#Double-#Casting im Kabinett von Donald #Trump

Die gehobene Stimmung bis Euphorie in Teilen der Öffentlichkeit nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten kann ich nicht teilen. Es wäre eines der größten Menschheitswunder, wenn hierdurch eine Art Systemwechsel demokratisch herbeigeführt worden wäre. Ich muss nicht die Argumente wiederholen, die Trumps eigenes Geschäftsgebaren und seinen egomanischen Charakter betreffen. Zuletzt wird zu Recht darauf hingewiesen, dass er nach Wahlkampf-Ansagen gegen das Finanz-Establishment wiederum Wall-Street-Leute in verantwortliche Positionen beruft. Wie immer lautet die Devise: Don’t believe the hype.

Meine eigene Betrachtungsweise schließt die Archiv-Proben auf Double-Funktionen im Aussehen der massenmedial präsenten Akteure ein. (Auf die Okkultsymbolik von Trumps Image-Styling hatte ich schon hingewiesen.) Und auch in dieser Hinsicht ist die Mannschaft von Donald Trump äußerst suspekt.

Zu beginnen ist mit der Hauptfigur. Manchem ist es sicher schon aufgefallen bei der Gegenüberstellung von Bildern der beiden Kandidaten: Die demokratische Konkurrenten Hillary Clinton hat zwar größere rundlichere Augen, doch die Proportionen ihres Gesichtes entsprechen ansonsten sogar sehr weitgehend dem siegreichen Republikaner. Diese beiden Personen gegeneinander antreten zu lassen, ist also nicht nur aufgrund ihrer beider Verankerung in superreichen Eliten eine nur leicht kaschierte Alternativlosigkeit für die Wahlbürger.

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Ein für mich wesentlicherer Aspekt ist jedoch die Einbettung des neuen Präsidenten in die Porträt-Reihe seiner Vorgänger. Hier ergibt sich eine deutliche Entsprechung zu Jimmy Carter, der inhaltlich und charakterlich mit ganz anderen Eigenschaften identifiziert wird. Es sind biometrische Parallelen mit leichten Abweichungen in Augen- und Nasenform.

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Zu weiteren wichtigen Personen in der kommenden Regierungsmannschaft lässt sich etwa hier in der „Zeit“ nachlesen.

Vizepräsident wird Mike Pence. In seinem Fall ist der Bezug zur Genealogie der Präsidenten noch deutlicher als bei Trump/Carter. Er ist ein äußerlicher Wiedergänger von Parteikollege Ronald Reagan, lediglich mit grau-weißen Haaren.

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Bestätigt ist ebf. Stephen „Steve“ Bannon als Chefberater, früher Filmproduzent und Goldman-Sachs-Bankier, eine Reizfigur der als „antisemitisch“ und „ultrarechts“ bekämpften Internet-Seite „Breitbart“, die Trump im Wahlkampf unterstützte und über Bannon als Berater zu seinem Presseorgan wurde.

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Das Spiel deutet mit Bannon auf den nicht ganz unwichtigen Bündnispartner Deutschland und seinen Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD). Der als Wirtschaftsminister denkbare, aber umstrittene Chris Christie komplettiert diese 3er-Reihe. Ex-Bankier, amtierender und geplanter Wirtschaftsminister D/USA treffen auch inhaltlich kohärent aufeinander.

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Der künftige Stabschef im Weißen Haus, Reince Priebus, sichert die symbolischen Bezüge nach Russland ab – zum Ministerpräsidenten der Russischen Föderation und ehemaligen Präsidenten Dmitri Medwedew.

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Was sog. Qualitätsjournalisten dem hiesigen Publikum als „Verschwörungstheorie“ madig machen, wird in Trumps Kabinett auf der Ebene der Doubles zum offensichtlichen Programm: Die Wall Street und die Federal Reserve Bank (Fed) regieren, Politiker sind im Prinzip nur ausführende Organe. Deshalb steht im Hintergrund die (hier schon in ihren kabbalistischen Vorläufern beschriebene) Fed-Direktorin Janet Yellen. Die zuvor als etwas naive Vertreterin der konservativen Tea-Party-Bewegung aufgefallene Sarah Palin kommt als Innenministerin in Frage. Die farb- und frisurlichen Abweichungen sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich in Gesichtsform und Proportionen deutliche Übereinstimmungen zur Fed-Chefin feststellen lassen.

Dasselbe gilt auch für den männlichen Vertreter Myron Ebell, dem noch nicht offiziell bestätigten Leiter der Umweltschutzbehörde (ein Bestreiter der These des Klimawandels). Seine Brille verkleinert offensichtlich seine Augen; ansonsten sind die Parallelen zu Yellen für mich eindeutig.

In der äußerlichen Analogie weiter entfernt ist der künftige Justizminister Jeff Sessions mit etwas kleinerer Nase, geringerem Augenabstand und schmaleren Lippen. Doch in Fortsetzung der Reihe mit Ebell als Zwischenstück zu Yellen halte ich auch diese These für vertretbar (zumal, wenn man sich auf das Binnenschema von Augen, Nase und Mund im Vergleich zu Ebell konzentriert).

In seinen symbolischen Praktiken scheinen Trump und seine Berater also nahtlos an die bestehenden Verhältnisse anzuknüpfen. Welche – bisher noch nicht so eindeutige – machtstrategische Funktion der Vertreter einer immigrations- und TTIP-kritischen Agenda sowie der Frontstellung gegenüber dem Iran erfüllt, wird die kommende Zeit erweisen.

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Daniel Hermsdorf

Verleger, Autor, Journalist bei filmdenken.de - Medienkritik, Verschwörungstheorie und Physiognomik

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1 Response

  1. peter sagt:

    Interessanterweise fiel Jimmy Carters Präsidentschaft in die Zeit einer Wirtschaftskrise (zweite Ölkrise), die ihm bereits nach vier Jahren das Amt kostete. Das wäre in Zeiten erstmals seit langem wieder steigender Zinsen auch für die Präsidentschaft Trumps zu erwarten.

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