Mit ‘Fachkräftemangel’ getaggte Artikel

Die, äh, Bildung (kein Zahlenspiel)


Mittwoch, 29. Juni 2011, 2:34 Uhr. Autor:

An der „tagesschau“ selbst liegt’s nicht: Sie vermeldet am 27.06.2011 „Nachwuchsmangel“ in der „Wirtschaft“ (und meint damit wohlgemerkt die Arbeitswelt). Es seien 40.000 Ausbildungsplätze unbesetzt. Der Off-Kommentar von Daniel Satra referiert, „rund 20 % der Schulabgänger seien gar nicht ausbildungsfähig“.

Das Thema ist alles andere als neu. Wir hatten es letztes Jahr schon hier, hier und hier. Seitens der politischen Szene i. w. S. ist man jedoch scheinbar der Weisheit: Was sich lange nicht ändert, obwohl es schlecht ist, wird vielleicht doch endlich gut. (Vorausgesetzt, man hofft überhaupt, dass es gut werde.)

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) setzt in der „tagesschau“ neue Maßstäbe in Pragmatismus, wenn sie dazu rät, Schulabsolventen auszubilden, „deren Schulzeugnis vielleicht nicht gut ist.“ Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des „Deutschen Industrie- und Handelskammertages“, hingegen reagiert mit einer Mischung aus Kostenersparnis und Realismus:
„Am Ende brauchen wir, das muss man einfach sagen, bessere Schulen. Wir müssen uns einfach als Gesellschaft da mehr ins Zeug schmeißen. Und das gilt für die Eltern wie für die Schulen wie für die Kindergärten.“

Wansleben liegt damit voll im Trend, wenn man solcher Meldung vom 16.06.2010 glaubt:

Nach Hessen und Schleswig-Holstein setzt jetzt offensichtlich auch Niedersachsen den Rotstift beim Bildungsetat an.

Also, Eltern zugehört. Eltern? Hallo, Eltern …!

Ja, wo sind sie denn? Mal sehen, wo sie sich in der Altersstruktur der „tagesschau“-Zuschauer verstecken könnten. Martin Gartzke, NDR-Sprecher, macht in einer Pressemeldung vom 01.03.2011 die „Klarstellung: ‚Tagesschau‘ unverändert auf Erfolgskurs“. Aber auch „vielleicht nicht gute“ Noten in Mathematik sollten nicht daran hindern, im zweistelligen Bereich zu kalkulieren:

Im Monat Januar 2011 erreichte die Tagesschau um 20 Uhr pro Ausgabe sogar 10,35 Millionen Menschen, im Februar 2011 waren es mit 9,98 Millionen fast ebensoviel.
Bei den 20- bis 59-Jährigen fällt der Abstand noch deutlicher aus. Die Tagesschau erreichte im Februar 2011 in dieser Altersgruppe einen Schnitt von 3,73 Millionen Zuschauern […].

Von den „20- bis 59-Jährigen“ dürfte ein gewisser Anteil sich als „Eltern“ mit Kindern, für deren Berufsbildung Grundlagen geschaffen werden sollen, angesprochen fühlen. Nimmt man dafür einmal das Kindesalter von 0-15 an, gibt es laut „Bundesamt für Statistik“ 2009 von diesen 11.022.600. Für 2007 wird die Zahl der minderjährigen Kinder pro Familie mit durchschnittlich 1,64 angegeben. Daraus resultiert eine ungefähre Zahl von 6,8 Mio. Familien mit Kindern dieser Altersgruppe, dementsprechend 13,6 Mio. Elternteile (selbst kinderlose Erziehende sind hier nicht mitgerechnet). Die Zahl der Menschen von 25-65 Jahre lag 2009 bei 44,6 Mio. Von diesen sind also 30,5 % Eltern mit ‚Kindern vor der Ausbildung‘.

Setzen wir der Rechenbarkeit halber die „20- bis 59-Jährigen“ der „tagesschau“-Zuschauerstatistik mit den 25-65jährigen aus der Gesamtbevölkerung gleich, so würde dieser Anteil bei 3,73 Mio. Zuschauern dieser Altersgruppe 1,14 Mio. zusehende Eltern bedeuten. Von den Eltern wären dies dann wiederum 8,4 %.

Wenn wir also von Kommunikationssystemen sprechen, müssten wir uns fragen, über welche Wege jene ca. 91,6 % der erziehenden Eltern, die eine solche „tagesschau“-Nachricht nicht sehen, sonst von dem Problem erfahren. Dabei können wir hier nicht mutmaßen, inwiefern ihr soziales Umfeld in Beruf und Privatleben dazu beiträgt. Aber auch die Themen von realen Gesprächen sind ja zu einem bedeutenden Teil davon abhängig, worüber in Massenmedien berichtet wird.

Nun ja, es gäbe da noch das Internet. Über die Zahl derer, die Kinder von 0-15 Jahren haben und „Telepolis“ lesen, spekulieren wir hier einmal nicht. Dort könnten sie heute lesen:

Da bis zu 76% der Studenten mit Migrationshintergrund nach ihrem Studium Deutschland ebenfalls verlassen wollen oder dies zumindest in Betracht ziehen (bei den Deutschen sind es 60%), scheint es fraglich, ob die Anwerbeversuche von Bundesregierung und Industrie für ausländische Fachkräfte hier nicht ins Leere greifen.

Da können wir uns also wenigstens bei denen, die schon und noch hier sind, bis zum Studienabschluss in der Möglichkeit wiegen, dass sie dableiben. Oder wir laben uns an jener von der „Zeit“ (17.11.2010) kolportierten frohen Botschaft Kristina Schröders, „dass trotz der Krise 2009, die viele Menschen verunsichert hat, die Geburtenrate nicht drastisch abgesackt ist“, aber unverändert niedrig bleibt, sowie dass „die Pflege alter Menschen durch ihre erwachsenen Kinder ‚zu einem großen familienpolitischen Thema der Zukunft‘“ werde. Ich will Spaß!

Aber Spaß haben wir ja eigentlich schon. Denn in der „tagesschau“ verkündet Klaus Hupfeld, Geschäftsführer des „Backrings Nord“, stellvertretend für die Arbeitgeber: „Die geburtenschwachen Jahrgänge kommen jetzt.“

Der nächste Tag bringt in der „tagesschau“ dann nochmal von der Leyen im pinken Jackett. Sprecher Marc Bator kündigt den Bericht von ihren Bemühungen darum an, „wie mehr Bedürftige erreicht werden können“ – diesmal mit dem „Bildungspaket“ für Kinder von Hartz-IV-Empfängern. Off-Kommentar von Bettina Scharkus: „Nicht einmal für jedes dritte bedürftige Kind wurde bisher ein Antrag gestellt.“ Von der Leyen spricht dann von einer „wissenschaftlichen Studie“, die über die Gründe für dieses Desinteresse bei den Bedürftigsten Auskunft geben soll. Und sie sieht offenbar noch mehr Einsparpotenzial, indem Sozialarbeiter bei einem Extra-Besuch Hartz-IV-Empfänger daran erinnern sollen, das „Bildungspaket“ für ihre Kinder auch tatsächlich zu beantragen. Damit steht sie natürlich in vollem Einklang mit dem Grundsatzprogramm ihrer Partei:

Die CDU vertraut auf die Fähigkeit der Menschen, ihre Angelegenheiten selbst zu regeln. Politik soll diese Eigenverantwortung und damit das Prinzip der Subsidiarität im gesellschaftlichen und politischen Leben fördern.

Fazit: Soviel Konsequenz, soviel differenziertes und zukunftsweisendes Wissen um den Aufbau der Welt war nie. Endlich haben Politiker erkannt, wie die Wahrnehmung ihrer Schützlinge funktioniert. Mutig stellen sie sich der Herausforderung, auch unbequeme Themen anzusprechen. Da könnte man dann endlich einmal richtig sparen – an weiteren Ideen à la „Bauer sucht Wiederholungstantieme“ oder „Mutter, der Mann mit ‚Brisant‘ ist da“.

Probleme mit unlösbaren Problemen


Sonntag, 10. Oktober 2010, 23:31 Uhr. Autor:

Horst Seehofer erreicht am 09.10.2010 mit Äußerungen in der Debatte über Integration ein großes Medienecho. In der „tagesschau“ um 20 h wird ein Interview mit dem „Focus“ zitiert. Auf deren Website ist das Statement im Original zu lesen:

„Es ist doch klar, dass sich Zuwanderer aus anderen Kulturkreisen wie aus der Türkei und arabischen Ländern insgesamt schwerer tun. Daraus ziehe ich auf jeden Fall den Schluss, dass wir keine zusätzliche Zuwanderung aus anderen Kulturkreisen brauchen.“

Hier wie bei anderen Themen besteht die mediale Öffentlichkeit aus einem konfusen bric à brac, in dem Partialwahrheiten, Fehlinformationen und Trugschlüsse das Publikum dazu anleiten, das Problem letztendlich als ‚irgendwie sehr kompliziert‘ zu empfinden, um dann zum nächsten Thema überzugehen – vorzugsweise zu ‚was Einfacherem‘. Letzteres ist an diesem Abend: „Das Supertalent“ (RTL, 7,82 Mio. Zuschauer), „Melodien der Berge“ (ARD, 3,59 Mio.) oder „Die große TV Total Stock Car Crash Challenge“ (Pro7, 2,14 Mio.).

„Reformstau“ nennt man mit einem – derzeit seltener verwendeten – Wort das Resultat aus dieser Ökonomie der Kommunikation. Im Fall des bayerischen CSU-Ministerpräsidenten Seehofer kann man mehrere Faktoren studieren. Zunächst betreibt er Klientelpolitik, indem er Zuwanderung ablehnt. Dies als Populismus zu geißeln, ist gewiss naheliegend und deshalb beinahe überflüssig.

Nur mit diesem Begriff lässt sich als Verhalten eines politischen Individuums notdürftig erklären, was auf der Sachebene zur Psychopathologie tendiert. Es handelt sich – in einer der drei Definitionen von „Wahn“ durch Karl Jaspers –, um

Unkorrigierbarkeit (Unbeeinflussbarkeit durch Erfahrungen und zwingende Schlüsse)

Es gilt schlicht festzuhalten, dass man CSU-Vorsitzender sein, dabei jedoch nicht einmal eine „Google“-Recherche mit Stichworten wie „migration osteuropa prognose“ durchführen kann (oder Mitarbeiter damit beauftragt) – und im Anschluss daran, ‚wahnhaft‘ nach Schulbuch, davon ‚unbeeinflusste‘ Äußerungen tätigt. Bei der genannten „Google“-Suche findet man auf der zweiten Ergebnisseite z. B. Veröffentlichungen der FDP-nahen „Friedrich Naumann Stiftung“. In einem Beitrag von Gérard Bökenkamp heißt es:

Das Berliner Institut für Bevölkerung und Entwicklung erklärte in seinem Dezember-Newsletter aus dem Jahr 2009: „Im Unterschied zur Situation in kinderreichen Ländern wie Frankreich oder Schweden stellt in Deutschland die Zuwanderung deshalb die einzige Möglichkeit dar, den Bevölkerungsrückgang der Zukunft wenn auch nicht aufzuhalten, so wenigstens abzumildern.“ Das Institut fügt allerdings später hinzu, es sei „offen, aus welchen Herkunftsländern diese kommen sollen und wie diese Menschen in Deutschland zu halten wären.“

Diese Einschätzung scheint mir repräsentativ für das zu sein, was sonst zum Thema in fundierten Publikationen zu finden ist. (Ich gab weitere Hinweise schon in Beiträgen zur Sarrazin-Debatte.) Die Kenntnisnahme von Statistiken und Prognosen lautet dann recht unisono:

Unter den jetzigen Bedingungen ist es also eher unwahrscheinlich, dass der Bedarf an Facharbeitern und Hochqualifizierten durch Zuzug von außen gedeckt werden kann, da andere Staaten wie die USA und Großbritannien sich als attraktivere Zielländer für Hochqualifizierte darstellen.

Horst Seehofer geht demnach aller Voraussicht nach fehl in der Annahme, „dass wir keine zusätzliche Zuwanderung aus anderen Kulturkreisen brauchen“. Dies führt dazu, sich gar nicht erst fragen zu müssen, woher die benötigten Teilnehmer am Sozialsystem denn kommen sollen und ob sie den Fachkräftemangel auch nur annähernd ausgleichen könnten. Der logische Mechanismus dieses Debattenbeitrags ist demnach eine doppelte Verleugnung von Tatsachen mit dem Ausweichen auf eine z. Zt. illusionäre und sehr unwahrscheinliche Zukunftsoption – nicht gerade ein Rezept für ‚Realpolitik‘.

Seehofers verbales Verhalten, das alleine die „tagesschau“ zur besten Sendezeit unkommentiert als dessen parteipolitische Eigenwerbung an 4,8 Mio. Zuschauer übermittelt, wirkt vor dem Hintergrund von relevanten Sachinformationen nicht nur klinisch wahnhaft, sondern auch wirtschaftlich kontraproduktiv. Denn der unsachliche Umgang mit Migranten und deren Zurückweisung in zukünftiger Perspektive dürfte einen Effekt verstärken, den ebenfalls Bökenkamp erwähnt:

Der Vorsitzende des Sachverständigenrats für Integration und Migration Klaus Jürgen Bade beklagt, dass auch immer mehr junge, gut ausgebildete Deutsch-Türken in die Türkei ziehen. Bade sieht einen wesentlichen Grund für die Entwicklung darin, dass viele junge Türken in Deutschland kein Heimatgefühl entwickelten. Es bestehe deshalb die Gefahr, dass die Tüchtigen Deutschland verließen, während die Chancenlosen blieben, weil es nirgendwo ein vergleichbares Sozialsystem gebe.

An einem solchen Argument lässt sich erkennen, dass gerade eine Diskussion über Bildungserfolge von Migranten, wie von Sarrazin angestrengt, dringend erforderlich ist. Trittbrettfahrer dieses Diskurses, die ihn auf eine Zurückweisung von Zuwanderung verkürzen, schaden nach aktueller Lage der Dinge dem Gemeinwesen, wenn sie keine anderen Alternativen aufzeigen und an ihrer Realisierung mitwirken.

Die Informationen der FDP-nahen Naumann-Stiftung bestärken also nicht Seehofer, sondern in puncto Bildung Cem Özdemir von den „Grünen“:

Doch an der Bildungsungerechtigkeit hat sich fast zehn Jahre nach der ersten PISA-Studie immer noch nicht viel geändert. Die soziale Lage in manchen Milieus und Situation in problematischen Stadtteilen sind ein Auftrag an die Politik, endlich unser Bildungssystem, radikal zu stärken – und zwar angefangen bei den Kleinsten bis hin zu den Hochschulen. Wenn wir das nicht tun, wird dieses Land an die Wand fahren.

An dieser Stelle können zunächst weder Fragen der Staatsfinanzen noch der demografischen Entwicklung im Detail erläutert werden. In der Gesamttendenz sprechen sie wohl gegen Hoffnungen, dass hier im Vergleich zur jüngeren Vergangenheit deutliche Erhöhungen von staatlichen Ausgaben möglich sind, was auch diese bildungspolitische Devise in ihrer Machbarkeit zweifelhaft werden lässt. Eine selten ausgesprochene Konsequenz lautet: Zur Erziehung von für die jeweilige Gesellschaft schließlich ‚produktiven‘ Kindern unfähige Eltern, ob Migranten oder nicht, können nicht großflächig und auf Dauer durch das Bildungssystem substituiert werden (Diskussionspunkte: Bildungsniveau, Freizeitverhalten, Wertevorstellungen, Geschlechterrollen, Aufgabenteilung). Bei den letztgenannten Punkten trifft das (Privat‑)Fernsehen aufgrund seiner Diskursmacht von mittlerweile 70% Marktanteil eine eminente Verantwortung. Die Rolle der Medienkritik wie auch sog. staatlicher „Medienwächter“ in der Entwicklung der vergangenen drei Jahrzehnte scheint sich diesbezüglich als beschämend und weitgehend korrupt herauszustellen. Frage, auch an Cem Özdemir: Wie könnte man ein „Bildungssystem“ unter Beibehaltung der jetzigen Kultur des Privatfernsehens „radikal […] stärken“? Würden RTL & Co. lehrreiche Dokumentationen senden, wären sie nicht mehr sie selbst. Würden Kinder entgegen ihrer Gewohnheit Hausarbeiten machen und dabei den Fernseher abstellen, bräuchte man nicht von frühmorgens an ein TV-Programm, das auf sie ausgerichtet ist.

Dem Bundesministerium für Bildung und Forschung gelingt in seinem Referat der OECD-Veröffentlichung „Bildung auf einen Blick“ (2006) eine im Zusammenhang der Bevölkerungsentwicklung symptomatische pseudo-argumentationslogische Maßnahme. Zu Anfang des Papiers geht es um „die Entwicklung der Schüler- und Schülerinnenzahl im Primar- und Sekundarbereich I“ 2005-2015:

Für Deutschland ist mit einer Verringerung um 14 % zu rechnen. Dies ist weit mehr als im OECD-Schnitt erwartet wird (‑6 %). Noch deutlich höhere Rückgänge werden jedoch insbesondere für Polen (‑19 %), die Slowakische Republik (‑21 %) und Korea (-29 %) prognostiziert.

Das steht auf S. 2. Auf S. 7 ist man jedoch schon wieder guter Hoffnung, indem man offenkundig in von Wunschdenken geleitete Ankündigungsrhetorik verfällt:

Eine hoch entwickelte Dienstleistungsgesellschaft, deren Wachstum zunehmend von der Ressource Wissen abhängt, ist auf einen wachsenden Anteil hoch qualifizierter Fachleute angewiesen. Hohe Studienanfängerquoten und eine hohe Bildungsbeteiligung im Tertiärbereich tragen dazu bei, die Entwicklung und den Erhalt einer hoch qualifizierten (Erwerbs‑)Bevölkerung sicherzustellen.

Es gibt also in Deutschland, wie auch in anderen Ländern, aus denen potenziell Zuwanderung zu erwarten wäre, zurückgehende Schülerzahlen aufgrund des demografischen Wandels. Die später anschließende Formulierung eines erwünschten „wachsenden Anteils hoch qualifizierter Fachleute“ kaschiert, dass es nicht nur um einen „Anteil“, sondern auch um eine absolute Zahl im Verhältnis zu voraussehbaren Kohorten von Leistungsnehmern wie Arbeitslosen, Aufstockern und – mit rapide zunehmendem Anteil v. a. – Rentnern geht.

Die Verhackstückung von stundenlangen Nonsens-Darbietungen als RTL-„Supertalent“ – am selben Samstagabend wie Seehofers Zitat von wenigen Sekunden in den Nachrichten gesendet – kann man als die triviale Kehrseite solcher folgenschwerer Verkennungen sehen: Wo einmal die Grenze des Sinnverlustes und der Verleugnung von Wirklichkeit überschritten ist, brechen sich im höher gebildeten Segment ebenso sprachliche Kosmetik ohne nachweisbaren – und vermutlich schwindenden – Bezug („Ressource Wissen“) wie auch eine Unterhaltungskultur Bahn, in der ein Publikum von jahrelang herangezüchteten Idioten nach dem vermeintlich noch größeren Idioten schreit – und ihn von Dieter Bohlen und Redaktion geboten bekommt.

Seehofer müsste, wenn es nicht um Zuwanderer „aus anderen Kulturkreisen“ ginge, an Länder wie Polen oder die Slowakei denken. Doch von deren demografischer Entwicklung weiß er angeblich nichts, ebensowenig wie von derjenigen anderer osteuropäischer Länder, wie das „Migazin“ am 16.12.2009 berichtet:

Die neuen Bevölkerungsvorausberechnungen des Statistischen Bundesamtes spekulieren auf das Jahr 2014, von dem an für die 2007 beigetretenen EU-Mitgliedsstaaten Bulgarien und Rumänien die Freizügigkeit auch auf dem deutschen Arbeitsmarkt gilt. Die Zuwanderung aus diesen Ländern wäre ab diesem Zeitpunkt nicht mehr reglementiert und die Grenzen wären somit offen. Mehrere Hunderttausend sind bei der aktuellen Entwicklung aber nicht zu erwarten. Denn die auswanderungswilligen Rumänen und Bulgaren sind bereits in den vergangenen Jahren in Länder wie Großbritannien, Irland und Spanien gezogen, die ihren Arbeitsmarkt für die neuen Mitgliedsstaaten frühzeitig geöffnet haben.

Und weiter hier:

Im Jahr 2030 werden in Rumänien rund 1,1 Millionen weniger Erwerbsfähige leben, was einen Verlust von rund acht Prozent gegenüber dem Jahr 2008 bedeutet. Bulgarien wird bis 2030 bereits 16 Prozent seines Arbeitskräftepotenzials verloren haben. Der demografische Wandel in Europa wird den Wettstreit um Arbeitskräfte zunehmend verschärfen – insbesondere um die qualifizierten.

Für Bayern gibt das Statistische Landesamt Prognosen ab, die eher nach der im „Migazin“ angesprochenen ‚Spekulation‘ klingen, einen vorübergehenden möglichen Trend aufzeigen und zudem eines der wohlhabenderen und damit auch für Zuwanderung attraktiveren Bundesländer beschreiben:

Ab 2011 wird auf Grund der vollständigen Arbeitnehmerfreizügigkeit nach der EU-Osterweiterung ein Anstieg der Zuwanderung erwartet, der sich vorübergehend auch auf die Bevölkerungszahl auswirkt. Voraussichtlich im Jahr 2022 wird die bayerische Bevölkerung mit rund 12,75 Millionen Personen ihr maximales Niveau erreichen und danach wieder abnehmen.

Wovor Politiker zurückscheuen und was sie beizeiten ins krasse Gegenteil verkehren, sind Problemlagen, deren Ursachen kaum oder gar nicht bekämpft werden können. Fatal ist, dass es hierzu keinen ausreichenden journalistischen Widerpart gibt, der – wie gezeigt – inhaltlich sinnlose, falsche und manipulative Verlautbarungen in ihrem Kontext verorten würde. (Andere Parteipolitiker äußern sich wiederum nur in Sentenzen, die Seehofers Aussage ins Gegenteil verkehren und ihn zugunsten anderer Ideologien diskreditieren, wie etwa hier in einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ von Daniel Brössler nachzulesen.) Das, was zu sagen und zu tun wäre, kollidiert in der gegenwärtigen Kultur mit falsch verstandener political correctness sowie zerstörerischen ökonomischen und politischen Einzelinteressen, die z. B. Rechte und Pflichten von Migranten oder die Ursachen von Kinderlosigkeit und Bildungsarmut betreffen.

Ist der Abstieg „realistisch“?


Dienstag, 21. September 2010, 18:38 Uhr. Autor:

Im WebTV der „Neuen Zürcher Zeitung“ äußert sich heute Prof. Klaus F. Zimmermann vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) zur wachsenden Notwendigkeit von Zuwanderung für den deutschen Arbeitsmarkt. Zimmermann spricht von einer ab ca. 2015 notwendigen Zahl von 500.000 hochqualifizierten Zuwanderern jährlich.

Screenshot: NZZ Online, 21.09.2010

Zitat aus dem Interview:

Na, zunächst einmal war es sicherlich ein ‚Halt mal, es ist wichtig, über was wir hier reden‘ – sicherlich ein Weckruf. Auf der anderen Seite ist die Zahl sehr realistisch, denn wir haben in Deutschland im Augenblick Abwanderung. Wir rechnen eigentlich immer mit 200.000 Zuwanderern netto ohnehin.

Was die Interviewerin Zoé Baches nicht nachfragt, ist die Wortbedeutung von „realistisch“: „Realistisch“ ist nicht, dass es 500.000 Zuwanderer geben wird, sondern dass es so viele – wohlgemerkt hochqualifizierte – Zuwanderer geben müsste. Ob sich der Konjunktiv mit einem solchen verkürzten Sprachgebrauch verträgt, ist fraglich.

Hierin liegt ein Kern der Notwendigkeit der Debatte, und es kann daran gezeigt werden, warum Thilo Sarrazins Motto „Deutschland schafft sich ab“ bei allen diskussionswürdigen Beigaben seiner Argumentation nach heutigem Wissensstand wohl leider zutrifft. Wo solche Notwendigkeiten und Unausweichlichkeiten deutlich werden, ist der Spielraum für political correctness nur noch begrenzt – auch das ist „realistisch“.

Die Bedeutung des Wortes „realistisch“ bei Zimmermann bewegt sich – wesentlichen öffentlich zugänglichen Informationen zufolge, wie hier zu zeigen ist – zwischen Absichtserklärung und eher unrealistischem Wunschdenken.

Blickt man etwa einmal auf die Zahlen des Bundesamtes für Statistik für 2008, so enthält die Pressemitteilung Nr. 276 vom 23.07.2009 Folgendes: 682.000 Zuwanderer, 738.000 Fortzüge. Beispielhaft im Detail:

Die deutschen Zuwanderer kamen vor allem aus Polen (12.100), den USA (10.500), der Schweiz (8.200) und Spanien (7.900). Hauptherkunftsländer der ausländischen Zuwanderer waren Polen (119.200), Rumänien (47.000), die Türkei (26.200), Ungarn (25.100) und Bulgarien (23.600).

Was lässt sich auf dieser Grundlage in Kombination mit anderen Informationen für die Zukunft folgern? Klaus F. Zimmermann selbst wird am 03.08.2010 vom „Bonner General-Anzeiger“ befragt und schlägt hierbei eine ganz andere Tonlage an:

GA: Was halten Sie vom Vorschlag, qualifizierten Zuwanderern eine Art Begrüßungsgeld zu zahlen?
Zimmermann: Ein sommerlicher PR-Gag. Schon jetzt kommen Fachkräfte nur dann nach Deutschland, wenn ihr Arbeitgeber erhebliche Lohnaufschläge zahlt. Deutschland hat keinen Ruf als Zuwanderungsland, und hat sich zum Beispiel Richtung Osteuropa regelrecht abgeschottet. Nicht-europäische Spezialisten gehen eher nach San Francisco oder London. Deutschland muss also viel mehr unternehmen als ein Begrüßungsgeld zu zahlen, um die weltweit umworbenen Fachkräfte zu bekommen. [...]
GA: Heißt das: Diese Gesellschaft muss sich damit abfinden, dass es eine wachsende Gruppe Geringqualifizierter und deshalb Arbeitsloser gibt?
Zimmermann: Diese Gruppe wächst, das ist richtig. Zum Beispiel deshalb, weil Menschen mit Migrationshintergrund bei gleicher Qualifikation schlechtere Chancen haben als einheimische Bewerber.

Die wie zitiert stärkste Gruppe von Zuwanderern aus Polen ist für die nähere Zukunft nicht in gleichem Maß anzunehmen – weil neben einem steigenden Wohlstandsniveau (und damit geringerer Motivation für Emigration) hier ebenfalls ein Bevölkerungsrückgang eintreten wird, wie Rainer Münz in einem Dossier prognostiziert:

Andere Länder, die niedrigere Kinderzahlen haben, stehen ohne massive Zuwanderung vor einem sehr starken Rückgang ihrer Bevölkerung im Erwerbsalter. In Deutschland wäre bis 2025 mit einem Rückgang um -6.0 Millionen oder -10.7 Prozent und bis 2050 um -15.7 Millionen oder -28.2 Prozent zu rechnen. Im benachbarten Polen würde der Rückgang ohne Zuwanderung bis 2025 rund -2.3 Millionen (-8.6 Prozent) und bis 2050 ca. -7.7
Millionen (-29.1 Prozent) ausmachen.

Von welchen möglichen Herkunftsländern – so müsste man Zimmermann fragen – geht er denn stattdessen aus? Was er gegenüber der NZZ nicht erwähnt, hat er dem „General-Anzeiger“ schon gesagt: dass die Leistungsträger „eher nach San Francisco oder London“ gingen. Mit solchen Aussichten argumentiert schon seit längerem Gunnar Heinsohn, so in seinem „Kursbuch“-Beitrag „Finis Germaniae?“ von 2005:

Die deutsche Bevölkerungsprognose für 2050 läge ohne 140.000 Einwanderer und ihre hier erwarteten Kinder jährlich bei weniger als 50 und nicht bei 67 Millionen. Dass die Hälfte der Jugend von der Auswanderung träumt, ist dabei nicht einmal berücksichtigt. Warum werden die Neudeutschen überwiegend zu Allah beten? Die – ohnehin schnell absinkenden – Begabungsreserven aus dem ehemals britischen Imperium (Bangladesh, Burma, Indien, Pakistan, Sri Lanka etc.) wollen in die knapp 28 Millionen Quadratkilometer der Anglo-Welt (AUS, CDN, IRL, NZ, USA, UK). Sie sehen wenig Anlass, in die hiesigen 350.000 km2 zu streben, wo sie selbst für den unwahrscheinlichen Fall liebevoller Aufnahme zusätzlich zum bereits gesprochenen Englisch auch noch Deutsch lernen müssten. Für jedes Talent von dort, für das man in Deutschland tatsächlich Verwendung hätte, gibt es auch bei den Anglos beste Perspektiven. Der nachbarliche slawische Raum hat viele seiner Mobilsten in den letzten 15 Jahren bereits abgegeben. 15-20 Millionen sind nach Westen gegangen und haben dafür gesorgt, dass die osteuropäischen Bevölkerungen nicht nur stagnieren, sondern längst schrumpfen. Die Bundesrepublik hat nicht einmal 750.000 dieser Besten an sich ziehen können. Wie man schon 1997 bei den Hongkong-Chinesen geschlafen hat – Kanada holt sich eine Million –, behält man aus Osteuropa oft gerade diejenigen, die ohnehin lieber in der Illegalität verbleiben. Die slawischen Territorien außerhalb der EU leiden längst unter Implosionssymptomen. Energieversorgungen und Transportsysteme brechen zusammen, Unterhaltungsleistungen sinken oder kommen gar nicht erst zur Auszahlung.

Wie schon hier diskutiert und zitiert, erwähnt Sarrazin neben der Türkei Nordafrika als mögliche Herkunft größerer Zahlen zukünftiger Zuwanderer, was das Bundesamt für Statistik bestätigt. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sieht dies in seinem Forschungsbericht „Vor den Toren Europas?“ (2010) jedoch anders:

Die Analysen für Deutschland haben ergeben, dass das Migrationspotenzial und die tatsächliche Zuwanderung von Afrika nach Deutschland auf geringem Niveau (20.000 – 35.000 pro Jahr) verbleiben dürften. Der Bestand an Personen mit afrikanischem Migrationshintergrund in Deutschland wächst vor allem aus natürlicher Bevölkerungsbewegung und nur in geringem Maße durch Zuwanderung (Wanderungssaldo rund 5.000).

Dass Funktionsträger wie Sarrazin und Zimmermann mit provokanten oder versöhnlichen Thesen die Diskussion befördern, ist prinzipiell zu begrüßen. Konfrontiert man ihre eigenen Aussagen oder den Umgang im massenmedialen Diskurs jedoch mit solchen Quellen in Textform, wird immer wieder deutlich: Die komplexe Problemlage lässt sich weder in Kurzinterviews noch in ausführlicheren Talkshows adäquat widerspiegeln. Die Gefahr ist groß, dass mit rhetorischen Mitteln notwendige nachhaltige Einsichten verbaut oder durch Interessenspolitik Tatsachen und valide Prognose in ihrer Glaubwürdigkeit demontiert werden.

Zimmermann wählt im NZZ-Interview und anderen Äußerungen dieser Tage den Zugang des „Packen wir’s an“. In einem Interview mit „Pro Firma“ von 2004 klang es hingegen abschließend so:

Die Bundesregierung hat schon mutige Reformen eingeleitet, etwa auf dem Arbeitsmarkt, bei der Krankenversicherung oder der Zuwanderung. […] Das bedeutet auch, dass wir zunächst einmal in der internationalen Wettbewerbsposition weiter zurückfallen werden.

Das Problem des Zugewinns von Arbeitskräften zur Erhaltung der Sozialsysteme scheint aufgrund der hier zusammengetragenen Informationen derzeit schlichtweg unlösbar zu sein. (Eine Lösung wären deutlich mehr Geburten, was jedoch nicht anzunehmen ist – es sei denn, es würde eine weitreichende Diskussion und Bewusstseinsbildung daraus, die eine Vielzahl von Konsequenzen in Lebensumständen, Organisationsformen, Wertvorstellungen und nicht zuletzt Medienangeboten – ihrer Gestaltung und auch Beschränkung – hätten.)

Die Vorstellung, die Jüngere und noch Erwerbstätige sich auf Grundlage solcher Datenlagen für ihre Zukunft machen können, benennt Zimmermann der NZZ gegenüber u. a. mit einer Anhebung des Rentenalters auf 75 Jahre. Dies steht im Einklang mit Veröffentlichungen der UNO aus dem Jahr 2000:

Die neuen Herausforderungen, die durch eine schrumpfende und alternde Bevölkerung entstehen, werden objektive, eingehende und umfassende Neubewertungen zahlreicher überkommener Maßnahmen und Programme im wirtschaftlichen, sozialen und politischen Bereich erfordern. Solche Neubewertungen bedürfen einer langfristigen Perspektive. Zu den kritischen Fragen, die angegangen werden müssen, gehören: a) das geeignete Ruhestandsalter, b) Höhe und Art der Renten- und Krankenversicherungsleistungen für die ältere Generation, c) die Zahl der Erwerbstätigen, d) die Höhe der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge zur Deckung der Renten- und Krankenversicherungsleistungen für die wachsende Zahl älterer Menschen und e) Maßnahmen und Programme im Zusammenhang mit der internationalen Wanderung, insbesondere der Bestandserhaltungsmigration, und der Eingliederung einer großen Zahl neuer Einwanderer und ihrer Nachkommen.

In solchen Zeilen verbirgt sich allerhand Sprengstoff, der Politikern selbst bei zaghaften Umsetzungsversuchen in der – tendenziell hysterischen – öffentlichen Debatte sogleich um die Ohren fliegt. Und selbst nach der Realisierung der einen oder anderen Vorgabe muss sich dann erst erweisen, ob sich der gewünschte Effekt denn tatsächlich einstellt – oder ob sie neue, vielleicht größere Probleme mit sich bringt.

Fachkräftemangel und Fernsehüberfluss


Donnerstag, 5. August 2010, 22:39 Uhr. Autor:

Alle (vorhergehenden) Jahre wieder äußern sich ausbildende Betriebe über die Lage bei Bewerbungen und Bewerbern. So bemerkt Sybille von Obernitz (Deutscher Industrie- und Handelskammertag) in „heute“ (ZDF) vom 05.08.2010 neben anderen „das Problem, dass ungefähr jeder fünfte Schulabgänger aus heutiger … aus heutigem Niveau nicht wirklich ausbildungsreif ist.“

Den Take hätte man vielleicht nochmal wiederholen können, aber die Aussage kommt rüber. Im dritten von fünf Thesen-Videos zu „Glotze fatal“ geht es genau um dieses Problem:

YouTube Preview Image

Was ‚das Fernsehen‘ nicht so recht zu leisten imstande ist, bleibt die Diskussion von Ursachen und die Umsetzung daraus folgender Konsequenzen. Das ZDF berichtet zumindest über solche Umstände, erreicht aber vorwiegend eine ältere Zielgruppe. Das eigentliche Problem liegt doch offensichtlich darin, dass ein Bildungssystem nicht richtig funktioniert, und dazu gehört, dass Bildungsangebote von Schüler nicht mehr angenommen werden.

Warum geschieht nun dies? Ich habe das im Video beispielhaft zu zeigen versucht: Die Programminhalte, die in immer größerer Zahl und zeitlicher Ausdehnung zur Freizeitgestaltung von Heranwachsenden werden, erfüllen kaum einen irgendwie gearteten „Bildungsauftrag“ mehr. In den vielfach vorfindlicheren noch schlimmeren Fällen agitieren sie auf vielfältige – hier immer wieder zu thematisierende – Weise gegen Aufmerksamkeit, Lernwillen, Differenzierungsvermögen, Geschmacksbildung.

Erst wenn hierüber ein breiterer Konsens bestehen würde – der scheinbar seit ca. 30 Jahren zunehmend aufgelöst worden ist –, müsste man dann über Maßnahmen nachdenken, wie dem entgegenzuwirken ist. Das ist nach meiner Einschätzung in Programmredaktionen, die versuchen, überzuckerte Softdrinks, Chips, Fertignahrung, Autos und Handys mit Werbespots zu verkaufen und Zuschauer dabei möglichst lange in einem möglichst anspruchslos dahinströmendem, -flirrenden oder -hämmernden Bildkontinuum einzufangen, kaum denkbar.

Wer auf Seiten von Politikern und sonstigen gesellschaftlich Verantwortlichen und Engagierten daran interessiert ist, den angesprochenen Leistungsdefiziten in einer „Wissensgesellschaft“ mit wesentlichen Zukunftschancen in an Hightech und Bildung orientieren Geschäftsbereichen entgegenzuwirken, wird in Mittelfrist nicht mehr um solche Grundsatzdiskussionen herumkommen. Oder die Arbeitsplätze werden woanders angeboten.