Integration gelingt, weil #Integration nicht gelingt – Logik der #Asyl-Prediger

Sich in Krisen selbst zu belügen, ist eine schlechte Strategie. Genau das passiert jedoch laufend etwa in der Flüchtlingsdebatte. Was sich als Besonnenheit und Humanität bemäntelt, ist nicht selten eine solche Form des Selbstbetrugs und der Fehlinterpretation.

Ich möchte das hier an zwei schlichten Aussagen zeigen. Sie zeigen, wie die Denke der Befürworter von Masseneinwanderung häufig funktioniert. Sie übergeht dabei Realitäten und stellt positive Entwicklungen in Aussicht, die nicht zu erwarten sind.

1. Zuwanderer sind nicht krimineller als Einheimische.

Integrationisten halten Menschen für beliebig formbar – unabhängig von Herkunft und Lebensalter. Über Probleme von Integration und Zusammenleben, verursacht durch Migration, gehen sie vorzugsweise hinweg.

Doch gehen wir einmal davon aus, dass ihre Auffassung stimmt, dass niemand durch Herkunft eine größere Neigung zu Kriminalität mitbringt als andere. Was niemand bestreitet, ist, dass Armut zu mehr Kriminalität führt. Die Befürworter von Masseneinwanderung verschieben deshalb willkürlich den alleinigen Fokus auf einen Teil der Realität: dass manchen Statistiken zufolge es betreffs Straftaten wenig Unterschied gibt zwischen Menschen, deren Familien schon recht lange in Deutschland leben, und jenen, die kurzfristig hinzugekommen sind. Entscheidend sei, ob jemand in Armut lebe oder im relativen Wohlstand.

Ein weiterer Befund lässt sich jedoch nicht bestreiten und lässt die gerade genannte Auffassung deshalb unbrauchbar für eine Schlussfolgerung werden, die Masseneinwanderung befürwortet: Zuwanderung hat bei mangelnder Steuerung zur Folge, dass stark überdurchschnittlich viele Zugewanderte in armen Verhältnissen landen – und oft auch bleiben.

Deshalb hat die Rechtfertigung, dass arme Zugewanderte genauso kriminell seien wie arme Einheimische, zugleich die Konsequenz, dass mehr Zuwanderung auch mehr Kriminalität bedeutet. So bestätigen Asyl-Prediger selbst, was sie angeblich bestreiten und widerlegen wollen.

Achtung_Integration-Asyl-Fluechtlinge

2. Terroristen mit Migrationshintergrund sind keine Flüchtlinge, sondern in Europa aufgewachsen.

Bei jüngsten Terroranschlägen geht es immer wieder um die Frage, ob die Flüchtlingskrise die Terrorgefahr erhöht. Hier wird der Fokus der Aufmerksamkeit auf der Zeitachse willkürlich verschoben: Es ist unbestreitbar, dass islamistische Terroristen in westlichen Ländern weitgehend einen Migrationshintergrund haben. Man sieht an ihnen Extremfälle gescheiterter Integration. Statt einzugestehen, dass schon bei diesen – unter günstigeren Bedingungen weniger zu Integrierender – Integration gescheitert ist, schränken Asyl-Prediger ihre Perspektive auf die nächstliegende Gegenwart ein und behaupten, dass ja durch aktuell Zuwandernde nicht mehr Terrorismus entstehe, da die Terroristen Menschen seien, die bereits länger hier lebten.

Den Integrationisten gelingt es also auch hier, eine Widerlegung ihrer eigenen Haltung fälschlicherweise als ein Argument für diese zu deklarieren: Sollte sich nicht friedliche Integration unter zukünftig schlechteren Bedingungen besser bewerkstelligen lassen, werden aus aktuell Zuwandernden propotional eher häufiger als seltener neue Terroristen werden. Wer Terrorismus im Land verhindern will, muss nach bisherigen Erfahrungen und eindeutig abzuleitenden Einflussfaktoren für die Zukunft Zuwanderung einschränken, steuern und überwachen.

Stattdessen bleibt aber eine bis weit in die CDU hinein und zur Kanzlerin Angela Merkel hin linksliberal geprägte Öffentlichkeit nach Kräften bei der Überzeugung, auf die gegebenen Kriegszustände und Flüchtlingsströme mit einer kaum reglementierten Einwanderungspolitik zu reagieren, diese sogar aktiv zu befördern und zu begrüßen. Ob erpresst, verhetzt und/oder bezahlt, besteht in der rhetorischen Vernebelung der evidenten Zusammenhänge eine geradezu satanistische Umkehrung, die weit verbreitete Denkweisen auf ein irriges Fundament stellt.

Ich behaupte nicht, mit diesen Hinweisen alle Probleme lösen zu können, die evident bestehen. Aber das Bemühen um humanitäre Integrität sollte nicht mit einer Zerstörung logischer Denkstrukturen einhergehen. Lässt man sie außer Acht, wird man weiterhin an Realitäten scheitern.

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Daniel Hermsdorf

Verleger, Autor, Journalist bei filmdenken.de - Medienkritik, Verschwörungstheorie und Physiognomik

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5 Responses

  1. Peter Hallonen sagt:

    (Teil 3) Letztlich trifft es zu, diese Denkweise oder Geisteshaltung als genizodal gegenüber dem eigenen Volk zu betrachten. Wer dieses Wort auf Seiten der „neuen Opposition“ gebraucht hat, wurde zumeist umgehend als rechtsextremer Hetzer gebrandmarkt. Doch die Logik spricht für diese Einschätzung. Denn einen ähnlich frappierenden Widerspruch bringen die enthusiastischsten Asyl-Migrationsbefürworter zustande, wo es um Familienpolitik geht. Diese sei reaktionär, wenn sie die traditionelle Familie staatlich besonders fördern möchte und zum Ziel habe, die Geburtenrate wieder auf ein bestandserhaltenes Niveau zu erhöhen. Über dieselbe Wertschätzung muslimischer Migranten gegenüber einer traditionellen Familie verlieren diese Leute aber überhaupt kein kritisches Wort, obwohl diese Wertschätzung hier oftmals auch eine diskriminierende Seite hat, nämlich gegenüber Frauen, die sich der ihr in dieser Familie zugedachten Rolle verweigern. Schlussendlich stehen sie dann ja alle im Bunde mit Adolf Hitler, dessen politisches Testament der Auslöschung des im Krieg unterlegenen Volkes sie vollstrecken. So gesehen, erweisen sich CDU, SPD, Grüne, FDP und Linke alle als geistige Nachfolgeparteien der NSDAP.

  2. Peter Hallonen sagt:

    (Teil 2) Wer sich sogar angesichts der Zugehörigkeit zum reichen und kriegführenden Westen schuldig fühlt, dass es den Menschen in den Herkunftsländern der Migrationsströme so schlecht geht, kann eines von den Migranten am wenigsten erwarten: Dankbarkeit. Er müsste also realistischerweise sogar erwarten, dass sich die Migranten auch auf kriminellem Wege das zurückholen, was ihnen angeblich vom Westen genommen wurde. Wer so denkt, dürfte es auch emotional am wenigsten schaffen, Zuwanderer tatsächlich auf Integration zu verpflichten.

    Bezeichnend für den politischen Zustand dieses Landes ist, dass die scheinbare linksliberale deutsche Mehrheitsgesellschaft es in den letzten beiden Jahrzehnten nicht geschafft hat, da im Sinne der eigenen Ideologie Widerstand gegenüber der Politik zu leisten, wo es anders als in der Migrationskrise gerechtfertigt gewesen wäre: beim Anwachsen der sozialen Ungleichheit, dem Abbau von Arbeitnehmerrechten, der anderen Ländern von der EU aufgezwungenen im Ergebnis unsozialen Sparpolitik in der Schuldenkrise, Kriegseinsätzen im Nahen Osten. Die Politik kann mit dieser Gesellschaft letztlich machen was sie will, auch in der Migrationskrise. Man verteidigt die Politik da vehement, wo sie der eigenen Ideologie entspricht, und wo sie ihr zuwiderläuft, schweigt man lieber.

  3. Peter Hallonen sagt:

    (Teil 1) „So bestätigen Asyl-Prediger selbst, was sie angeblich bestreiten und widerlegen wollen.“ Das lässt sich an einer weiteren Tatsache festmachen. So sind die vehementesten „Asyl-Prediger“ solche, die von Deutschland als Nation am wenigsten überzeugt sind, also am unpatriotischsten. Das lässt sich jeweils mit Abstufungen bei Anhängern von SPD, Grünen und Linken beobachten. Sie mögen sich zum Grundgesetz bekennen, aber sehen darüber hinaus die deutsche Kultur/Deutschland als Kulturnation nicht als etwas besonders erhaltenswertes an, sind jedenfalls kaum besonders enthuasistisch, was ihr eigenes Deutschsein angeht. Von der ganz extremen Fraktion sind schließlich Forderungen wie „Nie wieder Deutschland“ oder „Deutschland verrecke“ (was zumeist angesichts der Nationalität der Demonstranten ein Aufruf zum Selbstverrecken ist) bekannt. Wer aber von Deutschland nicht sonderlich überzeugt ist, kann eigentlich auch nicht von Zuwanderern jeglicher Herkunft erwarten, dies zu sein. Damit fällt aber eine Hauptmotivation für Integration weg (eine weitere Motivation ist wohl finanzieller Natur, insofern Integration diesem Ziel nützt).

  4. Bernhard sagt:

    Lieber Herr Hermsdorf,
    schön geschrieben, aber was wollen Sie denn jetzt sagen ???

    Gefahr erkannt,Gefahr gebannt ???

    doch wohl eher nicht

    • Nein, Gefahr gebannt – denke ich sicher nicht. Auch wenn das utopisch ist – mir ginge es erstmal darum, in der Diskussion Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Dazu gehören rhetorische Tricks, Ablenkung auf Nebengleise, Scheinlogik. Wenn solche allgemeinen Aussagen erstmal bekanntermaßen falsch sind – wie wollte man dann in diesem Sinne der Verharmlosung und Verdrängung von Problemen noch argumentieren? – Dann könnte man an die Besprechung der eigentlichen Themen gehen. Und davon sind wir noch weit entfernt. Auch Beiträge der Art, wie ich ihn hier geschrieben habe, vermisse ich weitgehend in sog. Qualitätsmedien, d.h. die, die vom Staat, der Werbeindustrie und Stiftungen betrieben werden.

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