrake und die Aussage „Deutschland muss jeden Zuwanderer aufnehmen“ hinausgeht, steht unter dringendem Faschismus-Verdacht. Wenn mancher nur wüsste, in welchem Wasserglashaus er sitzt.

Der folgende Tweet, in dem die Magazine „Cicero“ und „Tichys Einblick“ angesprochen sind, zeigt in der Wortwahl des „Säuretanks“ für die beiden rechtskonservativen journalistischen Organe eine Aggressivität, die für die politische Gegenseite allgemein sicherlich als Populismus, wenn nicht Hetze eingestuft werden würde.

Und man sieht im dazugehörigen Dialog mit Marcus Tietz (‏@martiz2955), wie gut im Fall Sixtus die CIA-Programmierung „Verschwörungstheorie = Irrsinn“ beim braven NWO-Bürger verfängt. Auf die Empfehlung, nicht nur die eigene vorgefasste Meinung gelten zu lassen, antwortet er:

„Jenseits der ausgetreten Pfade“ ist noch kein Wert an sich. Dort wohnen ja beispielsweise auch Chemtrails und Reichsbürger.

Und wer ungebührliche Hinweise gibt, wird im herrischen Ton des deutschenhassenden Häkeldeckchens verwiesen:

Wer links und rechts gleichsetzt, ist raus aus dem Diskurs.

Wessen Diskäse auch immer.

Update 21.01.2017: Mario Sixtus hat nochmal geantwortet:

Darauf ich:

„Polemik“ möchte Sixtus also betreiben. Aus der Lexikon-Definition dafür entnehme ich, dass lediglich die „Übertreibung“ der Schmähung als „Säuretanks“ unter diesen Begriff fällt. Das Übrige – wie „rhetorischen Wettstreit“, „Ironie“, „Sarkasmus“ finde ich hier nicht vor, schon gar nicht „sachliche Argumente“. Während die genannten Quellen täglich neue umfangreiche und gehaltvolle Texte publizieren, lässt Sixtus abseits seiner eigenen Themenfelder über Twitter lediglich linksgrünes Ressentiment erkennen – und prägt damit weiter ein Denken, das sich in der Sache nie zu rechtfertigen müssen glaubt.

„Populismus“ trifft hier deutlich eher zu: „Polarisierung, Personalisierung, Moralisierung und Argumente ad populum oder ad hominem“, auch Elemente der Definition von „Linkspopulismus“: „Schwarz-Weiß-Schema“, „Stigmatisierung“.

Das Kommunikationsmuster in dem von Sixtus hier zuletzt zitierten Tweet ist abermals typisch für Linke: zickige Zurückweisung ohne Argumente, eigenmächtiger einseitiger Abbruch der Kommunikation mit suggestiv abschließender, wenn auch unbegründeter Bewertung („Aber egal“), die sich zugleich selbsthypnotisch von der Überflüssigkeit jeder Diskussion über die eigene Position zu überzeugen versucht. Dies dürfte täglich millionenfach geschehen und gehört zu den Hauptgründen für politischen Stillstand hierzulande, so läppisch es im Einzelfall erscheinen mag.

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Daniel Hermsdorf

Verleger, Autor, Journalist bei filmdenken.de - Medienkritik, Verschwörungstheorie und Physiognomik

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